Donnerstag, 5. Dezember 2019

Review: Norns & Shroud of Satan - Where Demons Prevail Split (EP, Sol Records / Deviant Records - 2019)

Aus dem Hause Sol Records, bzw. Deviant Records kommt auch einmal wieder etwas Interessantes! Where Demons Prevail nennt sich die neue Split-EP zwischen dem finnischen Projekt NORNS und den Deutschen SHROUD OF SATAN, die beide bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass Schwarzmetall für sie mehr ist als bloß Musik und ein Ausdruck der Kunst.
Nun endlich haben die beiden deutschen Schmieden, hinter welchen sich ja auch mehr oder weniger die selben Leuten verbergen, diese beiden Horden in einem Werk vereint.
Wie das Resultat zu beurteilen ist, lest ihr nun...



Beide Gruppen dürften für die regelmäßigen Leser dieser Seiten wohl keine Unbekannten mehr sein, fanden ihre Werke doch öfters Erwähnung. Im Falle von NORNS lässt sich >>hier<< eine Rezension zu ihrer 2016 veröffentlichten EP Pazuzu finden, welche ebenfalls durch Sol Records auf CD, sowie ein Jahr später nochmals durch Deviant Records auf Vinyl veröffentlicht wurde. Eine Edition auf Kassette, die durch Penetration Hammer realisiert wurde, existiert ebenfalls.
Auch das Neben-Projek von Behemoth mit dem Namen KUUTAR fand auf U.B.A.O.R. Erwähnung, als im Jahr 2017 die erste Demo-Kassette Beyond All Light (ebenfalls durch Deviant Records) released wurde. Jene Besprechung lässt sich >>hier<< nachlesen.
Was ich allgemein von SHROUD OF SATAN halte, dürfte hinlänglich bekannt sein... jedoch für alle, die noch nie eine Rezension zu der Horde auf diesen Seiten gelesen haben, noch einmal die Verlinkungen zu den einzelnen Werken dem großartigen Debüt Litany to the Moon (>>hier<< zur CD-Version und >>hier<< zur späteren MLP-Version), dem nicht minder schlechten, stilistisch aber etwas anders klingendem ersten Album At the Behest of Time (>>hier<<), der Split Beyond the Mirror of Worlds mit COSMIC CHURCH und BLOOD RED FOG (>>hier<<), sowie zu dem letztjährig veröffentlichten zweiten Album Of Evil Descent (zu finden >>hier<<).

Veröffentlicht wurde Where Demons Prevail bereits im September diesen Jahres, gebannt auf einer 7''-Platte in schwarz, welche in einer einfach aufklappbaren Hülle haust. Diese Art der Hülle mag ich persönlich nicht sonderlich gerne, aber gut, das ist mein Problem. So erspart man sich zumindest ein Beiblatt. Die vier Seiten der Hülle sind voll bedruckt: die Front zeigt das eine in s/w gehaltene Wald-Fotographie, in den oberen Ecken befinden sich links und rechts jeweils die Logos beider Bands, sowie der Titel mittig unten. Die Rückseite zeigt ebenfalls in schlichtem s/w eine verwildert anmutende Waldhütte, darüber wurden wieder die beiden Logos gelegt, unter denen jeweils die Liedertitel stehen. In den unteren Ecken befinden sich jeweils die Label-Logos, sowie mittig die Limitierung (200) und die Nummerierung.
Im Innenteil  findet sich dann eine gezoomte Aufnahme des Waldbodens, den man schon auf dem Front-Cover sieht, darüber auf beiden Seiten jeweils den NORNS und den SHROUD OF SATAN-Schriftzug, dazu Fotographien mit Abbildungen des Todes, sowie ein paar wenigen Informationen zur jeweiligen Besetzung, zur Aufnahme und Kontakt-Adressen. Texte sucht man leider vergeblich, aber eigentlich ist das auch nicht weiter wild, denn die Musik spricht deutlich für sich.

