Donnerstag, 3. Mai 2018

Kombi-Review: Elfsgedroch - Dwalend bij Nacht en Ontij & Burchten van't Hooghe Noorden (MLP / EP, Diaphora Produktion - 2018)

Anlässlich des Erscheinens der beiden neuen Werke aus der Feder des niederländischen Projekts ELFSGEDROCH, bestehend aus der MLP "Dwalend bij Nacht en Ontij" sowie der EP "Burchten van't Hooghe Noorden" möchte ich die Gelegenheit zu einer Kombi-Rezension nutzen. Für beide Werke übernahm abermals die deutsche Tonschmiede Diaphora Produktion die gewohnt sorgfältige Betreuung. Jenes Label veröffentlichte anno 2017 bereits das Voll-Album "Op den beenderen van onze voorvaderen" auf Schallplatte, welches dann auch direkt Einzug in meinem Jahresrückblick erhielt.



Beginnen wir mit dem bereits sehnlichst erwarteten Mini-Album "Dwalend bij Nacht en Ontij", welches ich eigentlich schon wesentlich früher besprechen wollte, da mir das Werk in einer frühen Phase mit nicht-finalem Mix vorlag. Doch irgendwie fehlte mir in letzter Zeit doch ein wenig die Ruhe dafür, und die Idee, einmal wieder eine Nostalgie-Review zu machen, hatte bei mir dann doch Priorität. Doch jetzt, wo mir die fertige Platte mit dem gesamten Artwork vorliegt, erhält eine Besprechung noch einmal eine ganz andere Gewichtung und ich kann mehr als bloß die Musik mit einfließen lassen.




Bevor ich nun jedoch auf die Titel eingehe, möchte ich mein Augenmerk zunächst auf die - zugegebener Maßen - großartige Aufmachung der MLP richten. Das Ganze ist farblich wieder in einem beigen bis gräulichen Grundton gehalten, Auf der Front befindet sich das aus der Vorab-Rezension bereits bekannte Motiv mit dem Logo, welches mit der Unterseite das Motiv überlappt. Unter dem prachtvollen Motiv lässt sich in einer schönen Fraktur der Titel finden. Die Innenseiten des Gatefold halten dann zwei stimmungsvolle Malereien bereit, sowie die Texte zu den fünf Liedern. Auf der Rückseite lassen sich dann noch einmal die Titel sowie kurze Informationen zum Werk finden, genau wie das Label-Logo. Die Platte selbst kommt wahlweise in einem transparenten meeresblau oder in weiß (wie die Gischt) daher - beide Editionen enthalten darüber hinaus noch ein Poster.

Eine frühe Preview zu dem ersten Titel des Mini-Albums mit Namen De broedermoordvloek, der mir bereits in einer vorläufigen Version vorlag lässt sich >>hier<< nachlesen. Es ist festzuhalten, dass mir zu dem Zeitpunkt noch keine Texte zur Verfügung standen, sich mein Interpretationsversuch des Inhalts aber gar nicht einmal als so abwegig erwies. In der endgültigen Aufnahme klingen die Gitarren noch einmal etwas heller und gerade auch das Schlagzeug ist in dem Mix besser herauszuhören. So kann sich die wahre Wirkung dieses Stroms an Emotionen nochmals wahrhaftiger entfalten. Es zeigt sich hier ein beinahe episches Stück, voller Detailverliebtheit und dramaturgischen Höhepunkten. Eine Ode an die Nordsee, die so vielen Seefahrern den Tod brachte. "De vloeibare dood grijpt om zich heen/Alles is verloren" und "Niemand kan de zee stoppen/Wanneer zij komt/Wanneeer zij je komt halen//Ook niet/De Meeuwenkoningin/Met haar kroon van duindoorn". In all' ihrer Anmut und prachtvollen Schönheit bleibt sie doch immer wild und rau, gar von grimmiger Gestalt und den Tod bringend.

