Donnerstag, 11. Oktober 2018

Review: Occultum - In Nomine Rex Inferni (CD, Old Temple - 2018)

Das infernalische Quartett OCCULTUM aus Polen meldet sich anno 2018 auch endlich zurück in Form ihres zweiten Voll-Albums In Nomine Rex Inferni. Nachdem mich ihr Debüt vor zwei Jahren bereits überzeugen konnte, hoffte ich schon inständig, mal wieder etwas der Herren zu hören - nun ist es also so weit. Die Veröffentlichung fand auch einmal mehr unter dem Banner von Old Temple statt - inzwischen ja auch eine wahre Institution, wenn es um polnischen Underground Black Metal geht. Was ihr von dem Album erwarten dürft, erfahrt ihr nun...




Zunächst einmal ein wenig zum geschichtlichen Hintergrund der Kapelle. OCCULTUM ging anno 2015 aus der Asche der Band AMAROK hervor, welche sich aus den Recken Amon, Mortifer, Gavron, Sarin und Ohyda, die zum größten Teil auch heute noch mit OCCULTUM aktiv sind, wenn auch teils unter anderen Pseudonymen. Amon beispielsweise übernahm unter dem Namen Spectre auch den Gesang auf dem Debüt-Album Towards Eternal Chaos, verließ die Band anschließend jedoch. Seinen Part übernimmt auf dem aktuellen Werk Gavron, der auf dem Erstling bereits die backing vocals übernahm. MTR (aka Mortifer) übernimmt die Gitarren, Sarin Bass und Gitarren, sowie Jh (aka Ohyda) das Schlagwerk.

Wie bereits erwähnt, konnte mich nach seinem Erscheinen bereits ihr Towards Eternal Chaos überzeugen in seiner Machart, die diesen typischen polnischen nihilistischen Black Metal-Stil mit einem brüllenden, militanten Gesangsstil verband und darüber hinaus sogar ein paar recht okkulte Tendenzen zeigte. So wirklich begeistern konnte es mich dann aber doch nicht, denn es fehlte mir hier dann doch immer noch dieses gewisse Etwas. Der Funke, der mein Herz entflammt. Ich möchte nicht sagen, dass man mit dem Debüt kein solides Album hingelegt hätte, aber es konnte mich nicht vollends erreichen.

Wie sieht es daher mit dem neuen Album aus? Zunächst einmal fällt wieder die sehr okkulte Aufmachung auf. OCCULTUM sind Priester des Todes und dies machen sie einmal mehr mit In Nomine Rex Inferni deutlich! Auf den ersten Blick, bzw. Hörgang fällt auch keine allzu große Veränderung auf. Doch der Teufel versteckt sich bekanntlich, wie auch hier, im Detail. Denn instrumental hat man sich definitiv noch einmal ordentlich weiter entwickelt. Der Gesang gefällt mir auch irgendwie einen Tick besser, wenn er sich auch sehr an den Klang des ersten Albums orientiert (wahrscheinlich um es dem Hörer nicht zu schwer zu machen, sich an eine neue Hauptstimme zu gewöhnen). Der etwas verzerrte, brüllende, etwas befehlende und militante Gesang wird also beibehalten. Auch lässt sich hier ganz klar ausmachen, dass es sich um eine Black Metal-Kapelle aus Polen handelt... gerade die Gitarren und das Schlagwerk zeugen davon. Gerade die Gitarren sind hier erwähnenswert, zaubern sie doch von Song zu Song einen räudigen Melodiebogen nach dem anderen. So erhält die Musik von OCCULTUM nicht nur eine sehr finstere, dichte und bedrohliche, sowie schwermütig-okkulte Atmosphäre, die von Nebel umwoben und in Räucherwerk getaucht ist, sondern auch eine sehr stolze und erhabene.

Die Texte behandeln in sieben Kapiteln Themen wie satanische Rituale ('Skulls Instead of Candles'), Misanthropie sowie Selbsthass ('Hanged Man', 'The New Har-Magedon'), die Glorifizierung der Nacht ('Possessed by the Night') und des Todes ('The Last Waltz With Death'), sowie Beschwörungsrituale und Nekrophilie ('Altars Among the Dead' und 'Black Art of Necromancy'). Dabei zeigt man sich instrumental gesehen wie schon erwähnt sehr vielfältig und spielfreudig, so dass die einzelnen Lieder recht individuell geraten sind und trotz aller brachialer Gewalt eine schleichende, sich kontinuierlich weiter steigernde unheilvolle Atmosphäre aufbauen. Dass dies so gut funktioniert, liegt wahrscheinlich nicht zu letzt daran, dass man dem geneigten Hörer in spielerischer Hinsicht immer mal wieder etwas Abwechslung bietet, was das Ganze zu keiner Zeit zur großen Monotonie verkommen lässt.

Als Video-Anhang gibt es das komplette Album vom BlackMetalPromotion-YT.

Fazit:
OCCULTUM legen mit ihrem zweiten Album ordentlich nach. In nahezu allen Belangen übertrifft In Nomine Rex Inferni seinen Vorgänger. Der Funke, der mir auf dem Debüt noch irgendwie fehlte, findet sich genau hier wieder! Wie auch der Erstling wird dieses Werk als CD im Jewelcase ausgeliefert und ist von Hand durchnummeriert, doch offensichtlich nicht limitiert. Neben der CD gibt es auch eine Auflage auf Platte, die bei Strange Aeons Records aus Dänemark erschien und auf 300 Exemplare limitiert ist. Beide Formate sind über den Mailorder von Old Temple zu erschwinglichen Preisen erhältlich.

OCCULTUM haben mit ihrem zweiten Album alles richtig gemacht. In meinen Augen das beste Werk einer polnischen Horde, das ich in diesem Jahr zu hören bekam! True Polish Satanic Black Metal Until Death!


Darbietungen:
01. Skulls Instead of Candles
02. Possessed by the Night
03. The New Har-Magedon
04. Hanged Man
05. Altars Among the Dead
06. Black Art of Necromancy
07. The Last Waltz with Death

Laufzeit: ca. 47 Minuten