NORNS präsentieren dem geneigten Hörer auf ihrer Seite den Song 'Black Mist', der von einem düsteren Black Metal getragen wird, dessen Produktion sehr rau anmutet, jedoch alles andere als schlecht ist. In der Tat hört man hier sogar jegliche Instrumente wunderbar heraus und auch der Gesang zeigt sich äußerst grimmig und bedrohlich, ist weder zu laut, noch zu leise und passt sich daher perfekt ins Treiben der Instrumente ein.
Diese präsentieren sich im Übrigen ziemlich räudig, entbehren einer gewissen dunklen Atmosphäre jedoch nicht. Letztendlich verbreitet die Musik des Trios NORNS einen wohligen 90er-Flair, mit einer Prise des primitiven Ursprungs des finnischen Black Metal.
Dazu kommt, dass Behemoth in meinen Augen eine der fiesesten Stimmen in der heute aktiven finnischen Szene hat.

Seite gewendet und es erklingt 'Leviathan Arisen', der Beitrag der deutschen Horde.
Dass die Herren hinter SHROUD OF SATAN inzwischen etwas bekannter in der 'Szene' sind, macht sie nicht weniger sympathisch, da sie den mythischen Nebel um ihre Kunst aufrecht erhalten und sich nicht wie so viele andere Underground-Kapellen irgendwelchen Rockstar-Allüren hingeben, sobald der Rubel einmal anfängt zu rollen.
Doch widme ich mich nun der Musik, und die geht gleich ordentlich nach vorne, bis der treibende Black Metal in einen getragenen Teil mit epischem Tasten-Einsatz übergeht. Dieses Wechselspiel wiederholt sich im Verlauf mehrere Male, zudem sorgen eingestreute Solo-Passagen der Gitarren, sowie Tempo-Wechsel für eine konstant spannende Stimmung innerhalb des Liedes. Der schnelle, aber majestätische Black Metal, der hier zelebriert wird, ist einmal mehr vom finnischen Stil geprägt und erinnert nicht nur einmal an gute ältere Sachen von SATANIC WARMASTER, sondern gerade in den Passagen mit Keyboard auch an MOONCITADEL. Diese Atmosphären lassen mich aber auch an die ebenfalls deutsche Horde SARKRISTA denken, die mit ihrem zweiten Album Summoners of the Serpents Wrath einen meiner Meinung nach, zeitlosen Klassiker geschaffen haben.
Insgesamt passiert in diesem Stück mehr als auf so manch' einem Album und das lässt bei einem einmal mehr das Gefühl aufkommen, dass man hier etwas ganz Besonderem beiwohnt, was leider viel zu schnell vergeht.

Fazit:
Klasse Split, auf der beide Bands wirklich hervorragendes Material präsentieren. Zwei Horden, die aufzeigen, dass auch anno 2019 Black Metal mehr als nur Musik sein kann, sondern viel mehr ein Gefühl - pure Emotion und dunkle Energie, die in der Lage ist, unser Innerstes, unseren Geist anzuregen. Einzig die Art der Aufmachung (Stichwort Hülle) stellt in meinen Augen einen negativen Punkt dar. Ich mag diese Klapphüllen einfach nicht.
Die Platte gibt es sowohl über Sol Records, wie auch über Deviant Records für 8,- Euronnen. Darüber hinaus kann ich jedem nur empfehlen, sich das letzte SHROUD OF SATAN-Album auf LP mit zu bestellen, wer es noch nicht besitzen sollte!

Großartige Schwarzmetall-Tonkunst, die hier von beiden Horden zum besten gegeben wird. Eine der intensivsten Splits, die ich dieses Jahr vernommen habe. Mehr als lohnenswert!


Darbietungen:
Norns - Black Mist
Shroud of Satan - Leviathan Arisen

Laufzeit: ca. 10 Minuten




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