Mittwoch, 20. Dezember 2017

Review: Örth - Nocturno Inferno (MC, A Fine Day To Die Records - 2017)

Bei ÖRTH handelt es sich um ein altes Projekt aus Norwegen. Verkörpert wurde die Horde durch V-Rex (ARVAS) am Gesang, den Gitarren und am Bass, Ares (AETERNUS, ARVAS) am Bass und am Gesang, Grim (ex-GORGOROTH, ex-BORKNAGAR) am Schlagwerk. