Mittwoch, 27. Juni 2018

Review: Sarkrista - Under Sentence Of Death (EP, Purity Through Fire - 2018)

Eine neue EP erschien jüngst aus dem Hause SARKRISTA, einer der meiner Meinung nach intensivsten Schwarzmetall-Kapellen aus Deutschen Landen dieser Zeit. Ihr neuester Streich hört auf den Namen Under Sentence Of Death und hält zwei Lieder bereit. Das Ganze wurde einmal mehr unter dem Banner von Purity Through Fire realisiert, welche ja bereits die beiden Alben, sowie die MLP The Evil Incarnate und die Vinyl-Auflage der Split mit den Finnen SIELUNVIHOLLINEN veröffentlichten.






Bevor ich mich aber direkt der Musik widme, möchte ich für diejenigen, die mit dieser Horde noch absolut nichts anfangen können, einen kurzen Einblick in das bisherige Schaffen von SARKRISTA geben. Das Quartett aus Schleswig-Holstein um Hass-Prediger Revenant formierte sich im Jahr 2011 und veröffentlichte zwei Jahre später ihr erstes Album The Acheronian Worship, welches bereits schon viele prägende Elemente ihres Stils enthielt, den sie mit der Zeit noch weiter ausarbeiten sollten. So war dieses durch und durch okkulte und luziferische Werk noch wesentlich räudiger in seiner Machart, was aber auch gerade den Reiz ausmachte. Auch dass sich SARKRISTA in ihrem Schaffen ganz offenbar am finnischen Black Metal orientierten, war kein großes Geheimnis. Die Texte waren dort schon durchzogen von satanischer Philosophie, anti-kosmischen Lehren und rituellen Stimmungen. Eine (recht kurze) Besprechung zu diesem Werk lässt sich >>hier<< finden. Es sei noch erwähnt, dass zunächst eine CD-Auflage von Misanthropic Art Productions erschien, erst 2014 folgte dann die Auswertung aus Schallplatte.

Im Jahr 2014 folgten dann noch die beiden Splits mit SIELUNVIHOLLINEN (die LP erschien im Jahr 2017), sowie mit UNHUMAN DISEASE aus Amiland (Titel: Those Who Preach Perdition), jeweils auf CD.

2015 brachte dann in meinen Augen die bisher schwächste Veröffentlichung der Horde hervor: The Evil Incarnate stellte für mich eine ziemliche Enttäuschung dar, gerade wenn man das großartige Debüt als Referenz heranzog. Dieser MLP folgte einige Monate später dann noch eine weitere Split-Veröffentlichung mit den Griechen von SAD mit dem Namen Fury of the Doomsday Apostles (die Besprechungen zu beiden Werken lassen sich >>hier<< und >>hier<< nachlesen).

Zwei Jahre später, 2017 erschien dann endlich das von vielen bereits sehnsüchtig erwartete zweite Album Summoners of the Serpents Wrath und wer bis dahin noch Zweifel hatte, ob es sich bei dieser Band vielleicht nur um eine Eintagsfliege handelt, der wurde hier eines Besseren belehrt. Ein großes Werk der schwarzen Künste und in meinen Augen definitiv eines der besten heimischen Alben des letzten Jahres gewesen, welches ich in meinem Jahresrückblick dann auch direkt in die Top3 mit aufnahm. Die Rezension gibt es >>hier<< zu lesen.

Nun folgt also mit Under The Sentence Of Death die brandneue zwei Lieder umfassende EP, welche schon allein durch ihre morbide Aufmachung ins Auge sticht. Der Todesengel erhebt sich über einem Heer aus untoten Tempelrittern, im Hintergrund sind Berge zu sehen, viel Nebel und Räucherwerk. Das Logo und der Titel sind in einem blassen Rotton gehalten, der an getrocknetes Blut denken lässt, was auch gar nicht einmal verkehrt ist - so stehen beide im deutlicheren Kontrast zu den schwarz/weiß/grau-Tönen des Covers. Für das Artwork zeigt sich Vhan Artworks & Printing verantwortlich.

Die A-Seite und damit die ersten rund sechs Minuten gehören dem Titel gebenden Stück, welches bereits mit seinem gezogenen instrumentalen Part am Anfang sehr zu gefallen weiß und sowohl das nötige Maß an Aggressivität wie auch an Atmosphäre offenbart. Nach einer Minute erklingt dann keifende Schreigesang von Revenant, gleichzeitig nehmen die Instrumente ordentlich an Fahrt auf - aber keine Sorge, stupides Gebolzte wird hier nicht geboten, eher werden die schnellen und erhabenen Passagen immer wieder durch kurze akustische Einspieler oder hymnische Tempowechsel etwas aufgelockert. Im Mittelteil wird dann noch einmal ein wahrer Sturm entfacht, der komplett ohne Gesang auskommt. "Under Sentence of Death - Darkness shall rise!/(...)/Under Sentence of Death - Silence remains!". Es ist direkt schade, dass hier kein Textblatt beigelegt wurde.

Die B-Seite indes ist dem Lied As Mountains Disappeared in Fog gewidmet, welches gleich zu Beginn ordentlich loslegt, es im Verlauf aber etwas ruhiger anklingen lässt. So lassen sich hier sogar eine Handvoll recht harmonischer Passagen ausmachen, was im Kontext zu dem Titel, der offenbar Bezug auf die Natur nimmt auch durchaus akzeptabel ist, gleichzeitig zeigt es auch, dass SARKRISTA ihre Art des Black Metal nicht einfach nur der Erfüllung irgendwelcher Klischees wegen zelebrieren, sondern es für sie einer dunklen Prozession gleicht. Einer Zelebrierung, die auch eine gewisse Weiterentwicklung und Verfeinerung ihres sehr eigenen Stils zulässt.

Fazit:
SARKRISTA schaffen es erneut, mich positiv zu überraschen. Nach diesem Überwerk, welches das letzte Album in meinen Augen einfach nur darstellte, habe ich nicht gedacht, dass eine so zeitige Veröffentlichung der Horde mich noch einmal so umhauen könnte - aber unverhofft kommt bekanntlich gut. Ich bin gespannt, womit uns diese Band in nächster Zeit noch überraschen wird. Die 7'' EP erschien in zwei Varianten: einmal als schwarze Platte und einmal in schwarz mit rotem Splatter-Muster (die ersten 100 Stück). Die ersten 100 sind bereits weg, die reguläre Ausgabe ist aber noch erhältlich. Für einen Preis von 7,- Euronnen könnt ihr euch euer Exemplar im Shop von Purity Through Fire sichern. Als Video-Anhang lässt sich das offizielle Song-Video von Purity Through Fire finden.

Deutscher Schwarzmetall zwischen satanischer Tradition, hymnischer Atmosphäre und dunkler Erhabenheit. Absolute Empfehlung!


Darbietungen:
A. Under Sentence of Death
B. As Mountains Disappeared in Fog

Laufzeit: ca. 12 Minuten




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