Das zweite Stück der Platte, Het duivelsvuur van Schiermonnikoog (Das Teufelsfeuer von Schiermonnikoog), basiert auf einer alten lokalen Legende der Insel Schiermonnikoog, der Insel der grauen Mönche, wie sie ins Deutsche übersetzt heißt. In dieser wird von einem Mann namens Sjoerd Murks erzählt, der mit seiner Familie auf einer kleinen Farm und dort von der Viehhaltung und -zucht lebte. In den rauen Wintern brachte er sein Vieh über das Watt auf das Festland in die Obhut der Mönche. Eines nebeligen Tages klopfte es an seiner Tür und vor ihm standen zwei Dänen, die ihm Vieh abkaufen wollten ("Door mist en nevel/Gloeiende, zielen vretende duurzee/Gekerm, gehuil, gekrijs, geknetter/Voorgoed verloren"). Nach langem Zögern ließ er sich dazu hinreißen, durch das Watt zu marschieren und ein Rind für sie zu holen. Die Aussicht auf viel Geld machte ihn jedoch blind gegenüber den Absichten, welche die Beiden wirklich hegten ("Misleid, ontgoocheld/Duistere krachten, dwingend/Stuurde Sjoerd Murks over't wad/Gulzig bloeddorstige lokroep van het kwaad") - denn als er wiederkehrte, erblickte er schon von Weitem, dass seine Behausung in Flammen stand. Seine Frau wurde geschändet, entehrt, getötet und dann mit der Farm verbrannt ("Tussen gloeiende balken, half verkoold/Kokend bloed, hongerig duivelsvuur/Zijn wederhelft verkracht, vermoord, verbrand/Woeste vlammen dansen de doodsdans").

Seinen Sohn jedoch nahmen sie mit auf ihren Kahn, was Sjoerd dazu veranlasste, durch die aufkommende Flut zu schwimmen - nur um zu erkennen, dass sein Sohn aufgeknüpft an einem Strick baumelte ("Wanhopig slaan armen zich door gitzwarte golven/Wraakgevoelens overwinnen de ijselijke kou/Woest kolkt het water, wreed snijdt de wind/Zijn zoon!Zijn zoon!//Het gekraakte lichaam van Ulbe/Bungelend aan de ra/Gekrijs, gehuil, geruis, gesuis/Verstikkende stilte, alles verstomd"). Ohnmacht überfiel ihn und er erwachte schließlich am Strand in den Armen seiner Tochter. Der Kahn der Dänen jedoch war spurlos verschwunden. Fortan ward er nicht mehr derselbe, seine Tochter gab er weg und er baute sich eine Hütte, um isoliert von der Außenwelt sich dunklen Mächten zu widmen ("'s Nachts wanneer de wind huilt/En de zee zijn wilde golven laat dreunen/Duistere woorden, nachtmerrie der christenmens/Brandend wrakhout verstoort de duisternis"). Des Nachts zog er mit einem gehörnten Rind aus, hing ihm eine Sturmlaterne an eines der Hörner und peitschte es durch die Dünen. Durch das Teufelslicht wurden viele Schiffe von ihrem sicheren Kurs abgebracht und mussten sich ihrer tödlichen Gewissheit ergeben. Sjoerd beraubte die gestrandeten Schiffe unter teuflischem Gelächter um ihre Reichtümer ("Het beest ontgrendeld, de stormlantaarn/Demonische flikkeringen dansen over de duinvallei/Onwetende schepen, gelokt door de dood/Een duivels gelach, een duivels vuur"). Als seine inzwischen verlobte Tochter zurückkehrt, wird sie seiner Taten gewahr. Und so kam es, dass ihr Liebster das "Teufelslicht" mit schwerem Stein erschlug. Als sie mit ihrem Vater an die Stelle kam, erblickten sie jedoch nur den Kahn der Dänen, den sie von Windgeheul und Geschrei begleitet, durch die Dünen segeln sehen konnten. An die Stelle, an der sie standen, wurde die Leiche eines Jungen angespült - es war Ulbe, der zuvor verlorengegangene Sohn ("Jaren verstrijken, tot het onvermijdelijke/Ulbe zal wederkeren/Dreunend gedruis van het wrede water/Loeiende wind, gekraak, geschrei/De zoon is thuis gekommen!/Levenloos/Dood"). Und so konnte auch seine Seele Frieden finden.

Der letzte Teil der Geschichte wurde im Text ausgespart, so ergibt sich in der Geschichte von ELFSGEDROCH kein versöhnliches Ende, im Gegenteil steht hier am Ende nur das Leid und der Tod. Wahrlich eine Geschichte, die würdig ist, in einen erhabenen Black Metal-Song verpackt zu werden. So beginnen die Instrumente hier auch ziemlich räudig und ungestüm, durch die akustischen Gitarren, die neben diesem Sturm gepeitschten Schwarzmetall-Gewitter ebenfalls Verwendung finden, entsteht hier eine sonderbare Mystik, die gleichsam erhaben und episch, aber auch durch und durch melancholisch und zutiefst traurig anmutet.

