Mittwoch, 20. Juni 2018

Review: Burkhartsvinter - Hohenkrähen (CD, Total Death Records - 2018)

Gute zwei Jahre nach ihrem Erstling Burkhartsmal, welchen ich damals auch einer ausführlichen Besprechung unterzog (zu finden >>hier<<) und den ich mit in meinen Jahresrückblick aufnahm, veröffentlichten die süd-deutschen Recken BURKHARTSVINTER mit Hohenkrähen jüngst ihr von vielen bereits sehnlichst erwartetes neues Werk. Bei diesem handelt es sich um ein gemeinschaftliches Projekt zwischen der Horde, Total Death Records, welcher die CD-Version veröffentlichte und Worship Tapes, welcher für die Kassetten-Fassung verantwortlich zeichnet. Die folgende Besprechung beruft sich auf die CD, welche leider das Tape-exklusive Zusatzlied vermissen lässt...


Zunächst einmal ein paar Eckdaten zur Horde. BURKHARTSVINTER wurde um das Jahr 2013 von Hellstone gegründet. Ursprünglich war BURKHARTSVINTER als Solo-Projekt konzipiert. Nach ersten Aufnahmen stießen dann aber Shrvyneshynder am Schlagzeug und Mordbrand am Bass hinzu, welcher sich jedoch noch vor den Aufnahmen an diesem Album von der Band trennte. Seinen Part auf Hohenkrähen übernimmt Wendul (u.a. ex-WOLFSBLUT und RUNENTHOR).

Die CD kommt in zwei Ausführungen: einmal als normale Jewelcase und einmal zusätzlich mit einem Slipcase, welches alternatives Artwork bietet und dazu noch einen Aufnäher enthält. Thematisch dreht sich das Album, wie es der Titel und das Cover bereits vermuten lassen, um den vulkanischen Berg Hohenkrähen bei Singen im Hegau, unweit der Grenze zur Schweiz. Das Cover zeigt den Berg samt der Burg Hohenkrähen, die so allerdings nur in der Fantasie des Zeichners existiert, da der Sitz der "Craien" im Dreizigjährigen Krieg niedergebrannt wurde und heute nur noch eine Ruine existiert. Weitere Details im Artwork lassen sich ebenfalls ausmachen: ein Mann, der am Galgen baumelt, im Vordergrund eine Bestie, die auf einem Totenschädel hockt. Diese Szenerie erschließt sich dem Hörer erst beim durchhören und -lesen des Albums, es kommt aber wohl nicht von ungefähr, dass man mit dem Cover eindeutig Bezug zu dem Text "S.G.W.G.T.C." nimmt.

Doch genug der Vorrede: widme ich mich nun der Musik. Und eigentlich geht es auch gleich nach dem einlegen der CD los: Wie schon auf dem Debüt hält man sich nicht lange mit irgendwelchen Sinn befreiten Intros auf, sondern legt gleich los. "Aachland" beginnt mit erhabenen und gleichsam räudigen Gitarren, bis ein treibendes Schlagzeug einsetzt und dem ganzen endgültig einen hymnenhaften Charakter verleiht. Auch die gezielt gesetzten Tempowechsel zünden auf Anhieb und ich weiß hier bereits nach der ersten Minute, dass hier etwas ganz Großes wartet, wenn das Niveau gehalten werden kann. Interessant hierbei ist auch, dass der Gesang erst in der letzten Minute einsetzt, was auf Grund der Fülle des Texts doch schon beachtlich ist. "Aachland, Heimatland/Aachland, Aachland/Der Herr der Krähen ist erwacht/Der Berg, er kommt euch holen". Mit dem Titel gebenden Lied geht es auch gleich in englischer Sprache weiter und nicht nur in lyrischer Hinsicht zeigt man einige Parallelen zu SATANIC WARMASTER aus Finnland. "In the woods up there/The chaos rises/Pure, cold/Once again terror reigns/Upon Hohenkrähen". Eine erste Abrechnung mit den großen drei Weltreligionen, die in dem Text als das enttarnt werden, was sie letztlich sind, nämlich ein Geschwür aus ein und der selben Wurzel, findet sich in Form von "Under Satanic Command": "Under Satanic Command/Under the Sign of Luzifer/ATTACK". Hier sind ein paar kurze Aussetzer in der Aufnahme wahrnehmbar, ob dies beabsichtigt ist, weiß ich allerdings nicht zu sagen (es könnte aber auch lediglich ein rein subjektiver Eindruck meinerseits sein, die der räudigen Produktion geschuldet ist). Mit dem folgenden Lied "Frundsberg" wird es dann wieder erhabener und sogar ein wenig atmosphärisch. Im Text wird das Leben eines Landsknechts besungen, der unter der Flagge seines Herrn in die Schlacht zieht, um zu streiten, zu rauben, zu brandschatzen und zu vergewaltigen. Ein stolzes Stück atmosphärischer Schwärze, welches mit einer Laufzeit von gut 10 Minuten gar recht episch ausgefallen ist (wenn mir dieses Wort in dem Zusammenhang gestattet ist) und im letzten Viertel ein sehr militantes Spiel offenbart, was aber auch sehr gut zur Stimmung des Textes passt. Es verwundert mich nicht, dass die Horde ausgerechnet diesen Song auswählte, um ihn vorab live zu zelebrieren und einem Publikum vorzustellen. Mit "S.G.W.G.T.C." zelebriert man anschließend die zweite Abrechnung mit dem Terror-Netzwerk Religion. Ob Christen, Juden oder Moslems... hier bleibt niemand verschont. Diese ganzen Empörungen, wenn sich mal eine Horde wagt, auch andere Religionen als das Christentum anzufeinden, konnte ich noch nie so wirklich nachvollziehen. Wieso sollte das eine weniger angebracht sein, als das andere? Schließlich ist es in Deutschland ja auch längst nicht mehr nur das Christentum, was sich parasitär ausbreitet. Wofür die Abkürzung des Titels genau steht, wird einem beim lesen des Textes klar werden, ebenso der eindeutige Bezug zum Cover-Artwork wird nun ersichtlich. Der letzte Beitrag der CD "Knights of the Deathcult" steht dem in nichts nach, nimmt aber auch wieder direkten Bezug auf Hohenkrähen: "The old fortress/In ruins, forgotten/But there's something up in there/The torches' been lightened again/The wind carries a breeze/Of total hate/The deathcult rises again/The torches been lightened//(...)//Knighthood of the heathenblood/risen from their graves again/Charge against the plague/Muslim, jewish and christian scum/Fuck you! Die!"

Fazit:
Mit Hohenkrähen präsentieren uns BURKHARTSVINTER erneut ein ziemlich düsteres, räudiges und wildes Album, welches dem Erstling in nichts nachsteht, es in einigen Punkten gar noch etwas übertrifft, wenn ein direkter Vergleich hier auch ziemlich schwer fällt, da es sich doch deutlich von Burkhartsmal unterscheidet. Ein Werk, auf dem die Horde kein Blatt vor den Mund nimmt und sich ihre Meinung und Einstellung nicht verbieten lässt, weil sie evtl. nicht gesellschaftskonform oder politisch korrekt ist. Auch, dass sich die Band gerade dieser Formen nicht scheut, spricht dafür, dass es ihnen wirklich ernst ist, und sie ihre Ideale nicht zugunsten höherer Popularität oder besserer Verkaufszahlen verraten. Die CD gibt es wie bereits erwähnt in zwei Ausführungen, wobei die Variante im Slipcase mit Patch auf lediglich 100 Exemplare begrenzt und über die Band bereits nicht mehr erhältlich ist. Interessenten sollten ergo schnellstmöglich den Kontakt zu Total Death Records suchen, um sich ihr Exemplar noch zu sichern, welches preislich mit 13,50 (inkl. P&V) zu Buche schlägt. Über die Band gibt es weiterhin die Möglichkeit in Bündeln zu kaufen (CD + T-Shirt). Die Kassette in einer Auflage von 100 Stück beinhaltet noch einen Mitschnitt eines live eingespielten SATANIC WARMASTER Covers und ist ausschließlich über Worship Tapes zu beziehen.

Schwarzmetall wie er sein soll: düster, räudig, erhaben, provokativ und Tabus brechend... eine unbedingte Empfehlung an jeden, der die alten Werte dieses Kultes noch nicht vergessen hat. HEIL BURKHARTSVINTER!


Darbietungen:
01. Aachland
02. Hohenkrähen
03. Under Satanic Command
04. Frundsberg
05. S.G.W.G.T.C.
06. Knights of the Deathcult

Laufzeit: ca. 42 Minuten




Review: Zmora - Nocy czerń, nocy chłód (CD, Werewolf Promotion - 2018)

Aufmerksamen Lesern dieser Seiten dürfte nicht entgangen sein, dass ich einen gewissen Hang zu polnischem Black Metal habe - die wenigen Leute, die mich kennen, werden ebenfalls bestätigen, dass es hauptsächlich polnische Horden, der frühen und Mitt-90er sind, die regelmäßig Platz auf meinem heimischen Plattenspieler nehmen dürfen. Die ersten Veröffentlichung von GRAVELAND beispielsweise erachte ich mehr als wichtig, allen Unkenrufen zum Trotz und auch losgelöst von dem, was man von der Band heutzutage so um die Ohren bekommt (wobei ich ziemlich angetan war von der 'Best-Of', wie man >>hier<< nachlesen kann)...


doch das soll hier jetzt nicht primär das Thema sein. Fakt ist, dass sich fernab der Horden, die heute auch im Mainstream angekommen sind und allgemein vorzeigbar sind (bestes Beispiel BEHEMOTH, aber auch MGŁA oder KRIEGSMASCHINE), sich eine zunehmend vitale Underground-Szene gebildet hat, die sich vielleicht nicht immer politisch korrekt zeigt, aber trotzdem diesen 'polish spirit' der frühen 90er atmen. PŁAGA wären da so ein Beispiel, DAGORATH (eine Besprechung zu ihrer ersten Demo lässt sich >>hier<< nachlesen) oder ARYMAN (zu deren letztem Werk ich ebenfalls eine Rezension schrieb). Oder aber eben auch ZMORA, die jüngst ihre neue CD in Form der EP Nocy czerń, nocy chłód (was in etwa so viel heißt wie Die Nacht so schwarz, die Nacht so kalt) veröffentlichten. Und was soll ich sagen? Ruft man sich das letzte Album Czarne otchłanie i martwe cienie, welches ziemlich genau ein Jahr vorher das Licht dieser kranken Welt erblickte, wieder ins Gedächtnis zurück, so muss man doch schon sagen, dass auch diese sechs Lieder umfassende EP wieder eine kleine Weiterentwicklung für die Horde darstellt (eine Rezension zum letzten Album lässt sich >>hier<< finden). Nicht, dass ZMORA nun irgendwie melodischen Firlefanz zelebrieren würden, ganz im Gegenteil bleibt man, was die Räudigkeit anbelangt seiner Linie konsequent treu, aber die Darbietung wurde um einige feine Nuancen erweitert. So bietet etwa das Stück "Na ciemnej ścieżce duszy", welches direkt nach dem Einklang erklingt, einige Passagen mit okkulten Synths, die an das erste Album GRAVELAND's denken lassen. Ansonsten sind es eher die tristen Melodien und düsteren Riffs, die hier hervorstechen. Auch lassen sich an einigen Stellen dezent geisterhafte Chöre und Effekte ausmachen ("Wilcza żądza, dziki zew"). Das alles passt wie die Faust auf's sprichwörtliche Auge, wenn man sich den Titel des Werkes beguckt. Leider erschallt dann bereits nach knapp 25 Minuten schon der Ausklang mit einer schweren Melodie am Klavier.

Fazit:
In meinen Augen ein weiteres hörenswertes Werk aus dem polnischen Untergrund, und vielleicht auch das vielseitigste Material aus der Feder der Horde bisher. Die CD erschien in einer Auflage von gerade einmal 500 Stück und ist über den Mailorder von Werewolf Promotion für 8,- Euronnen zu ergattern.

Uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die sich an traditionellem Polen Black Metal nicht satt hören können! Jeder andere sollte vielleicht doch erst einmal einen vorherigen Hörgang wagen, bevor er einen Kauf erwägt.


Darbietungen:
01. Gdy zapada zmierzch
02. Na ciemnej ścieżce duszy
03. Martwe wstają cienie
04. Wilcza żądza, dziki zew
05. W noc czarną odejdę...
06. W zimną ziemię, czarny grób


Laufzeit: ca. 26 Minuten




Review: Schattenfang - Ex Cineribus: Was blieb, als du gegangen bist (CD, Northern Fog Records / Wolfmond Production - 2018)

Die Erfurter Horde SCHATTENFANG um Gründer und Schlagzeuger Invidia melden sich in neuer Besetzung und mit neuer Kraft auch wieder mit einem neuen Album zurück, nachdem der Vorgänger Abgründe, ihr Debüt, mittlerweile auch schon knappe sechs Jahre zurückliegt (ist das wirklich schon so lange her?!). Der Stil auf dem Erstling wurde noch als räudiger und wilder Depressive Black Metal umschrieben, was auch irgendwie passte, da die musikalische Darbietung wirklich räudig und ungeschliffen klang, dabei aber aus tiefster Seele zu stammen schien.




So wurde aus Abgründe dann vielleicht kein perfektes Werk, doch half es der Horde ohne Zweifel, auf sich aufmerksam zu machen und sich bis heute einen gewissen Ruf im Underground zu erspielen. Immerhin wurde die erste CD seit ihrer Veröffentlichung noch zwei weitere Male neu aufgelegt, eine Auflage aus dem Hause Immortal Blood Records, welche ich ebenfalls besitze, kam gar in einer limitierten Auflage mit einer beschrifteten Bonus-CDr, die ganze vier Konzert-Mitschnitte, sowie die erste Demo Vom Abgrund und drei weitere Demo-Aufnahmen enthält. Mit Todesschrei hatte man eine äußerst markante Stimmgewalt, die dem Ganzen ein wenig die kranke Atmosphäre alter ANTIPHRASIS verlieh, gerade aber auch das treibende Schlagwerk machte den rauen Klang der Horde zu etwas Besonderem.

Doch lasst mich nun zu dem aktuellen Werk der inzwischen 4-köpfigen Truppe kommen, von der lediglich noch Invidia als einzig verbliebenes Mitglied von Anfang an dabei ist und mit Ausnahme von zwei für alle Texte verantwortlich zeichnet. Ex Cineribus: Was blieb, als du gegangen bist klingt als Titel natürlich erst einmal ziemlich abgedroschen und allein der deutsche Begleittitel macht wenig Hoffnung auf viel mehr als durchschnittlichen DSBM. Doch wer dieser, zugegebener Maßen nahelegenden Vermutung unterliegt, wird hier mehr als überrascht werden. Ex Cineribus bedeutet so viel wie Aus der Asche und kann sowohl als Rückkehr der Band interpretiert werden, lässt sich jedoch auch gerade im Hinblick auf die Texte und die Aufmachung auf vielfältige Art und Weise interpretieren.

Wie bereits das Debüt bezieht man sich mit einigen Songs und in Texten auf die Schrecken des ersten Weltkrieges und setzt damit auch einen Teil der Abgründe CD fort. So beschreibt gleich das erste Stück "Heimkehr", welches auf das einleitende "Tannenberg" folgt, auf eindrucksvolle Weise die Geschichte eines überlebenden Soldaten der Schlacht um Tannenberg, der nach der Rückkehr zu seiner Frau versucht, den Krieg zu verarbeiten, was ihm jedoch nicht gelingt, und bereits hier lässt sich absehen, dass die Geschichte im weiteren Verlauf kein glückseliges Ende nehmen wird: "Wär ich doch bloß als Held gefallen,/uns bliebe all das hier verborgen/und unsre Liebe währte ewig, und/man bangte nicht auf Morgen/gesiegt, doch nicht gewonnen,/kein Fest, kein Heldentanz/nur eine tote Seele - des Sieges fader Glanz!". Doch nicht nur diese konzeptionelle Erzählung ist Teil des Albums, sondern auch eher sehr persönliche Texte wie "Verwahrlost" (der Text stammt von Baldur Pest (selbst ehenmaliges Mitglied der Band, sowie mit HEIMLEIDEN aktiv) oder eine Neuaufnahme des Liedes "Mentale Disharmonie" (Text von Morbid - u.a. MORBID CONTEMPT / Arhymanoth, welche allen Anhängern gewidmet ist, die SCHATTENFANG über die Jahre die Treue hielten. So ist auch "Treiben" dem Werk des Künstlers A. Kaschte (u.a. SAMSAS TRAUM) gewidmet und ist von den Eindrücken, die durch Konversationen mit ihm entstanden, inspiriert. Letztendlich ist das gesamte Werk, sowie im Speziellen das Lied "Sommerelegie" einer Person namens L. J. Nimmrich gewidmet ("Dies hier hält länger als dein "Für Immer"), welche dem Verfasser einmal sehr nah gestanden haben muss, jedoch durch Trennung kein Teil mehr von ihm ist. Ob gewollt oder nicht, bleibt der Interpretation des Hörers überlassen, doch die Tatsache, dass in den - im übrigen sehr gut geschriebenen und ehrlich emotionalen - Texten kein gutes Haar an dieser Person gelassen wird, sprechen wohl schon eine deutliche Sprache. Mit über 10 Minuten ist "Sommerelegie" gar das längste Stück der CD. Was auffällt ist, dass hier gerade in dem Stück gerne mit Sequenzen gearbeitet wird, was augenscheinlich erst einmal gefährlich nahe an einer zu großen Monotonie herankommt, sich bei genauerer Betrachtung aber als durchdachtes Stilmittel erweist. So lassen sich immer mal wieder kleine Details ausmachen, die beim ersten hören vielleicht gar nicht bewusst auffallen. Den Schlussstrich zieht man mit "Am Ende des Schweigens". Kein verzweifelter Hilfeschrei, sondern die letzte Konsequenz einer toten Seele: Trage dich im Arm/Die letzte Träne fließt/Mit ihr entflieht mein Geist/Nur Hülle bleibt/(...)/Ich reiße mich mit schweren Klingen, aus der heutigen tragischen Zeit,/(...)".

Fazit:
Das zweite Album der Erfurter überrascht in vielerlei Hinsicht. Zum einen überrascht der Stil, der hier weniger räudig ausgefallen ist, sondern viel mehr auf melancholische Atmosphäre setzt. Was jedoch nicht bedeutet, dass sich SCHATTENFANG in allzu ausschweifender Weise dem Melodischen widmen würden. Spielerisch gibt es hier zwar kaum etwas auszusetzen und trotz gewollt monotoner Einschübe zeigt man doch, dass man seine Instrumente beherrscht und sein Handwerk versteht, auch was das erzeugen von Spannungsbögen betrifft. Man sollte sich also nicht zu sehr vom äußerst plakativen deutschen Titel in die Irre führen lassen: was einen hier erwartet, ist einiges mehr, als ein weiterer stupider und nichts ausdrückender Vertreter des DSBM! Die CD erschien in Kooperation von Northern Fog Records und Wolfmond Production, welche sie in einem schicken Digipak mit einem 16-seitigen Beiheft veröffentlichten. Das Beiheft enthält alle Texte, sowie Impressionen und Informationen zur Aufnahme. Zwecks einer Bestellung (die Kosten belaufen sich auf 14,- Euronnen) wenden sich Interessenten am besten an Northern Fog Recordsan Wolfmond Production oder aber den direkten Kontakt zur Band.

Eine emotionale Reise in die Abgründe einer schwarzen Seele. Beeindruckend!


Darbietungen:
01. Tannenberg
02. Heimkehr
03. Verwahrlost
04. Mentale Disharmonie MVII
05. Treiben
06. Welke Nächte
07. Sommerelegie
08. Am Ende des Schweigens

Laufzeit: ca. 45 Minuten




Review: Hallig - A Distant Reflection of the Void (CD, Talheim Records - 2018)

Die Österreicher Schmiede Talheim Records wird die Tage nun endlich die CD-Version des aktuellen zweiten Albums A Distant Reflection of the Void der deutschen Kapelle HALLIG veröffentlichen. Zwar wird dies nun mit einiger Verspätung geschehen - doch wie heißt es so schön: besser spät, als nie. Mit jenem Werk, welches in digitaler Form bereits am 20. Mai veröffentlicht wurde. Die CD war dann für den 10. Juni geplant, doch auf Grund von Verzögerungen beim Presswerk wird sie nun wohl erst diese Woche erscheinen...



Doch hier nun erst einmal ein paar Eckdaten zu der Horde: HALLIG ist eine 5-köpfige Band aus meiner Nachbarstadt Bochum, die sich im Jahr 2010 gründete und mit dem hier vorliegenden Werk bereits ihr zweites Voll-Album präsentieren. Bis auf JP am Schlagzeug, der auch für inzwischen wieder reaktivierten ODIUM IMMORTALIS (die mir durch ihre erste Demo und der Split mit BASARAB noch einigermaßen im Gedächtnis sind) trommelt, scheint kaum einer der Mitglieder wirkliche Band-Erfahrungen zu haben, was erstaunlich ist, wenn man sich anhört, wie nahezu perfekt schon das Vorgänger-Werk klang. Eine wirkliche Schande, dass ich nicht schon zu Zeiten eben jenes ersten Albums 13 Keys to Lunacy auf sie aufmerksam wurde, doch ging dieses Album wie so einiges spurlos an mir vorbei. Daher an dieser Stelle ein Dank an die Band, dass sie mir ebenfalls Gelegenheit gaben, auch in ihren Erstling reinzuhorchen. Der Grund, warum ich mich dann gegen eine Kombi-Rezension entschieden habe, ist einfach, dass das Debüt nun immerhin schon sechs Jahre alt ist und der Fokus hier doch klar auf dem neuen Material liegen soll. Als Vergleich werde ich 13 Keys to Lunacy trotzdem heran ziehen, da sich der doch recht markante Stil der Horde bereits dort manifestierte, wenn auch die Produktion den erhabenen und epischen Atmosphären von HALLIG noch nicht gänzlich gerecht werden konnte.

