Mittwoch, 18. April 2018

Vorab-Review: Sial - Destinasi Terakhir (CD, Wolfmond Production - 2018)

Bei SIAL handelt es sich um ein Duo aus Malaysia, welches sich dem atmosphärischen Depressive Black Metal verschworen hat. Gut, jetzt nicht unbedingt mein Steckenpferd, aber bekanntlich gibt es ja auch immer mal wieder Lichtblicke unter diesen ganzen nichtssagenden Durchschnitts-Bands, bei denen das Hören weniger mit emotionalen Abgründen zu tun hat und die Depression höchstens beim lauschen dieser Kakophonien  entsteht. Zu welcher Gattung sich das, inzwischen aufgelöste Projekt zählen darf, lest ihr nun in folgenden Zeilen...




Gegründet hat sich die Band irgendwann im auslaufenden Jahr 2013 gegründet. Ein Jahr später erschien dann die erste Demo "Mati", welche drei Songs enthielt und als CDr in einer Auflage von 15 Stück veröffentlicht wurde. Diesem folgte dann noch eine EP namens "Nyawa", die als CD in DVD-Case unter dem Banner von Winterwolf Records, welches sich ebenfalls bereits aufgelöst hat, unter's Volk gebracht wurde. Darauf folgten im gleichen Jahr noch zwei Splits, sowie zwei weitere Demos (u.a. "Mati II"). Das Wirklich-Alles-Veröffentlicher-Label Cvlminis stemmte dann 2015 die Kompilation "Emosi Depresi" in Pro-CDr-Format und in einer lächerlichen Auflage von 20 Exemplaren. Diese umfasste beide Teile von "Mati", sowie eine der beiden Splits und die "Nyawa" EP. Kurz darauf veröffentlichte dann Wolfmond Production das erste Voll-Album der Band, welches auf den Namen "Lahir, Hidup dan Mati" (in etwa so viel wie "Geburt, Leben und Tod") getauft wurde. Zu der Musik kann ich nichts sagen, da mir bis zu dem aktuellen Werk nichts von den Herren bekannt war. Im Jahr 2016 brachte man dann noch eine Split heraus, wie auch 2017 eine 3er-Split. Schließlich folgten in diesem Jahr noch eine weitere Kompilation und hier vorliegende letzte EP "Destinasi Terakhir", bevor man sich endgültig auflöste und was mich nun auch zur eigentlichen Rezension bringt.

Der Titel könnte dem Anlass nicht passender gewählt sein, bedeutet er ins Deutsche übersetzt doch in etwa so viel wie "Letztes Ziel". "Badi" legt dann auch gleich ordentlich vor, und macht deutlich, dass es sich bei diesem Gespann, um keine inhaltslose Bande von Möchtegern-Emos handelt, die versuchen, irgendwie Black Metal zu zelebrieren, bzw. das, was sie in ihrem schwulen Treiben dafür halten mögen. Die instrumentale Darbietung hat etwas wirklich Melancholisches und gleichzeitig Erhabenes an sich und auch der Gesang passt, das man hier jetzt aber keine Hochglanz-Produktion erwarten sollte, liegt auf der Hand. Ich werde auch das Gefühl nicht los, im letzten Viertel so etwas wie Flötenspiele heraus zu hören. "Emosi Depresi" orientiert sich nach dem anfänglichen Sample und der Dark Ambient-Kollage dann aber doch leider etwas zu sehr an diesem DSBM-Einheitsbrei, was ich nach dem eigentlich guten Einstieg doch sehr schade finde. Da finde ich "Hanyut Bersama Mimpi" (so viel wie "Wandelnd durch den Traum") wieder um einiges interessanter. Hier wird minimalistischer Black Metal mit Dark Ambient geboten. Der Gesang ist düster gehalten, hat in Zügen gar eine wirklich authentische trauernde Aura inne. Beeindruckend, und umso mehr frage ich mich, was dann dieser peinliche zweite Song sollte. "Rindu Merintih Pergi" stellt ein ambientes Zwischenspiel dar, welches darüber hinaus noch etwas geflüsterten Gesang, bzw. gequältes Stöhnen beinhaltet. Mit "Sendiri Menyendiri" ("Allein und verlassen") präsentiert man dann noch ein Stück im Stil des ersten Beitrags, die Musik ist hier gar noch eine Spur wütender, gerade das Schlagzeug legt hier im weiteren Verlauf enorm zu und gleicht am Ende einem emotionalen Ausbruch. Leider kann dies der Gesang nicht so ganz halten. Auf "Ucapan Terakhir" ("Letzte Rede"), dem letzten Beitrag der CD, hört man die erste Minute zunächst einmal ein Sample, ich denke, dass die Aufnahme durchaus als echt betrachtet werden darf. Was folgt ist dann wieder ein getragener und melancholischer Atmospheric Depressive Black Metal.

Fazit:
Nun ja. SIAL bieten mit ihrer letzten EP nun kein wirkliches Highlight des Genres, zumal die Qualität der dargebotenen Lieder auch sehr schwankend ist. Wo die Band einerseits mehr als überzeugt, versagt sie andererseits leider auf ganzer Linie. Insgesamt betrachtet überwiegen aber die positiven Aspekte und dies führt immerhin dazu, dass sich das Ganze nicht vor älteren Sachen von beispielsweise NOCTURNAL DEPRESSION verstecken muss. Es erreicht jedoch auch nicht die Klasse aktueller Vertreter des Depressive Black Metal wie JOYLESS EUPHORIA oder THE DEPRESSICK. Das Album erscheint am heutigen Tag als Pro-CDr im Jewelcase, in einer Auflage von 50 Exemplaren und schlägt mit 5,- Euronnen zu Buche. Bestellungen gehen direkt an Wolfmond Production.

Solider Vertreter des DSBM. Anhänger dieses Subgenres dürfen hier getrost zugreifen, sollten jedoch auch nicht mit der Erwartung an ein Über-Werk an die Sache heran gehen.


Darbietungen:
01. Badi
02. Emosi Depresi
03. Hanyut Bersama Mimpi
04. Rindu Merintih Pergi
05. Sendiri Menyendiri
06. Ucapan Terakhir


Laufzeit: ca. 23 Minuten




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