De Armemanskisten behandelt eine weitere Volkssage aus der niederländischen Küstenregion. Dieses Mal stammt diese von der Insel Terschelling. Diese erzählt von einer Prinzessin, die einst auf Wester-Schelling lebte. Durch ihre tragische Familiengeschichte, war sie anders als Adelige, dem Volk sehr nahe, kümmerte sich um Verletzte und Kranke, gewährte ihnen Bleibe und Versorgung. Eines Tages kenterte ein Schiffs und viele Leichen wurden an den Strand der Insel gespült ("Een schip gegrepen/Door lauwen van de dood/Verankert/Op de Schellinger gronden/Woilend, steeds dieper/Verzwolgen door het zand/De zee verzwelgt haar prooi" und "Hen wacht de ondergang/De wrede verdrinkingsdood/Honderden lijken/Kapot geslagen ov de kust"). Da weder Geld für eine vernünftige Beisetzung, noch Platz auf dem örtlichen Friedhof vorhanden war, ließ sie die Leichname der Schiffbrüchigen zur Burg bringen, in einfachen Holzkisten beisetzen und anschließend die Grabstätte fluten.

Dieser Akt des Mitgefühls wird bei ELFSGEDROCH jedoch in ein morbides Gegenteil verkehrt.. So erinnert der Text in seinem Verlauf sogar ein wenig an BURZUM's Überwerk A Lost Forgotten Sad Spirit. Zeilen wie "Voor jeder een kist/Begraven in de koude grond/Hier, bij de Dodemanskisten/De Armemanskisten/Dwalende zielen/Wanneer de nacht het donerst is/Rusteloze zielen/Rottend vlees in de duisternis/Vorer voor de maden" zeugen von diesem morbiden, ELFSGEDROCH innewohnenden Touch, und lassen gleichzeitig die Trostlosigkeit erkennen, die dieser Situation anhaftet. "Uit het zicht verbannen/Maar niet vergeten/De drooggelopen geulen/Ondergelopen met gitzwart water/Boze geesten/Dwalen/Wanneer de nacht het donkerst is". Genau wie der Text, so erschallt auch die Musik zunächst etwas gediegener, hält sich im getragenen Midtempo, bei dem auch sehr viel Melancholie mitschwingt.

Zur Mitte hin erfährt das Lied dann einen Stimmungswechsel, die Instrumente nehmen an Fahrt auf, das Schlagzeug gleicht einem peitschenden Wind, die Gitarren zaubern einen stolzen Melodiebogen auf den anderen, bis in der fünften Minute dann mit einem kurzen Zwischenspiel des Schlagzeugs abermals ein Wechsel stattfindet: Hier wandelt sich das Treiben endgültig in einen treibenden Black Metal-Song, der zum Ende hin gar noch eine eiskalte Solo-Passage im Gitarrenspiel bietet, bevor er unverhofft endet, was dann wieder einen weiteren Vergleich mit den alten Werken von BURZUM zuließe.

Das vorletzte Stück Rixt deel 1: Het dansende duivelslicht van dood en verderf, stellt den ersten von zwei Akten dar, welche sich in textlicher Hinsicht mit der Erzählung um Rixt van het Oerd (Ritskemooi), die auf der Insel Ameland gelebt haben soll, auseinandersetzen. Sie lebte nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem Sohn Sjoerd zusammen und lebte von den Erzeugnissen ihrer Kuh und angetriebenem Strandgut ("Bij krijsende meeuwen en sikkelduinen/Wandelend in de nooit kalme wind/Sinistere vissersweduwe omringt met de dood/Verlaten, verloren"). Sjoerd wurde erwachsen und verließ Ameland, um sich der Seefahrt zu widmen. Als das Strandgut rarer wurde, erdachte sie in ihrer Verzweiflung einen teuflischen Plan: In einer dunklen und von Sturm gepeitschten Nacht nahm sie eine Sturmlaterne und band sie zwischen die Hörner ihrer Kuh ("Roetzwarte nachten van ijselijke stormwinden/Reddeloze ondergang van nietige schepen/Jammerlijk rondzwalkend langs de hachelijke kust/Luid gillend, duivelse krachten//Wraak op de verdorven mensheid/De lantaarn zwenkt aan de hoorns van het beest") und trieb sie auf die höchste Düne, in der Hoffnung ein armseliges Schiff zum Kentern zu bringen.