Anders sieht es da nun auf ihrem zweiten Album aus. Dank einer fetten Produktion, die trotz der Tatsache, dass der Sound hier druckvoll und klar aus den Boxen schallt, nichts an ihrer Härte und Grimmigkeit einbüßt, lassen sich innerhalb der insgesamt 10 Lieder ohne weiteres alle Instrumente ohne Probleme heraushören, was dem Ganzen einen epischen und stolzen Charakter verleiht. Musikalisch wandeln HALLIG dabei sowohl auf Pfaden alter Traditionen (und gerade der Opener "A Dawn beneath Titanium Clouds" weist gleich einmal nicht zu überhörende Bezüge auf nordische Helden wie etwa SATYRICON zu ihren Glanzzeiten im Riffing auf), klingen dabei recht modern und scheuen sich auch nicht davor, einige Genre fremde Facetten mit einfließen zu lassen. Bereits der zweite Beitrag "Neues Land" hat diese modernen Klänge inne und präsentiert sich als eine Mischung aus episch-aggressivem Black Metal, der sich mit melodischem Schweden-Death vermengt, dabei noch ein wenig Seefahrer-Romantik (eine Sache, die auch in "Straight to the Ninth" aufgegriffen wird) und kalte, gleichzeitig aber erhabene Sphären bietet. Was hier wie bereits beim ersten Lied überraschend beeindruckend auffällt, ist der Gesang: ich musste hier wirklich noch einmal nachschauen, und tatsächlich arbeiten HALLIG hier mit zwei Stimmgewalten. Nur so lässt sich wahrscheinlich auch dieser Facettenreichtum erklären, der sich vom typischen Schreigesang, über Gekeife, Death-Growls, beschwörenden Klargesang (der etwa am Anfang von "Straight to the Ninth" Vergleiche mit etwa HETROERTZEN zulässt) bis zu einem Hardcore-lastigen Gröllen erstreckt. Was hier durch den Text in Heimatsprache vielleicht auch noch ein wenig bewusster auffällt ist die Tatsache, dass es hier in lyrischer Hinsicht sehr philosophisch zugeht, man sich trotzdem zwar immer noch typischen Thematiken wie Misanthropie annimmt, diese jedoch eher versteckt einbringt. Viel mehr wird hier aber generell Gesellschaftskritik geübt, sowie an Herdenmentalität, was Stücke wie etwa "Neues Land" belegen. Zeilen wie "Vergiss den Anker, du brauchst mehr Segel und mehr Luft/Wo sie nicht hören, musst du mehr wollen/Sturm und Flut über das brache Land" sprechen da eine deutliche Sprache und sollen zugleich Aufschrei und ein Aufruf an den Hörer sein sich aus der Masse zu erheben: "Wer aus der Seele schreit, der wird erhört auch wenn er flüstert/Wer mit den Toten tanzt, kennt uralte Sehnsüchte/Transformation/Schlag deine Wurzeln ab und lauf/Riskier' den Tod". So ist dies wohl auch gleichwohl als Hommage an die Magie der schwarzen Künste zu deuten und als eine Aufforderung, seinen eigenen Horizont zu erweitern und sich selbst gesteckte Grenzen zu durchbrechen.

Doch nicht nur diese Elemente wie der Ruf nach Freiheit und Selbstbefreiung sind in den Texten zu finden. So ist die Weite der Meere ein wiederkehrender Bestandteil beinahe aller Beiträge auf A Distant Reflection of the Void, wobei die kalte und stürmische, unberechenbare See oftmals als Sinnbild verstanden werden kann. Auch nimmt die nord-germanische Mythologie auf dem Werk einen nicht unwesentlichen Teil ein, auf den man sich gerne, wenn auch eher in latenter Form bezieht, und Menschen ohne ein gewisses Hintergrundwissen, werden diese wohl kaum als nennenswert empfinden. Vielleicht auch, weil hier gerade keine stupiden Pathos bedient werden, sondern sich auf ernsthafte Weise der Thematik angenähert wird. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass erst gar nicht der Verdacht aufkommt, dass HALLIG in irgend einer Weise zwielichtiger Natur sein könnten und eine wie auch immer politische Interpretation bereits im Keim erstickt wird. Wenn man die Band in einen solch' gearteten Kontext stellen möchte, dann wohl am ehesten in einen anarchistischen, den absolut freiheitsliebenden. Somit beziehen HALLIG in gewisser Weise auch deutliche Stellung gegen rechtsextreme Strömungen, ohne jedoch die Politic-Correctness-Keule zu schwingen, was sie alles in allem mehr als nur sympathisch macht.

So finden sich in "To Walk with Giants" Anleihen an den epischen Black Metal mit leichten Einflüssen aus dem Pagan/Viking Metal, und jeder der hier oder in "Straight to the Ninth" ein Quäntchen FALKENBACH oder MORRIGAN entdeckt, der liegt wohl gar nicht einmal so verkehr, während "Im Aufwärtsfall" mit einigen träumerischen Passagen aufwartet.

Den absoluten Hammer präsentiert man aber mit dem letzten Titel gebenden Song: ein über 10-minütiges episches Machwerk, welches gar ein paar latente Anleihen an den Post Black Metal und den Black Gaze enthält. Träumerisches Schweben und gleichzeitig treibende Stürme. Immer wieder wohl platzierte Tempowechsel sorgen hier dafür, dass sich die Intensität des Geschehens auch nach mehrmaligem Durchlauf nicht abnutzt.

Fazit:
Mit ihrem zweiten Album ist HALLIG nicht nur ein in jeder Hinsicht mehr als würdiger Nachfolger zu 13 Keys to Lunacy gelungen, sondern stellt zudem einen deutlichen Fortschritt dar, gerade was die Produktion anbelangt - diese klingt nämlich nicht nur etwas klarer, sondern auch druckvoller. Die Instrumente werden hervorragend zelebriert und die vielschichtigen, meist verschachtelten philosophischen Texte sind mehr als nur lesenswertes Beiwerk. Die einzelnen Lieder sind jedes für sich genommen sehr eigenständig gehalten und präsentieren sich im Endeffekt doch als großes Ganzes, als Einheit - selbst das instrumentale "Into Infinity" stellt viel mehr als einen bloßen Lückenfüller dar. Ein durch und durch gelungener Vertreter des atmosphärischen Black Metal.

A Distant Reflection of the Void gibt es weiterhin im digitalen Format über die Bandcamp-Präsenz der Horde zu beziehen und schlägt mit 7,- Euronnen zu Buche. Die CD kommt in einem aufwendigen 6-seitigen Digipak und enthält noch ein zusätzliches 20-seitiges Beiheft (lag mir bis dato allerdings noch nicht vor, so dass ich die Aufmachung nicht mit in diese Rezension aufgenommen habe. Sobald ich die CD habe, werde ich dies nachtragen - Anm.) und ist über die deutsche Präsenz von Talheim Records erhältlich, die das auf 500 Exemplare limitierte Werk aktuell für 14,28 Euronnen anbieten, sowie über den Band eigenen BigCartel-Shop, wo die CD für 13,90 angeboten wird (dort gibt es auch das Debüt zu erwerben).

Jeder, der sich für atmosphärische, teils epische Black Metal-Musik begeistern kann und auch einige Genre fremde Einflüsse akzeptieren kann, sollte dem neuen Werk von HALLIG unbedingt einmal eine Chance einräumen - es lohnt sich definitiv!


Darbietungen:
01. A Dawn beneath Titanium Clouds
02. Neues Land
03. Truemmer
04. Straight to the Ninth
05. To Walk with Giants
06. Im Aufwärtsfall
07. Into Infinity (Instrumental)
08. From Ashes All Blooms
09. The Starless Dark
10. A Distant Reflection of the Void

Laufzeit: ca. 62 Minuten




Samstag, 26. Mai 2018

Kombi-Review: Asche der Welten - "ABC" Demos (MC, Apocalyptic Art - 2011 / 2013 / 2018)


Bei ASCHE DER WELTEN handelt es sich um das im Jahre 2008 gegründete Solo-Projekt von Gerileme, der in der Vergangenheit u.a. für RAVNSVART, die sich nach gerade einmal einer Veröffentlichung in DRUDENSANG umbenannten (eine Besprechung zu deren Werk "In den Fängen der Kälte" lässt sich >>hier<< nachlesen), am Schlagzeug tätig war. Auch auf der ersten Demo-Kassette der genannten Nachfolge-Band war er Session-Schlagzeuger (die Rezension zu "Dunkle Tradition" lässt sich >>hier<< finden). Daneben hatte er das Projekt NEGATUM, zu dessen einzigem Werk "Suizid - Der Gedanken Schattenspiele" aus dem Jahr 2008 ich doch tatsächlich auch einmal eine Besprechung verfasst hatte - woran ich mich schon gar nicht mehr erinnern konnte (nachzulesen gibt es diese >>hier<<). Aktuell ist er neben seiner Arbeit mit ASCHE DER WELTEN auch in die Doom Metal-Kombo OSTEON involviert und hatte jüngst als Schlagzeuger einen Gastauftritt auf dem letzten SKOGNATT Album "Ancient Wisdom", zu welchem sich auf diesen Seiten ebenfalls eine Besprechung finden lässt...

Da ich nun auch kürzlich mit der Musik dieses durchaus interessanten Projekts und der Person dahinter in Kontakt kam, möchte ich mich nun neben der aktuellen Veröffentlichung "Chaos bricht aus" auch den anderen beiden Werken "Ascheregen" aus dem Jahr 2011 und "Brennende Atmosphäre", welches aus dem Jahr 2013 stammt, widmen. Zumal es sich bei den drei Werken um eine zusammenhängende Trilogie handelt, die sogenannte "ABC"-Trilogie. Behandelt wird der Untergang der Welt von dem Ausbruch der Apokalypse ("Chaos bricht aus"), über den globalen nuklearen Super-GAU ("Brennende Atmosphäre") bis zur Post-Apocalypse ("Ascheregen") - und zwar in verkehrt verlaufender Reihenfolge. So erschließt sich denn auch die Abkürzung der Trilogie, die bei weitem nichts mit dem Alphabet zu tun hat, wie es der Kleingeist vielleicht zunächst anzunehmen vermochte.
Neben diesen drei Demos, die jeweils über das kleine Label Apocalyptic Art auf Kassette veröffentlicht wurden, existieren noch zwei weitere Lieder: zum einen Auf leergefegten Straßen (zu finden auf dem Tollwut Sampler I und zum anderen das eingedeutschte BATHORY Cover Armageddon, welches sich auf der Apocalyptic Art Label Compilation II finden lässt...


Nun, genug des Vorgeplänkels, widme ich mich also der Musik. Und das lässt mich direkt zu "Ascheregen" kommen, jene erste Demo aus dem Jahr 2011. Dieses erschien bereits als Pro-Tape über Apocalyptic Art in einer Auflage von 200 Stück. Neben der regulären Edition gab es auch eine nochmals stärker limitierte Sonderedition in einem stabilen Klappschuber, auf dessen Rückenseite der Buchstabe "A" prangte. Das Cover zeigt auf der Front eine verwüstete und in Trümmern liegende Ödnis. Im Innenteil findet sich neben einem Foto von Gerileme, der in einer erhabenen Geste vor den Trümmern eines Gebäudes steht (gar eine Hommage an den vitruvianischen Mensch?) auch der Text des Liedes, sowie ein Zitat aus Feder des Autoren H. P. Lovecraft...

...vielleicht ist das Bildnis in dem Kontext dann aber auch eher als ein Lobgesang an den Sieg über das Menschsein und die allzu leblosen kalten und hohlen Hüllen seiner belanglosen Existenz zu verstehen. Das Original-Zitat lautet: "The world is indeed comic, but the joke is on mankind.", was direkt ins Deutsche übersetzt, wie im Fall des Innen-Covers geschehen, nun nicht allzu viel Sinn macht und sich sinngemäß wohl eher mit "Die Welt ist wirklich komisch, doch der größte Witz ist die Menschheit." übersetzen ließe. Die Kassette selbst hält zwei Lieder bereit, von denen allerdings auch nur das erste Gesang enthält (ein Fakt, der wie schon der Verwendung der Anfangsbuchstaben der drei Werke, einen durchgängigem Plan zu folgen scheint). In den Ruinen der Metropole stellt dabei ein über 16-minütiges Black Metal-Epos dar, welches nicht nur durch seine Anleihen an Größen wie ältere NARGAROTH (hier denke ich vornehmlich an Songs wie A Whisper in the Bark of Old Trees) zu bestechen vermag, sondern auch durch seine Spielfreude und die hörbare Hingabe, mit der hier zu Werke gegangen wurde. Erhabene und dreckige Melodiebögen, ein grimmiger und gleichzeitig stolzer Gesang, Chöre, Dark Ambient  und ausgedehnte instrumentale Passagen dominieren das Geschehen und sorgen dafür, dass es hier zu keiner Zeit langweilig wird. Eine Ode an die morbide Faszination über die Schönheit des Verfalls... "Stahlgerüste einstiger Gebäude/Ragen bizarr ins scheinbare Nirgendwo/Straßen, Höfe sowie Gemäuer/Erkennt man nimmermehr//Schutt wie Asche/Düsternis wie Kälte/...unser Vermächtnis".

