Sonntag, 30. Dezember 2018

Review: Peste Umbrarum - Night Shines Eternal (CD, Eigenproduktion - 2018)

Zum Abschluss des Jahres möchte ich mich mit dieser Rezension noch einmal einem wahren Hammer aus dem Underground der USA widmen. Mit Night Shines Eternal präsentiert das infernalische Quartett PESTE UMBRARUM ihre erste Demo-Präsentation, welche zudem komplett in Eigenregie entstand.

Warum man sich dieses Kleinod US-amerikanischen Schwarzmetalls nicht entgehen lassen sollte, lest ihr nun im folgenden...


Doch bevor ich mich nun ganz der musikalischen Seite der Horde widme, möchte ich noch ein paar Zeilen zu den Hintergründen schreiben: Gegründet wurde PESTE UMBRARUM bereits 2017 und besteht seit jeher aus den vier Individuen Cäassimolär am Gesang, Lord Andross am Bass und an den Tasten, Grond Nefarious am Schlagwerk (beide sind auch in PANZERGOD aktiv, Letztgenannter war zudem Teil der inzwischen aufgelösten Horde BLUT DER NACHT, zu deren MCD sich >>hier<< eine Besprechung finden lässt) und Tenebrion, der für die Gitarren verantwortlich zeichnet.

Die erste Veröffentlichung der Herren kommt sowohl in digitaler Version daher, als auch in zwei verschiedenen CD-Editionen. Zum einen in einer transparenten Blu-ray Hülle mit einem Sticker und zum anderen in einem Digipak. Beide physischen Editionen sind streng limitiert. Geboten werden vier Lieder, die auf eine Gesamtlaufzeit von gut 32 Minuten kommen, was dem Ganzen schon beinahe den Charakter eines Mini-Albums gibt - vor allem auch, wenn man die hohe Qualität der Produktion und der instrumentalen Darbietung bedenkt, die alles andere als Demo-Niveau sind.

So beginnt das Werk auch gleich mit dem knapp 9-minütigen Titel gebenden Stück 'Night Shines Eternal', welches mich in seiner intensiven, rauen und wilden Präsentation spontan an Sachen von JUDAS ISCARIOT erinnerte - ein Eindruck, der sich im Verlauf dieser CD noch weiter manifestieren sollte. Doch hier von einem bloßen Klon zu sprechen, wird PESTE UMBRARUM in keinster Weise gerecht, da es die Herren durchaus verstehen, eigene Akzente zu setzen. Der Pfad, auf welchem die Mannen schreiten, ist zwar unverkennbar jener der alten Schule, doch zeigt sich die Horde äußerst "spielfreudig" (was gerade in den Gitarren zum tragen kommt) und sehr authentisch. Sie verstehen ihr Handwerk und scheinen auch zu wissen, was sie tun... und das überzeugt auf ganzer Linie. So bietet man dem geneigten Hörer zwar einerseits klassischen Black Metal, der sich wie gesagt an Vertreter der 90er Jahre, vor allem aus Amiland orientiert, wartet aber auch mit dichten Atmosphären und fast schon bedrückenden Spannungsbögen auf, die das Geschehen abwechslungsreich und doch traditionell halten - eine Mixtur, an der sich immer wieder Bands versuchen, an der die meisten jedoch letztlich kläglich scheitern. 'Umbrae de Gallows Dolor' ist so ein Beispiel für das Wechselspiel der Emotionen: zum einen beginnt das Stück sehr mystisch und okkult, trägt im Verlauf sehr viel Trauer und Melancholie in sich, zeigt aber gerade im letzten Teil seine scharfen Reißzähne, die unbarmherzig in das Fleisch gerammt werden. 'Dead to World' enthält dann sogar einige leichte Anleihen an den klassischen Death Metal. Dieser Song stellt eigentlich auch die schnellste Nummer der Demo dar und ist mit knapp fünf Minuten auch die kürzeste. Mit 'Across Seas of Sorrow and Time' erklingt dann auch schon der letzte Beitrag der CD. Einem etwa 3-minütigen einleitenden Teil mit Keyboard und atmosphärischen Geräuschen folgt ein sich langsam, aber stetig steigender Black Metal-Sturm, der eine eiskalte und getragene Atmosphäre in sich birgt und von erhabener Finsternis erfüllt ist. Nach 10 Minuten endet das letzte Stück dann relativ abrupt und lässt den Hörer mit einem Gefühl der Verlassenheit zurück. Definitiv wurde hiermit noch nicht alles zu Ende erzählt...

Fazit:
Mit Night Shines Eternal haben die vier Amis von PESTE UMBRARUM ein sehr authentisches Schwarzmetall-Werk veröffentlicht, welches eine perfekte Symbiose aus Tradition, Atmosphäre und räudiger Wildheit darstellt. Man merkt der Musik zu jeder Zeit die Überzeugung an und das Herzblut, mit welchem die einzelnen Stücke vorgetragen werden. Über das Bandcamp-Profil der Horde kann man sowohl die digitale Version, als auch die Digipak-CD erwerben, für jeweils 5,- bzw. 6,- USD (allerdings käme hier noch P&V hinzu, was die Sache für Interessenten aus Europa doch wieder etwas unattraktiv macht).

Authentischer Schwarzmetall der alten Schule mit großartigen Emotionen, eisigen Atmosphären und finsterer Erhabenheit. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Night Shines Eternal
02. Umbrae de Gallows Dolor
03. Dead to World
04. Across Seas of Sorrow and Time

Laufzeit: ca. 32 Minuten




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