Nachdem tatsächlich ein Schiff auf eine Seebank auflief, kenterte und in der Brandung zerbarst, machte sie sich daran, die Wertsachen aufzusuchen ("De golven verzwelgen en spuwen hun prooi, zo fier/Gezwollen lichamen stranden, gekastijd door zeewier"). In einem toten Seemann erblickte sie jedoch: Ihren Sohn. Daraufhin verschwand sie spurlos ("Begerige vingers verstijven in gruwel/Het licht is gedoofd in haar enige zoon/"Barmhartige golf. O, neem mij mee!"/"Ver, ver, in de diepe zee!"").

Sehr passend scheint auch hier, wie schon beim zweiten Lied die Illustration des Todes, der einen gehörnten Stab hält, an dem eine Sturmlaterne baumelt. Der Song an sich ist der längste Beitrag der MLP und präsentiert sich wieder sehr erhaben bis episch, jedoch nicht ohne eine gewisse Traurigkeit aufschwingen zu lassen, die in jeder einzelnen Note spürbar wird. Ein tiefes Empfinden, was die Verzweiflung und den Schmerz dieser Geschichte zum Ausdruck bringt.

Auch hier halten die bereits genutzten Stilmittel wie Tempo- und Stimmungswechsel Einzug und halten das Geschehen durchweg interessant und konstant auf hohem Niveau. Die Ameländer Legende besagt, dass man auch heute noch den ruhelosen, rachelüsternen Geist der alten Rixt über die Oerder Dünenlandschaft heulen hören und ihr Wehklagen vernehmen kann, womit ich beim letzten Lied Rixt deel 2: Geweeklaag der Helleveeg angekommen wäre. Endete der letzte Song noch mit den Zeilen "Weeklagend geschrei ontsiert de duinvallei/Schim onder een knoestige oude vlier/Boosaardige ziel, verankerd in wraak", so setzt dieser direkt hier an. Instrumental gesehen deutlich an BURZUM zu Zeiten von Filosofem angelehnt, entfaltet sich hier eine äußerst düstere, spirituelle Atmosphäre, die einer klassischen Spukgeschichte alle Ehre macht. "Dorstig naar verderf, hunkerend naar wraak/Vannit de duisternis wacht een eeuwenoud kwaad//Sjoerd!/Sjoerd!/Sjoerd!"

Und auf ewig wird ihre ruhelose Seele wandeln...

Fazit:
Was für ein monumentales Werk! Alles, was ich von "Dwalend bij Nacht en Ontij" zu erhoffen gewagt habe, hat sich doch wahrhaftig erfüllt. Jedes Lied für sich ist eine mythische Reise in die düsteren Geheimnisse längst vergangener und vergessener Zeiten. Eine Odyssee in dunkle Gewässer zu nebelverhangenen Eilanden, welche tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt und von der es kein Zurück gibt. Es ist schwerlich zu glauben, aber mit diesem meisterhaften Gesamtkunstwerk haben sich ELFSGEDROCH doch noch einmal selbst übertroffen. Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es die Platte in zwei Editionen, einmal in weiß und einmal in blau, jeweils mit Poster, im Gatefold mit Illustrationen und allen Texten. Bestellungen sind direkt an Diaphora Produktion oder auch direkt an die Band, welche das Werk über ihre Präsenz auf Bandcamp auch in digitaler Form zur Verfügung stellen, zu entrichten.

Atmosphärischer Black Metal mit hohem Anspruch. Ein Meisterwerk, in welches man definitiv Zeit investieren sollte, denn es mal eben schnell abzuhandeln oder nebenbei laufen zu lassen, würde ihm in keinster Weise gerecht werden! Uneingeschränkte Empfehlung meinerseits!


Darbietungen:
01. De broedermoordvloek
02. Het duivelsvuur van Schiermonnikoog
03. De Armemanskisten
04. Rixt deel 1: Het dansende duivelslicht van dood en verderf
05. Rixt deel 2: Geweeklaag der Helleveeg

Laufzeit: ca. 44 Minuten






Mit "Burchten van't Hooghe Noorden" möchte ich mich nun dem anderen Werk aus dem Hause ELFSGEDROCH widmen, welches parallel zur MLP veröffentlicht wurde. Der Titel bedeutet ins Deutsche übersetzt in etwa so viel wie Festungen des hohen Nordens und thematisieren die Groninger Borgen - prunkvolle Landhäuser der früheren Groninger Junker. Die 7'' EP beinhaltet dabei zwei Lieder, die von ihrer Musik her recht unterschiedlich sind, und vielleicht auch deshalb dafür Sorge tragen, dass diese EP alles andere als überflüssig ist....