Seite B enthält dann mit dem Titel gebenden Stück ein gut 6-minütiges Instrumental - eine Kollage aus Dark Ambient und Samples, die beinahe den tristen Charakter eines post-apokalyptischen Soundtracks aufweist.

Fazit:
Gerade, wenn man bedenkt, dass es sich hier doch tatsächlich um die erste Demo von ASCHE DER WELTEN handelt, muss man gestehen, dass es sich hier um ein bereits sehr ausgereiftes Werk handelt. Allerdings weiß ich nicht, ob es explizit an meiner Kassette oder generell an der Aufnahme liegt, aber zumindest bei mir sind ein paar Kratzer und Aussetzer herauszuhören, die gerade im letzten Viertel das Hörvergüngen etwas trüben (Anm.: mittlerweile hat mich Gerileme darüber informiert, dass dieses Problem wohl bei ein paar Kassetten existent ist und der Fehler wohl am ehesten beim Pressewerk zu suchen ist - danke für die Information). Ansonsten aber eine durchweg stimmige und mehr als empfehlenswerte Veröffentlichung. Die reguläre, sowie die Sonderedition sind noch bei Apocalyptic Art zu ergattern für 4,- (bzw. 5,-) Euronnen. Neben dem erwähnten Schuber enthält die Special Edition noch einen Pin.

Ein atmosphärischer Einstieg in das Schaffen von ASCHE DER WELTEN.


Darbietungen:
A. In den Ruinen der Metropole
B. Ascheregen

Laufzeit: ca. 23 Minuten


Der zweite Teil nennt sich "Brennende Atmosphäre". Und während sich "Ascheregen" noch mit dem endgültigen Resultat auseinandersetzte, so ist es hier der letzte Gedankengang der Menschheit kurz vor dem nuklearen Endschlag. Auch "B" erschien sowohl in einer digitalen Variante als auch über Apocalyptic Art in Kassetten-Format. Die Front wird eingenommen von einem Atompilz, im Innenteil lassen sich Information zur Aufnahme, sowie abermals ein Bild von Gerileme, der reglos inmitten von Geröll und Trümmer liegt und ein passendes Zitat aus der Feder von Edgar Allan Poe finden: "Waren sie denn so blind, nicht zu erkennen, wie die Vernichtung einer Myriade von Individuen der Masse doch nur zu ungeheurem Vorteil gereicht?"...

Genau in diesem Zitat liegt auch Kern des Problems dieser heutigen Zeit begraben (und ich finde es immer wieder erschreckend, dass solche alten Gedanken immer noch nicht an ihrer Aktualität einbüßen): das Problem ist nicht der Mensch per se, sondern die Ignoranz und der Egoismus der breiten Masse und jener Köpfe, die an der Macht sind. Die Kassette beginnt hier mit dem etwas mehr als 16 Minuten Spielzeit aufweisenden Titel gebenden Stück, welches von einem tristen Gitarrenspiel und dezenten Keyboards eingeleitet wird. Es folgt ein recht ruppiger, aber atmosphärischer Black Metal, der in Teilen einmal mehr Vergleiche zu anderen, ähnlich atmosphärischen Horden zulässt, so scheint hier in den instrumentalen Passagen einiges an DEATHGATE ARCKANUM durchzuscheinen. Das Schlagzeug sollte hier sogar noch einmal gesondert erwähnt werden, gleicht dessen Spiel doch einem finsteren, alles verschlingenden Sturm. "Das Leben so unsagbar vertraut/Bald nur noch unbedeutender Staub/Was einst nicht mehr als ein Traum/Erwacht aus tiefen Abgründen" - mit Brennende Atmosphäre greift der Protagonist auch eine Urangst des Menschen auf. Jene Angst vor dem Tod, und die daraus resultierende krampfhafte Verdrängung mit ihm. "Schließlich nahte das Ende schon immer unaufhaltsam"... auch nimmt er auf das bereits erwähnte Zitat noch einmal direkten Bezug: "Dekadente Gedanken führen uns nun zum Ziel". Was hier im Kontext zum Text auch sehr markant auffällt, ist Gerileme's Sinn für Spannungsbögen, die unaufhaltsam auf den bevorstehenden Holocaust der Menschheit hinarbeiten. Noch während der Zeilen "Denn die Bomben fallen schon..." weicht der Black Metal einem Fanfaren gleichen Keyboard, gefolgt von Stimmen panischer Menschen, die fliehen - und darauf folgt der Einschlag und alles Leben zerfällt mit einem Mal zu Staub. "Einem grellen Blitzschlag folgt der Tod/Über alles fegt ein unheilvoller Sturm/Zum letzten Mal färbt sich der Horizont rot/(...)/Einzig und allein Stille wird verbleiben". Eine großartige dystopische Stimmung, die hier im Einklang von Instrumenten und Text erzeugt wird.

Auf Seite B erwartet den Hörer dann das instrumentale Stück "Verglüht". Ein desolates Werk Synth-Musik mit Klangbildern, die uns eine längst tote Welt offenbaren. Nur Staub und Asche, endlos karge Leere. Tod und Zerstörung, Ödnis und Wüsten. Menschenleere Landschaften. Tote Natur, zerstört durch des Menschen Hand. Der einzige Trost der bleibt, dass die Menschheit sich ebenfalls ausgerottet hat.

Fazit:
Auch das zweite Werk aus der Feder von ASCHE DER WELTEN kann sich mehr als nur hören lassen. Was Gerileme hier abliefert, vermag es sogar nochmals sein Debüt zu übertrumpfen. "Brennende Atmosphäre" besitzt nicht nur gekonnte Instrumentalisierungen, sondern bietet dem Hörer auch dichte und spannungsgeladene monumentale Atmosphären, die in der totalen Vernichtung ihren Höhepunkt finden. Ein Werk, welches einen sprachlos zurücklässt. Soweit ich informiert bin, ist die Sonderedition hier nicht mehr erhältlich, die reguläre ist aber noch bei Apocalyptic Art zu haben.

Asche zu Asche, Staub zu Staub. Ein Monument des absoluten Todes, großartig in Szene gesetzt. Unbedingte Empfehlung meinerseits!


Darbietungen:
A. Brennende Atmosphäre
B. Verglüht

Laufzeit: ca. 24 Minuten


Kommen wir nun zum letzten Teil der "ABC"-Trilogie. Dieser hört auf den Namen "Chaos bricht aus" und widmen sich dem Ausbruch des Chaos und dem ersten Zerfall der sogenannten zivilisierten Welt. Während sich also die direkten Vorgänger mit der Vernichtung der Menschheit und was danach kommt, beschäftigen, widmet sich der letzte Teil dem Szenario des Zusammenbruchs der Gesellschaft. Zugleich ist es vielleicht auch der schwierigste Part des Dreiteilers, zu beschreiben, wie eine Welt, die am Abgrund steht, dafür sorgt, dass sie sich selbst den letzten Todesstoß versetzt.





Passenderweise zeigt das Cover hier ein Bild zerstörter Straßen, mit dicken Rauchschwaden und abgebrannten Auto, im Innenteil wieder einmal ein paar Eckdaten zur Aufnahme sowie ein Foto des Protagonisten, der sich offensichtlich erschöpft, fassungslos und resigniert auf die Knie fallen gelassen hat und die Stadt hinunter blickt. Sein Umfeld scheint (noch) intakt und geborgen, doch seine Gewissheit ist, dass sich dies bald ändern wird. Dazu gibt es auch hier wieder ein passendes Zitat eines Autoren, dieses Mal von A. G. Bierce: "Politik ist ein Streit der Interessen, der sich als Wettstreit der Prinzipien maskiert." Und allein durch dieses inzwischen uralte und doch brandaktuelle Zitat lässt mich unweigerlich an aktuelle Geschehnisse und Situationen der Welt-Politik denken. "Niemand verstand die lauernde Gefahr/Eine kurze, bittere Botschaft genügte/Und unsere Zukunft war völlig ungewiss" - ein Schelm, der da an bestimmte Machthabende denkt... passend präsentiert sich hier auch die Musik, die sich gar nicht erst mit einem gemächlichen Einstieg aufhält, sondern direkt loslegt. Dabei präsentiert man sich im hymnischen Midtempo, scheut aber auch dann und wann einsetzende emotionale Höhepunkte nicht, wenn zum Beispiel die Gitarre zu einem plötzlichen Solo ansetzt. Im übrigen sei die Gitarre hier in ihrem Spiel noch einmal gesondert erwähnt, so scheint sich das einzelne Riffing innerhalb des gesamten Songs nicht sonderlich großartig von einander zu unterscheiden, doch lauscht man dem Werk intensiver, so wird man schnell darauf kommen, dass hier doch etwas anders ist und wenn man dann noch intensiver in die Materie eintaucht, wird man gewahr werden, dass sich jedes Riffs um verschiedene kleine Nuancen von dem vorherigen abhebt. "Erstschlag, angeblich die einzige Antwort auf den Konflikt/Blinder Hochmut stellt sich endgültig gegen all das, was ist" folgt ein psychedelisch anmutendes Synth-Midtro, bevor es treibend weitergeht und die panische Stimmung weiter die Oberhand übernimmt: "Panik übermannt die Sinne, nackter Wahnsinn obsiegt/Niemand wird überleben, wenn dieser Orkan einmal tobt". Doch ist es hier nicht nur die Panik, sondern auch die Angst vor der ungewissen Zukunft, der Sorge um den vertrauten Verlust. Die Erkenntnis, dass alles bald verloren ist, hält Einzug und wo die einen einem letzten Aufschrei folgen: "Ein verzweifelter Appell an die Vernunft ertönt/Doch wer schenkt dem jetzt noch Gehör?" keimt bei den anderen bereits der Wille nach Revolte auf. So nimmt der Protagonist im Text auch letztlich direkten Bezug auf das Foto im Innenteil ("Endlich schwindet die letzte Hoffnung/Ernüchtert sinkt so mancher zu Boden/Alleine Chaos thront am Rande des Abgrunds/Als wir ohnmächtig dem Ende entgegensehen").

Dies führt die Menschen nun hin zu Seite B Am Rande des Abgrunds - ein düsteres instrumentales Stück mit Dungeon Synth-Klängen und unheilvollen Kollagen. Besser hätte eine Hinleitung zu Brennende Atmosphäre wohl kaum sein können.

Fazit:
Ein grandioser Abschluss, bzw. Beginn der "ABC"-Trilogie. Der letzte Teil der Geschichte erzählt von den ersten Stunden der Katastrophe und wie es zu ihr kam. Besser hätte man es nicht machen können. In einem anderen Review hatte ich gelesen, dass Gerileme besser daran täte, den Black Metal und den Dark Ambient / Synth nicht so strikt zu trennen, sondern eher versuchen sollte, beides mit ineinander einzubetten. Ich sehe das hier allerdings nicht so. Hier sollte mit dieser strikten Trennung gezielt eine gewisse Stimmung erzeugt werden, die anders nicht funktionieren würde. Das hat den großen Vorteil, dass hier nichts unnötig nach 'mit Ambient gestreckt' klingt, wenn ihr versteht. Auch der Umstand, dass das endgültige Werk dadurch vielleicht schwerer zugänglich ist, kann ich nur begrüßen, denn auf die Weise entsagt sich ASCHE DER WELTEN von Anfang direkt dem gewohnten Mainstream-Einheitsbrei und nichtssagenden, weil bequemen Hörgewohnheiten. Die Kassette konnte auf Grund fehlender Kommunikation seitens des Buchbinders nicht in einer Sonderedition angefertigt werden, was für das einheitliche Bild der Schuber natürlich mehr als schade ist, aber vielleicht erfolgt eine solche ja noch in Zukunft. was von Seiten Gerileme's aber wohl angedacht ist, ist eine Auflage auf Vinyl als Kompilation mit allen drei Demos mit dem Titel "ABC-Alarm". Wenn das mal nichts ist - ich hoffe doch sehr, dass er dies bald realisieren kann. Bis dahin gibt es die reguläre Kassette für läppische 4,- Euronnen bei Apocalyptic Art zu erwerben.