Die Aufmachung zeigt sich einmal mehr sehr künstlerisch. Der gräulich-beige Grundton wurde auch hier beibehalten, das Gemälde auf der Frontseite zeigt ein paar Farbnuancen und ist wirklich sehr schön anzusehen. So wie man von den Geschichten H. P. Lovecraft's sagt, dass sie stets eine düstere und schleichend-bedrohliche Atmosphäre haben, so kann man das auch getrost von diesem Bildnis behaupten.

Auf der Platte wird dann gewahr, was sich unter der Oberfläche des Gewässers verbirgt, sowohl in visueller als auch in musikalischer Hinsicht. Geschichte wird oft genug mit Blut geschrieben, und auch der Text zu Een Tombe van pracht en praal zeugt davon. Ob auch dieser von einer lokalen Sage inspiriert wurde, vermag ich nicht zu sagen, da ich im Zuge meiner Recherchen zu diesem  keinerlei Informationen gefunden habe. Das Lied wird vornehmlich in einer schnelleren Gangart präsentiert, der zelebrierte Schwarzmetall ist dabei aber immer noch im getragenen Midtempo anzusiedeln. Ebenso fehlen hier natürlich auch die bewährten Stilmittel der Band nicht, und so gibt es einige atmosphärische Akustik-Passagen, genau wie auch Gitarrensoli oder passende Tempowechsel, zur Mitte hin gibt es gar einen wahrhaften emotionalen Ausbruch. Auch scheint es sich hier um ein Lied zu handeln, in dem ELFSGEDROCH einen Kehrreim verwenden.

Verworden tot Wierdeschim besitzt eine treibende Melodieführung, die sich mit epischen, aber auch grimmigen Passagen die Waage hält, inklusive des Einsatzes von Samples. Leider liegen mir auch hier keine Texte vor (die zu Een Tombe van pracht en praal lassen sich aber beispielsweise auf metal-archives.com nachlesen), was mich zu dem einzigen wirklichen Wermutstropfen dieser Veröffentlichung kommen lässt: Dem fehlen eines Beiblatts mit näheren Informationen zu dieser Platte oder den Texten - ist man es doch sonst von ELFSGEDROCH gewohnt, während des Hörens ihrer Werke gleichzeitig auch in ihren Texten zu versinken.

Fazit:
Auch die parallel zur MLP erschienene EP vermag es, zu überzeugen. Die Platte kommt übrigens in einem blassen lila mit einem knochenweiß, was beides sehr gut zur Thematik der Veröffentlichung passt und auch verschiedene Elemente des Artworks aufgreift. Limitiert ist das Ganze auf 300 Exemplare, allerdings auch nicht sichtbar limitiert. An der einfachen Hülle kann man im Übrigen auch erkennen, dass die Veröffentlichung schon etwas länger geplant war, denn unter dem Diaphora Logo prangt eine "2017". Aber das nur als kleine Randnotiz, denn die mitunter ausufernden Produktionszeiten in den Presswerken zu Zeiten, in denen Vinyl wieder voll im Trend liegt, sind ja hinlänglich bekannt. Traurig nur, dass die Genres, deren die eigentliche Ehre gebühren würde, da es ihnen allein zu verdanken ist, dass dieses Medium nicht schon längst ausgestorben ist, immer wieder durch längere Produktionszeiten und Verzögerungen abgestraft werden (aber das ist nun eine ganz andere Geschichte - Anm.). Zwecks einer Bestellung wendet euch am besten an die Kontakte zu Diaphora oder ELFSGEDROCH, die ich bereits weiter oben angefügt habe. Anbei noch das Video zu Een Tombe van pracht en praal vom offiziellen ELFSGEDROCH-YouTube als Einbettung.

Eine nicht minder atmosphärische EP, die der MLP in Sachen Intensität in nichts nachsteht. Hier ist es wirklich schade um das fehlende Beiblatt. Trotzdem sollte man sich auch diese 7'' nicht entgehen lassen und am besten im Einklang mit der MLP genießen.


Darbietungen:
01. Verworden tot Wierdeschim
02. Een Tombe van pracht en praal

Laufzeit: ca. 12 Minuten




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