Grandioser Abschluss einer düsteren und emotionalen Reise durch die Geschichte vom Ende der Welt! Sollte sich keiner mit Sinn für guten atmosphärischen Schwarzmetall entgehen lassen.


Darbietungen:
01. Zusammenbruch
02. Am Rande des Abgrunds

Laufzeit: ca. 22 Minuten




Freitag, 4. Mai 2018

Hinweis

Moin werte Leser!

Mit der Rezension zu den beiden großartigen neuen Werken von ELFSGEDROCH verabschiede ich mich nun für zwei Wochen in den Urlaub - den ich passender Weise an der Nordsee verbringen werde (es gibt halt Zufälle, die sind gar keine mehr).

Bis einschließlich den 19. Mai wird meine Blog-Arbeit ruhen. Anfragen per Email werden aber auch weiterhin gerne entgegen genommen und mit Verzögerung beantwortet werden.

An dieser Stelle sei einmal mehr ein großer Dank an alle Bands, Labels und Individuen entrichtet, die mir ihr Material vertrauensvoll zur Verfügung gestellt haben und für das ehrliche Interesse in einer Zusammenarbeit.

Nach meiner Rückkehr dürft ihr euch schon einmal auf ein paar Besprechungen freuen - wie der zu dem aktuellen Werk "Chaos bricht aus" des Solo-Projekts ASCHE DER WELTEN oder dem bereits hochgelobten "Mythen, Mären, Pestilenz" der Schweizer UNGFELL. Auch das kommende SCHATTENFANG Album möchte ich an der Stelle nicht unerwähnt lassen. Natürlich folgt auch der Halbjahres-Bericht. Lasst euch überraschen - ich tue es schließlich auch.

Auf bald,
Kraehenblut

Bin zurück, in den nächsten Tagen dürft ihr also mit weiteren Rezensionen rechnen.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Kombi-Review: Elfsgedroch - Dwalend bij Nacht en Ontij & Burchten van't Hooghe Noorden (MLP / EP, Diaphora Produktion - 2018)

Anlässlich des Erscheinens der beiden neuen Werke aus der Feder des niederländischen Projekts ELFSGEDROCH, bestehend aus der MLP "Dwalend bij Nacht en Ontij" sowie der EP "Burchten van't Hooghe Noorden" möchte ich die Gelegenheit zu einer Kombi-Rezension nutzen. Für beide Werke übernahm abermals die deutsche Tonschmiede Diaphora Produktion die gewohnt sorgfältige Betreuung. Jenes Label veröffentlichte anno 2017 bereits das Voll-Album "Op den beenderen van onze voorvaderen" auf Schallplatte, welches dann auch direkt Einzug in meinem Jahresrückblick erhielt.



Beginnen wir mit dem bereits sehnlichst erwarteten Mini-Album "Dwalend bij Nacht en Ontij", welches ich eigentlich schon wesentlich früher besprechen wollte, da mir das Werk in einer frühen Phase mit nicht-finalem Mix vorlag. Doch irgendwie fehlte mir in letzter Zeit doch ein wenig die Ruhe dafür, und die Idee, einmal wieder eine Nostalgie-Review zu machen, hatte bei mir dann doch Priorität. Doch jetzt, wo mir die fertige Platte mit dem gesamten Artwork vorliegt, erhält eine Besprechung noch einmal eine ganz andere Gewichtung und ich kann mehr als bloß die Musik mit einfließen lassen.




Bevor ich nun jedoch auf die Titel eingehe, möchte ich mein Augenmerk zunächst auf die - zugegebener Maßen - großartige Aufmachung der MLP richten. Das Ganze ist farblich wieder in einem beigen bis gräulichen Grundton gehalten, Auf der Front befindet sich das aus der Vorab-Rezension bereits bekannte Motiv mit dem Logo, welches mit der Unterseite das Motiv überlappt. Unter dem prachtvollen Motiv lässt sich in einer schönen Fraktur der Titel finden. Die Innenseiten des Gatefold halten dann zwei stimmungsvolle Malereien bereit, sowie die Texte zu den fünf Liedern. Auf der Rückseite lassen sich dann noch einmal die Titel sowie kurze Informationen zum Werk finden, genau wie das Label-Logo. Die Platte selbst kommt wahlweise in einem transparenten meeresblau oder in weiß (wie die Gischt) daher - beide Editionen enthalten darüber hinaus noch ein Poster.

Eine frühe Preview zu dem ersten Titel des Mini-Albums mit Namen De broedermoordvloek, der mir bereits in einer vorläufigen Version vorlag lässt sich >>hier<< nachlesen. Es ist festzuhalten, dass mir zu dem Zeitpunkt noch keine Texte zur Verfügung standen, sich mein Interpretationsversuch des Inhalts aber gar nicht einmal als so abwegig erwies. In der endgültigen Aufnahme klingen die Gitarren noch einmal etwas heller und gerade auch das Schlagzeug ist in dem Mix besser herauszuhören. So kann sich die wahre Wirkung dieses Stroms an Emotionen nochmals wahrhaftiger entfalten. Es zeigt sich hier ein beinahe episches Stück, voller Detailverliebtheit und dramaturgischen Höhepunkten. Eine Ode an die Nordsee, die so vielen Seefahrern den Tod brachte. "De vloeibare dood grijpt om zich heen/Alles is verloren" und "Niemand kan de zee stoppen/Wanneer zij komt/Wanneeer zij je komt halen//Ook niet/De Meeuwenkoningin/Met haar kroon van duindoorn". In all' ihrer Anmut und prachtvollen Schönheit bleibt sie doch immer wild und rau, gar von grimmiger Gestalt und den Tod bringend.

Das zweite Stück der Platte, Het duivelsvuur van Schiermonnikoog (Das Teufelsfeuer von Schiermonnikoog), basiert auf einer alten lokalen Legende der Insel Schiermonnikoog, der Insel der grauen Mönche, wie sie ins Deutsche übersetzt heißt. In dieser wird von einem Mann namens Sjoerd Murks erzählt, der mit seiner Familie auf einer kleinen Farm und dort von der Viehhaltung und -zucht lebte. In den rauen Wintern brachte er sein Vieh über das Watt auf das Festland in die Obhut der Mönche. Eines nebeligen Tages klopfte es an seiner Tür und vor ihm standen zwei Dänen, die ihm Vieh abkaufen wollten ("Door mist en nevel/Gloeiende, zielen vretende duurzee/Gekerm, gehuil, gekrijs, geknetter/Voorgoed verloren"). Nach langem Zögern ließ er sich dazu hinreißen, durch das Watt zu marschieren und ein Rind für sie zu holen. Die Aussicht auf viel Geld machte ihn jedoch blind gegenüber den Absichten, welche die Beiden wirklich hegten ("Misleid, ontgoocheld/Duistere krachten, dwingend/Stuurde Sjoerd Murks over't wad/Gulzig bloeddorstige lokroep van het kwaad") - denn als er wiederkehrte, erblickte er schon von Weitem, dass seine Behausung in Flammen stand. Seine Frau wurde geschändet, entehrt, getötet und dann mit der Farm verbrannt ("Tussen gloeiende balken, half verkoold/Kokend bloed, hongerig duivelsvuur/Zijn wederhelft verkracht, vermoord, verbrand/Woeste vlammen dansen de doodsdans").

Seinen Sohn jedoch nahmen sie mit auf ihren Kahn, was Sjoerd dazu veranlasste, durch die aufkommende Flut zu schwimmen - nur um zu erkennen, dass sein Sohn aufgeknüpft an einem Strick baumelte ("Wanhopig slaan armen zich door gitzwarte golven/Wraakgevoelens overwinnen de ijselijke kou/Woest kolkt het water, wreed snijdt de wind/Zijn zoon!Zijn zoon!//Het gekraakte lichaam van Ulbe/Bungelend aan de ra/Gekrijs, gehuil, geruis, gesuis/Verstikkende stilte, alles verstomd"). Ohnmacht überfiel ihn und er erwachte schließlich am Strand in den Armen seiner Tochter. Der Kahn der Dänen jedoch war spurlos verschwunden. Fortan ward er nicht mehr derselbe, seine Tochter gab er weg und er baute sich eine Hütte, um isoliert von der Außenwelt sich dunklen Mächten zu widmen ("'s Nachts wanneer de wind huilt/En de zee zijn wilde golven laat dreunen/Duistere woorden, nachtmerrie der christenmens/Brandend wrakhout verstoort de duisternis"). Des Nachts zog er mit einem gehörnten Rind aus, hing ihm eine Sturmlaterne an eines der Hörner und peitschte es durch die Dünen. Durch das Teufelslicht wurden viele Schiffe von ihrem sicheren Kurs abgebracht und mussten sich ihrer tödlichen Gewissheit ergeben. Sjoerd beraubte die gestrandeten Schiffe unter teuflischem Gelächter um ihre Reichtümer ("Het beest ontgrendeld, de stormlantaarn/Demonische flikkeringen dansen over de duinvallei/Onwetende schepen, gelokt door de dood/Een duivels gelach, een duivels vuur"). Als seine inzwischen verlobte Tochter zurückkehrt, wird sie seiner Taten gewahr. Und so kam es, dass ihr Liebster das "Teufelslicht" mit schwerem Stein erschlug. Als sie mit ihrem Vater an die Stelle kam, erblickten sie jedoch nur den Kahn der Dänen, den sie von Windgeheul und Geschrei begleitet, durch die Dünen segeln sehen konnten. An die Stelle, an der sie standen, wurde die Leiche eines Jungen angespült - es war Ulbe, der zuvor verlorengegangene Sohn ("Jaren verstrijken, tot het onvermijdelijke/Ulbe zal wederkeren/Dreunend gedruis van het wrede water/Loeiende wind, gekraak, geschrei/De zoon is thuis gekommen!/Levenloos/Dood"). Und so konnte auch seine Seele Frieden finden.

Der letzte Teil der Geschichte wurde im Text ausgespart, so ergibt sich in der Geschichte von ELFSGEDROCH kein versöhnliches Ende, im Gegenteil steht hier am Ende nur das Leid und der Tod. Wahrlich eine Geschichte, die würdig ist, in einen erhabenen Black Metal-Song verpackt zu werden. So beginnen die Instrumente hier auch ziemlich räudig und ungestüm, durch die akustischen Gitarren, die neben diesem Sturm gepeitschten Schwarzmetall-Gewitter ebenfalls Verwendung finden, entsteht hier eine sonderbare Mystik, die gleichsam erhaben und episch, aber auch durch und durch melancholisch und zutiefst traurig anmutet.

De Armemanskisten behandelt eine weitere Volkssage aus der niederländischen Küstenregion. Dieses Mal stammt diese von der Insel Terschelling. Diese erzählt von einer Prinzessin, die einst auf Wester-Schelling lebte. Durch ihre tragische Familiengeschichte, war sie anders als Adelige, dem Volk sehr nahe, kümmerte sich um Verletzte und Kranke, gewährte ihnen Bleibe und Versorgung. Eines Tages kenterte ein Schiffs und viele Leichen wurden an den Strand der Insel gespült ("Een schip gegrepen/Door lauwen van de dood/Verankert/Op de Schellinger gronden/Woilend, steeds dieper/Verzwolgen door het zand/De zee verzwelgt haar prooi" und "Hen wacht de ondergang/De wrede verdrinkingsdood/Honderden lijken/Kapot geslagen ov de kust"). Da weder Geld für eine vernünftige Beisetzung, noch Platz auf dem örtlichen Friedhof vorhanden war, ließ sie die Leichname der Schiffbrüchigen zur Burg bringen, in einfachen Holzkisten beisetzen und anschließend die Grabstätte fluten.

Dieser Akt des Mitgefühls wird bei ELFSGEDROCH jedoch in ein morbides Gegenteil verkehrt.. So erinnert der Text in seinem Verlauf sogar ein wenig an BURZUM's Überwerk A Lost Forgotten Sad Spirit. Zeilen wie "Voor jeder een kist/Begraven in de koude grond/Hier, bij de Dodemanskisten/De Armemanskisten/Dwalende zielen/Wanneer de nacht het donerst is/Rusteloze zielen/Rottend vlees in de duisternis/Vorer voor de maden" zeugen von diesem morbiden, ELFSGEDROCH innewohnenden Touch, und lassen gleichzeitig die Trostlosigkeit erkennen, die dieser Situation anhaftet. "Uit het zicht verbannen/Maar niet vergeten/De drooggelopen geulen/Ondergelopen met gitzwart water/Boze geesten/Dwalen/Wanneer de nacht het donkerst is". Genau wie der Text, so erschallt auch die Musik zunächst etwas gediegener, hält sich im getragenen Midtempo, bei dem auch sehr viel Melancholie mitschwingt.

Zur Mitte hin erfährt das Lied dann einen Stimmungswechsel, die Instrumente nehmen an Fahrt auf, das Schlagzeug gleicht einem peitschenden Wind, die Gitarren zaubern einen stolzen Melodiebogen auf den anderen, bis in der fünften Minute dann mit einem kurzen Zwischenspiel des Schlagzeugs abermals ein Wechsel stattfindet: Hier wandelt sich das Treiben endgültig in einen treibenden Black Metal-Song, der zum Ende hin gar noch eine eiskalte Solo-Passage im Gitarrenspiel bietet, bevor er unverhofft endet, was dann wieder einen weiteren Vergleich mit den alten Werken von BURZUM zuließe.

Das vorletzte Stück Rixt deel 1: Het dansende duivelslicht van dood en verderf, stellt den ersten von zwei Akten dar, welche sich in textlicher Hinsicht mit der Erzählung um Rixt van het Oerd (Ritskemooi), die auf der Insel Ameland gelebt haben soll, auseinandersetzen. Sie lebte nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem Sohn Sjoerd zusammen und lebte von den Erzeugnissen ihrer Kuh und angetriebenem Strandgut ("Bij krijsende meeuwen en sikkelduinen/Wandelend in de nooit kalme wind/Sinistere vissersweduwe omringt met de dood/Verlaten, verloren"). Sjoerd wurde erwachsen und verließ Ameland, um sich der Seefahrt zu widmen. Als das Strandgut rarer wurde, erdachte sie in ihrer Verzweiflung einen teuflischen Plan: In einer dunklen und von Sturm gepeitschten Nacht nahm sie eine Sturmlaterne und band sie zwischen die Hörner ihrer Kuh ("Roetzwarte nachten van ijselijke stormwinden/Reddeloze ondergang van nietige schepen/Jammerlijk rondzwalkend langs de hachelijke kust/Luid gillend, duivelse krachten//Wraak op de verdorven mensheid/De lantaarn zwenkt aan de hoorns van het beest") und trieb sie auf die höchste Düne, in der Hoffnung ein armseliges Schiff zum Kentern zu bringen.

Nachdem tatsächlich ein Schiff auf eine Seebank auflief, kenterte und in der Brandung zerbarst, machte sie sich daran, die Wertsachen aufzusuchen ("De golven verzwelgen en spuwen hun prooi, zo fier/Gezwollen lichamen stranden, gekastijd door zeewier"). In einem toten Seemann erblickte sie jedoch: Ihren Sohn. Daraufhin verschwand sie spurlos ("Begerige vingers verstijven in gruwel/Het licht is gedoofd in haar enige zoon/"Barmhartige golf. O, neem mij mee!"/"Ver, ver, in de diepe zee!"").

Sehr passend scheint auch hier, wie schon beim zweiten Lied die Illustration des Todes, der einen gehörnten Stab hält, an dem eine Sturmlaterne baumelt. Der Song an sich ist der längste Beitrag der MLP und präsentiert sich wieder sehr erhaben bis episch, jedoch nicht ohne eine gewisse Traurigkeit aufschwingen zu lassen, die in jeder einzelnen Note spürbar wird. Ein tiefes Empfinden, was die Verzweiflung und den Schmerz dieser Geschichte zum Ausdruck bringt.

Auch hier halten die bereits genutzten Stilmittel wie Tempo- und Stimmungswechsel Einzug und halten das Geschehen durchweg interessant und konstant auf hohem Niveau. Die Ameländer Legende besagt, dass man auch heute noch den ruhelosen, rachelüsternen Geist der alten Rixt über die Oerder Dünenlandschaft heulen hören und ihr Wehklagen vernehmen kann, womit ich beim letzten Lied Rixt deel 2: Geweeklaag der Helleveeg angekommen wäre. Endete der letzte Song noch mit den Zeilen "Weeklagend geschrei ontsiert de duinvallei/Schim onder een knoestige oude vlier/Boosaardige ziel, verankerd in wraak", so setzt dieser direkt hier an. Instrumental gesehen deutlich an BURZUM zu Zeiten von Filosofem angelehnt, entfaltet sich hier eine äußerst düstere, spirituelle Atmosphäre, die einer klassischen Spukgeschichte alle Ehre macht. "Dorstig naar verderf, hunkerend naar wraak/Vannit de duisternis wacht een eeuwenoud kwaad//Sjoerd!/Sjoerd!/Sjoerd!"

Und auf ewig wird ihre ruhelose Seele wandeln...

Fazit:
Was für ein monumentales Werk! Alles, was ich von "Dwalend bij Nacht en Ontij" zu erhoffen gewagt habe, hat sich doch wahrhaftig erfüllt. Jedes Lied für sich ist eine mythische Reise in die düsteren Geheimnisse längst vergangener und vergessener Zeiten. Eine Odyssee in dunkle Gewässer zu nebelverhangenen Eilanden, welche tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt und von der es kein Zurück gibt. Es ist schwerlich zu glauben, aber mit diesem meisterhaften Gesamtkunstwerk haben sich ELFSGEDROCH doch noch einmal selbst übertroffen. Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es die Platte in zwei Editionen, einmal in weiß und einmal in blau, jeweils mit Poster, im Gatefold mit Illustrationen und allen Texten. Bestellungen sind direkt an Diaphora Produktion oder auch direkt an die Band, welche das Werk über ihre Präsenz auf Bandcamp auch in digitaler Form zur Verfügung stellen, zu entrichten.

Atmosphärischer Black Metal mit hohem Anspruch. Ein Meisterwerk, in welches man definitiv Zeit investieren sollte, denn es mal eben schnell abzuhandeln oder nebenbei laufen zu lassen, würde ihm in keinster Weise gerecht werden! Uneingeschränkte Empfehlung meinerseits!


Darbietungen:
01. De broedermoordvloek
02. Het duivelsvuur van Schiermonnikoog
03. De Armemanskisten
04. Rixt deel 1: Het dansende duivelslicht van dood en verderf
05. Rixt deel 2: Geweeklaag der Helleveeg

Laufzeit: ca. 44 Minuten






Mit "Burchten van't Hooghe Noorden" möchte ich mich nun dem anderen Werk aus dem Hause ELFSGEDROCH widmen, welches parallel zur MLP veröffentlicht wurde. Der Titel bedeutet ins Deutsche übersetzt in etwa so viel wie Festungen des hohen Nordens und thematisieren die Groninger Borgen - prunkvolle Landhäuser der früheren Groninger Junker. Die 7'' EP beinhaltet dabei zwei Lieder, die von ihrer Musik her recht unterschiedlich sind, und vielleicht auch deshalb dafür Sorge tragen, dass diese EP alles andere als überflüssig ist....





Die Aufmachung zeigt sich einmal mehr sehr künstlerisch. Der gräulich-beige Grundton wurde auch hier beibehalten, das Gemälde auf der Frontseite zeigt ein paar Farbnuancen und ist wirklich sehr schön anzusehen. So wie man von den Geschichten H. P. Lovecraft's sagt, dass sie stets eine düstere und schleichend-bedrohliche Atmosphäre haben, so kann man das auch getrost von diesem Bildnis behaupten.

Auf der Platte wird dann gewahr, was sich unter der Oberfläche des Gewässers verbirgt, sowohl in visueller als auch in musikalischer Hinsicht. Geschichte wird oft genug mit Blut geschrieben, und auch der Text zu Een Tombe van pracht en praal zeugt davon. Ob auch dieser von einer lokalen Sage inspiriert wurde, vermag ich nicht zu sagen, da ich im Zuge meiner Recherchen zu diesem  keinerlei Informationen gefunden habe. Das Lied wird vornehmlich in einer schnelleren Gangart präsentiert, der zelebrierte Schwarzmetall ist dabei aber immer noch im getragenen Midtempo anzusiedeln. Ebenso fehlen hier natürlich auch die bewährten Stilmittel der Band nicht, und so gibt es einige atmosphärische Akustik-Passagen, genau wie auch Gitarrensoli oder passende Tempowechsel, zur Mitte hin gibt es gar einen wahrhaften emotionalen Ausbruch. Auch scheint es sich hier um ein Lied zu handeln, in dem ELFSGEDROCH einen Kehrreim verwenden.

Verworden tot Wierdeschim besitzt eine treibende Melodieführung, die sich mit epischen, aber auch grimmigen Passagen die Waage hält, inklusive des Einsatzes von Samples. Leider liegen mir auch hier keine Texte vor (die zu Een Tombe van pracht en praal lassen sich aber beispielsweise auf metal-archives.com nachlesen), was mich zu dem einzigen wirklichen Wermutstropfen dieser Veröffentlichung kommen lässt: Dem fehlen eines Beiblatts mit näheren Informationen zu dieser Platte oder den Texten - ist man es doch sonst von ELFSGEDROCH gewohnt, während des Hörens ihrer Werke gleichzeitig auch in ihren Texten zu versinken.

Fazit:
Auch die parallel zur MLP erschienene EP vermag es, zu überzeugen. Die Platte kommt übrigens in einem blassen lila mit einem knochenweiß, was beides sehr gut zur Thematik der Veröffentlichung passt und auch verschiedene Elemente des Artworks aufgreift. Limitiert ist das Ganze auf 300 Exemplare, allerdings auch nicht sichtbar limitiert. An der einfachen Hülle kann man im Übrigen auch erkennen, dass die Veröffentlichung schon etwas länger geplant war, denn unter dem Diaphora Logo prangt eine "2017". Aber das nur als kleine Randnotiz, denn die mitunter ausufernden Produktionszeiten in den Presswerken zu Zeiten, in denen Vinyl wieder voll im Trend liegt, sind ja hinlänglich bekannt. Traurig nur, dass die Genres, deren die eigentliche Ehre gebühren würde, da es ihnen allein zu verdanken ist, dass dieses Medium nicht schon längst ausgestorben ist, immer wieder durch längere Produktionszeiten und Verzögerungen abgestraft werden (aber das ist nun eine ganz andere Geschichte - Anm.). Zwecks einer Bestellung wendet euch am besten an die Kontakte zu Diaphora oder ELFSGEDROCH, die ich bereits weiter oben angefügt habe. Anbei noch das Video zu Een Tombe van pracht en praal vom offiziellen ELFSGEDROCH-YouTube als Einbettung.

Eine nicht minder atmosphärische EP, die der MLP in Sachen Intensität in nichts nachsteht. Hier ist es wirklich schade um das fehlende Beiblatt. Trotzdem sollte man sich auch diese 7'' nicht entgehen lassen und am besten im Einklang mit der MLP genießen.


Darbietungen:
01. Verworden tot Wierdeschim
02. Een Tombe van pracht en praal

Laufzeit: ca. 12 Minuten




Sonntag, 29. April 2018

Nostalgie-Review: Nargaroth - Herbstleyd (CD, No Colours Records - 1998)

Anlässlich des langen Bestehens des ersten Voll-Albums von NARGAROTH, welches sich 2018 zum 20. Male jährt, möchte ich nicht umhin kommen, noch einmal auf dieses großartige Werk zurückzublicken. Im Grunde genommen fing damals genau mit diesem Album auch alles bei mir an. Das wirkliche Interesse an Black Metal, die Faszination für die düstere Atmosphäre, die Kälte und an Hass erfüllten Klängen. "Herbstleyd" stellte für mich persönlich daher immer ein Ausnahme-Album dar, dessen erhabene, wie verträumt-melancholische und auch zutiefst misanthropische Sphäre von der Band in meinen Augen niemals wieder in derart intensiver Weise erreicht wurde...


Mit diesen einleitenden Zeilen möchte ich jetzt jedoch nicht sagen, dass alles, was der Mann hinter dem Projekt, der sich zu dieser Zeit Kanwulf nannte und inzwischen Ash heißt, anschließend zu Stande brachte, ausnahmslos Scheiße gewesen wäre - eher ganz im Gegenteil. Doch allein vom emotionalen, als auch vom musikalischen Standpunkt aus, hat NARGAROTH nach "Herbstleyd" kein ähnliches Album mehr geschaffen.

Es folgt ein kleiner Abriss der Biographie, die dem Protagonisten sei Dank, ja auch für viele viele Jahre umstritten war und es heute ja auch noch in Zügen ist. In vielerlei Hinsicht hat Ash in jüngster Vergangenheit aber Klarheit geschafft. So ging NARGAROTH im Jahr 1996 aus der Asche von EXHUMINENZ hervor, einer Band, die aus Kanwulf, Charoon (der auch NARGAROTH noch für viele Jahre als Gitarrist/Bassist die Treue halten sollte) und Darken (der ebenfalls für das Nachfolgeprojekt als Gitarrist tätig war) bestand. Nach der Erneuerung, welche als Solo-Projekt Kanwulf's konzipiert war, herrschte zunächst Stille, zwischen 1996/97 entstand dann die erste Demo-Kassette "Orke", welche im Original jedoch noch keinen namentlichen Bezug zu dem Projekt aufwies und rein instrumentales Material beinhaltete. Unterstützt wurde Kanwulf schon hier von Charoon an der Gitarre, sowie von L'Hiver (WINTERBLUT) am Schlagzeug. Limitiert war die ganze Angelegenheit dazu auch noch, und zwar auf gerade einmal 150 Stück. No Colours sei Dank wurde die Kassette aber nach und nach immer wieder neu aufgelegt und für jeden Horst zugänglich gemacht. 1997/98 erschien dann eine weitere Kassette mit dem Titel "Herbstleyd", welche die meisten Lieder des späteren Albums in einer frühen Demo-Version zum Inhalt hatte, sowie einige weitere Beiträge und eine Alternativ-Fassung von "Herbstleyd" mit Growls. Die Auflage bezog sich hier auf immerhin 200 Exemplare. Im November 1998 erschien dann das kontroverse Debüt-Album "Herbstleyd". Es folgten im Jahr 2000 die Demo "Fuck off nowadays Black Metal" sowie die Zusammenstellung "Amarok". 2001 erschien mit "Black Metal ist Krieg - A Dedication Monument" das in Augen vieler wohl prägendste Album NARGAROTH's, zu dem ich gerne auf die Rezension von SchädelTrauma verweise, welche das Werk sehr gut widerspiegelt. Aus dem selben Jahr stammt die Mehrfach-Split "Black Metal Endsieg II", die aus dem Hause Sombre Records stammt und eine Neuaufnahme des Songs "Nag ur sol" mit Gesang enthält (das Original stammt noch von der "Orke"-Demo). Ganz unumstritten ist die Veröffentlichung nicht: seitens der Band wird sie als Bootleg angesehen. In 2002 wurde dann mit "Rasluka Part II" der zweite Teil einer geplanten EP-Trilogie veröffentlicht, deren erster Teil jedoch erst zwei Jahre später das Licht der Welt erblicken sollte, da er ursprünglich als Teil einer Split mit MOONBLOOD geplant war. Ein dritter Teil ist allerdings bis heute nicht veröffentlicht worden. Ein Jahr später erfolgte die Veröffentlichung des dritten Albums "Geliebte des Regens", welches noch einmal mehr atmosphärisch ausgelegt war und sich somit an Stimmungen ala "Seven Tears Are Flowing to the River" orientierte. 2004 war NARGAROTH dann besonders produktiv, was die Anzahl der Veröffentlichungen anbelangte, denn neben der "Rasluka Part I" EP erschienen auch die Live-EP "Crushing Some Belgian Scum" und das inzwischen vierte Voll-Album "Prosatanica Shooting Angels", welches ursprünglich auch nicht unter dem Bandnamen veröffentlicht werden sollte, sondern unter dem Namen Prosatanica erscheinen sollte. Da dies aber der Intention Kanwulf's widersprach ("KANWULF IS NARGAROTH, NARGAROTH IS KANWULF - NO COMPROMISE") wurde diese Idee verworfen, und so durften sich die Anhänger mit einem abermals sehr eigenwilligen und 'anderen' Werk auseinander setzen. Im Beiheft gibt Kanwulf auch zu erkennen, dass das Album eher spontan und ohne großartigen Feinschliff eingespielt und veröffentlicht wurde: "The "Satan" within us acts. He does not try!".  Ganze drei Jahre sollte es anschließend dauern, bis man wieder ein hörbares Lebenszeichen der Band vernehmen sollte, denn mit "Semper Fidelis" erschien das Werk, mit welchem sich NARGAROTH neu erfand und mit dem Kanwulf auch endgültig seinen Künstlernamen in Ash änderte. No Colours veröffentlichte es dann auch als auf 99 Stück limitierte Box, die das Album u.a. auch auf LP, welche noch ein paar Lieder mehr umfasste (u.a. das immer wieder durch die Band angekündigte, jedoch nie veröffentlichte "Left behind in suicide"). Die im Vorfeld veröffentlichte Split-Single mit SARVARI aus dem Hause Zyklon-B Productions habe ich mal absichtlich außer Acht gelassen, da sie von Seiten der Band her ebenfalls als Bootleg angesehen wird (und wer die Praktiken dieses Labels erlebt hat, wird damit einhergehen, dass hier nicht immer alles mit rechten Dingen zugegangen ist). Neben einer Doppel-DVD aus dem Jahr 2008 erschien dann 2009 das Album "Jahreszeiten", eine Vertonung von "Frühling", "Sommer", "Herbst" und "Winter" und zumindest in der LP-Fassung mit Auszügen aus Kanwulf's/Ash's Buch "Between the Stones" zwischen den eigentlichen Liedern, aus welchem man schon in Form des Projekts TORRENT (gemeinsam mit Akhenaten von JUDAS ISCARIOT, Album "Between the Stones") rezitierte. Erst im Jahre 2011 folgte dann mit "Spectral Visions of Mental Warfare" eine Kooperations-Arbeit mit dem Projekts NYCHTS aus der Schweiz, weswegen das Werk auch sehr Ambient lastig ausgefallen war. Eine Sache, mit der sich nicht jeder anfreunden konnte, wie auch ich (eine Besprechung lässt sich >>hier<< nachlesen). Zudem erschien mit "Rasluka" eine Zusammenstellung beider Teile auf einer LP, jedoch mit zwei leicht editierten Songs. 2012 erschien dann die letzte Zusammenarbeit mit dem Label No Colours in Form von "Black Metal manda hijos de puta" ("Black Metal Rules, Motherfuckers"), ein Live-Album als Tribut an die Black Metal Szene in Lateinamerika. Im Jahr 2013 brach man dann endgültig mit No Colours und ganze vier Jahre war es still um NARGAROTH, doch war Ash keineswegs inaktiv: so gab er ein beispielsweise ein kurzes gesangliches Gastspiel auf der "Dead Soul Requiem" EP der Australier DROWNING THE LIGHT (>>hier<< geht's zur Rezension). Bis dann mit "Era of Therenody" eine meiner persönlichen Enttäuschungen des Jahres 2017 veröffentlicht wurde (die Rezension lässt sich für alle Interessierten >>hier<< nachlesen).

Man sieht also, im Laufe der Jahrzehnte hat sich einiges getan im Hause NARGAROTH, viel hat sich zudem geändert und auch gewandelt - und das nicht nur von der eigentlichen Intention her, sondern auch textlich und musikalisch. Und dies geschah nicht immer zum Besseren, wie ich finde. Aber das soll hier nicht das Thema sein - und wer bin ich, dass ich über solcherlei Dinge urteile. Ich möchte mich daher dem Kern dieser Nostalgie-Rezension widmen: dem Album "Herbstleyd". Jenes Album, mit dem alles begann. Für NARGAROTH, wie auch für mich...

Wenn man das Werk zunächst einmal ganz nüchtern betrachtet, sticht die schlichte, wenn auch stilsichere und zweckhafte Aufmachung ins Auge. Logo, Foto in kriegerischer Rüstung zu Pferde, der Titel in kunstvoller Schrift. Auf der Hinterseite lassen sich die Titel in Fraktur finden, sowie die Kontaktdaten des Labels, die damals auch den einigen Weg darstellten, mit der Band in Kontakt zu treten. Das hat sich in Zeiten von sozialen Internet-Geschwüren freilich auch geändert. NARGAORTH ist hier bereits als ausgewiesenes Solo-Projekt aktiv, Kanwulf erhält jedoch Unterstützung durch Charoon an den Gitarren. Das Schlagzeug wurde Gerüchten zufolge programmiert und kommt wohl aus der Konserve, kann sich für einen Computer aber gut hören lassen (kleine Anmerkung am Rande: im Beiheft der zweiten CD der Band TRIMONIUM "Blow The Horns" wird Kanwulf für die Bereitstellung des Drumcomputers gedankt, in einem Interview mit der Band wird gesagt, dass dieser auch auf "Herbstleyd" Verwendung fand). Auch die kontroversen Äußerungen im Beiheft der CD-Erstauflage möchte ich hier eigentlich gar nicht weiter ausführen - ich denke, dass sich der Protagonist hinter dem Projekt seit Veröffentlichung zu Genüge in Interviews dazu geäußert und seinen Standpunkt dazu deutlich gemacht hat.

Gestaffelt ist das Werk in sieben Lieder, da sowohl Introduction, wie auch Outroduction jeweils mit dem nachfolgenden, bzw. vorangegangenen Stück gekoppelt wurden. Somit ergibt sich allein für den ersten Beitrag der CD eine Laufzeit von mehr als 16 Minuten. Die Introduction stellt aber bereits mehr dar, als ein lieblos zusammengeschustertes Dark Ambient-Stück oder dergleichen, sondern es handelt sich hier um eine Collage aus verschiedenen Film-Samples (u.a. Xena und Space 2063) als auch von Naturgeräuschen. Sehr träumerisch und es bereitet den Hörer mental auf das vor, was ihn in den nächsten rund 70 Minuten auf seiner Reise durch die Dunkelheit der Seele erwartet. Mit den letzten Worten des Monologs "Aber selbst wenn der Feind jeden Menschen auf der Erde tötet... den Herbst wird es immer geben" erklingen die ersten Riffs von Herbstleyd. Eine getragene Melodieführung, ein beinahe wölfisches Wehklagen, ein dezent einsetzendes Flötenspiel, untermalt mit andächtigen Chören, das Schlagzeug wird schneller, wird von einem beschwörenden Gong begleitet und nach einer kurz einsetzenden Pause entlädt sich ein wahres Gewitter, nur um dem Hörer durch einen erneuten kurzen Einspieler wieder in träumerische Sphären zu hiefen, bis es dann anschließend wirklich mit brachialer Gewalt ans Eingemachte geht. Mit einem verzweifelten Keifgesang, der aber zeitgleich so abgrundtief von Hass erfüllt zu sein scheint, zelebriert Kanwulf sein "Herbstleyd". Bei Zeilen wie "Rote Tränen sich vermischen,/mit dem toten Laub./Angst die Liebe hieß, ein Dolch/aus Hass, nun in mei'm Herz tief schläft." oder "Leyd sei mein Begehr,/und tief im Herbst sei mir der Tod beschert." läuft mir auch heute noch ein eiskalter, aber auch wohliger Schauer über den Rücken und verursachen eine Gänsehaut nach der anderen. Allein dieses vertonte Gedicht ist große Kunst. Mit Karmageddon zelebriert man einen der wohl kontroversesten Songs der Band-Geschichte, worauf ich im Verlauf mehr drauf eingehen werde.  Er beginnt beinahe ruhig und mit einem kurzen Monolog "The day darker than night and the water red/from the blood of the pained". Danach zieht ein schwarzer Sturm auf und tilgt alles, was Licht ist, von dieser Erde. Ein Text, der ganz in der Tradition antichristlicher Lyrik Marke alter Norweger oder alter Polen steht, sich aber auch auf Golgatha bezieht, erschallt durch diesen Sturm. "Sword sound in heaven,/deep red the sun./Fullmoon in red side,/God lost his only sun." Am markantesten und den meisten wohl am ehesten im Gedächtnis haften geblieben wird jene Zeile sein: "When I die/...", welchem in den Ohren vieler (nicht nur der Kritiker) ein "Sieg Heil" folgt. Nimmt man die Original-Aufnahme der Demo zu Grunde, müsste es wohl eher ein "Good bye" sein, was hier aber doch eher unwahrscheinlich sein dürfte. Da man sich hierzu aber auch nie wirklich klar äußerte und diese Passage durch die "..." offen gelassen hat, bleibt die Interpretation dem Hörer überlassen. Und sollte es sich doch um die zwei 'bösen' Worte handeln, so darf man sie wohl eher in dem Kontext verstehen, wie auch der Text gemeint ist und nicht etwa in einem politischen. Was hier auch in musikalischer Hinsicht auch noch einmal mehr als offenkundig wird, ist, dass NARGAROTH, in Persona Kanwulf großer Anhänger der Musik GRAVELAND's zur Thousand Swords-Ära gewesen ist. So lassen sich markante Passagen im Spiel der Gitarren, im Schlagzeug, wie auch der Einsatz der unheilvollen Posaunen klar als Hommage an diese berüchtigte und verruchte Band aus Polen erkennen. Doch die reine Erzählweise mit dem kurzen einleitenden Monolog, wie auch mit dem Monolog am Ende lassen auch einen Vergleich mit DISSECTION's Klassiker Where Dead Angels Lie zu. "And my hate has no mercy."! Das nachfolgende Stück mit dem Titel Nargaroth (im Original mit dem Untertitel Symphonie ewigen Lebens) stellt ein instrumentales Zwischenspiel dar, welches stolzen Black Metal zelebriert und gerade wenn man das Ganze im Kontext des eigentlichen Untertitels betrachtet, eine Ode an sich selbst ist. Einige eingestreute Schreie inklusive. Des alten Kriegers Seelenruh', welches auf der Kassette noch den englischen Titel Frozen Emotions in the Naked Northwind trug, ist ein ebenfalls sehr getragener und erhabener Midtempo Schwarzmetall, der die Geschichte eines alten Kriegers erzählt, der sich in den schneebedeckten Bergen zur letzten Ruhe bettet. Dabei geht es hier in textlicher Hinsicht wieder sehr poetisch zu: "Eisige Gebirge schlafen in meinem Blick/am Rande tiefer Wälder ich stehe./Der frostige Wind des nackten Windes,/ist alles was ich je gehört.//Unter Türmen welche einst erstürmt,/lieg ich nun und blicke ins Tal./Und Kreationen aus Eis betrachtend,/warte ich auf den Sonnenfall." Er lässt seine Taten Revue passieren und einem Sturm gleich, der seine Asche mit dem Wind hinfort trägt, endet die Geschichte mit einem wahren Ausbruch an Emotionen, nachdem man sich beinahe schon auf ein besinnliches Ende eingestellt hatte: "Sie haben geschrieen, als mein Schwert ihre Föten erschlug,/geschrieen durch den Hass, den ich in meinen Augen trug.//Ein Sturm zieht auf...". Das folgende, etwas mehr als 18 1/2 Minuten lange, Monumental-Werk Amarok - Zorn des Lammes brachte es im Verlauf der Geschichte der Band auf bisher zwei Fortsetzungen (auf Amarok und Black Metal ist Krieg zu finden). Das Lied wird durch ein zusammengeschnittenes Sample aus dem Film Die Zeit der Wölfe eingeleitet, welcher nur vordergründig einem Werwolf-Märchen ähnelt, vielmehr geht es um verlorene Unschuld, das Böse im Menschen und um die Schwelle vom Kindsein in die Welt der Erwachsenen (lange nicht mehr gesehen - Anm.). Wer den Film nun kennt, ist hier klar im Vorteil, denn sowohl aus dem Monolog des Samples, als auch aus den Bildern eben dieser erschließt sich auch etwas der Text, in dem es um Scheinheiligkeit und allgemein die Verlogenheit der katholischen Kirche, bzw. einiger Verteter dieser geht, aber auch um Leute, die einfach nur blind glauben und folgen. "Das weiße Lamm trägt ein schwarzes Kleid,/es badet in erbrochenem Leid." oder "Ihr... währet, habt ihr einst gepredigt,/der Unschuld unbefleckte Kinder./Lügen haben sich verewigt.../Lobpreisend steinigt nun den Finder." sprechen es ja deutlich aus. Die Wut entlädt sich dann im letzten Absatz, der da lautet: "Wüten wird das schwarze Lamm,/zerreißen eure falschen Kehlen,/die Wahrheit mit dem Tage kam,/nie wieder werdet ihr sie quälen..." Ausleitend gibt es dann wieder ein Sample aus dem besagten Film zu hören... "Merk' dir eines, in der Nacht ist schon mancher Wolf erwacht./Weine um sie keine Träne, Wolfe haben scharfe Zähne." Mit Das schwarze Gemälde folgt nun ein instrumentales Dark Ambient-Stück, welches eine sonderbar morbide Faszination auf den Hörer auszuüben vermag. Nicht umsonst erklärte Kanwulf einmal in einem Interview, dass er sich dieses Stück als einzigen Beitrag der Herbstleyd LP auch heute noch anhören könne. Ich will einmal aus dem begleitenden Text heraus zitieren, der leider in dem Lied selbst keine Verwendung findet: "Ein schwarzes Kunstwerk, dessen Künstler namenlos in uns vergraben kreative Denkprozesse leitet, in unserem Blick. Für den Dekadenten ein lebloses Pergament willenloser Ästhetik. Für den Sehenden, eine erleuchtete Ebene des kargen, schmachtenden Daseins im Rausch vollendeter Schönheit. Mit dem Blut der Schuld gezeichnet, offenbart es uns Bilder unserer Sehnsüchte und unserer Phantasie." Unversöhnlich bleibt auch der Schluss, denn nur jene, die sehen, werden auch die Weisheit erlangen. In diesem Zusammenhang ist Das schwarze Gemälde wohl auch als eine Ehrerbietung an den Black Metal zu verstehen. "Es ist Schmerz, der unbändige Lust in mir gebar. Freuet euch, ihr glückseligen Kinder des Lichts. Doch euer Gemälde wird ewiglich nur schwarz sein." Mit dem Lied "Vom Traum, die Menschheit zu töten" präsentiert uns Kanwulf auch bereits die letzte musikalische Darbietung. Eine misanthropische Hymne, die in ihrer Intensität auch heute noch ihresgleichen sucht (wobei ich nicht ohne Grund in meiner Rezension zu WINTARNAHT's "In Âgez" auf jenes Lied verwies - diese lässt sich >>hier<< nachlesen). Die Musik selbst ist auch hier im getragenen Midtempo gehalten, ist unterlegt mit Chören und wird durch den sehr grimmigen Gesang nochmals in ihrer verträumten Misanthropie unterstrichen. Wenn Kanwulf in einem Moment der andächtigen Stille auf einmal ein hasserfülltes "Ich hasse euch!" zum besten gibt, läuft es einem eiskalt den Rücken hinunter. "Ur' ward es mir gewahr./Wir haben gesiegt, wir haben gesiegt!" Böse Zungen behaupten nun, dass man hier ebenfalls noch ein "Sieg Heil" hört, und ja, vielleicht mag das stimmen, doch wer sich mit dem Text nun auseinandergesetzt hat, wird einen politischen Kontext wohl kaum erkennen. Der Sieg über das Menschsein, der Traum von menschenleerer Schönheit... "Eines Tages werde ich euch alle verrecken lassen!/Vom Traum die Menschheit zu töten." Es folgt die Outroduction, welche ein passendes Sample aus der Serie Babylon 5 enthält. Mit einem Auszug aus diesem möchte ich meine Rezension auch enden lassen: "Es gibt eine größere Dunkelheit als die, die wir bekämpfen. Es ist die Dunkelheit der Seele, die von ihrem Weg abgekommen ist. Der Krieg, den wir führen, richtet sich nicht gegen Großmächte oder Herrscher, sondern gegen Chaos und Verzweiflung. Viel schwerwiegender als der Tod der körperlichen Materie ist der Tod der Hoffnung, der Tod der Träume.//(...)//Niemand weiß, wie die Zukunft aussieht und wohin sie uns führen wird. Nur eines wissen wir: Sie wird stets unter Schmerzen geboren…"

Mit Herbstleyd ist NARGAROTH, in Persona Kanwulf aka Ash ein Klassiker misanthropischer Tonkunst geglückt, den er zwar in dieser Form nie wieder erreichen konnte, jedoch so manchen Kopf und so manche spätere Band geprägt hat, sei es stilistisch, musikalisch oder lyrisch. Dabei ist das Werk aus Sichtweise eines Black Metal-Albums vielleicht eine Spur zu träumerisch, zu poetisch und zu märchenhaft und erzählerisch. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es viele einfach nicht wertschätzen aus genau diesen Gründen, sich gar nicht erst versuchen, darauf einzulassen, vielleicht auch aus Angst vor dem, was sie selbst von sich in diesem Album wiedererkennen, wenn sie sich eingehender mit ihm beschäftigen. Herbstleyd ist definitiv keine leichte Kost und nicht für jeder Mann zugänglich, aber für einige kommt es einer Offenbarung gleich, die so viel intensiver und persönlicher ist, als etwa ein Black Metal ist Krieg oder Semper Fidelis. Ungeachtet dessen, wie man zu der Band steht, oder was man über die Person dahinter auch denken oder halten mag. Die spürbare Hingabe, die allgegenwärtige Dunkelheit, das Blut mit dem dieses Album geschrieben wurde, die Traurigkeit, der Hass und die Wut, die Melancholie... all' das macht Herbstleyd zu einem nostalgischen, zeitlosen Album - Hateful Misanthropic Metal! Das Album gibt es heutzutage immer noch ohne Probleme zu kaufen - für die ersten Auflagen müsste man aber schon etwas länger suchen, und die wird man wohl auch nicht so günstig ergattern können. Da das Projekt inzwischen unter dem Banner des eigenen Labels Inter Arma Productions agiert und sämtliche Werke dort auch in diversen Formen wiederveröffentlicht hat, empfiehlt sich hier ein Blick auf deren Seiten.


01. Introduction - Herbstleyd
02. Karmageddon
03. Nargaroth
04. Des alten Kriegers Seelenruh'
05. Amarok - Zorn des Lammes
06. Das schwarze Gemälde
07. Vom Traum, die Menschheit zu töten - Outroduction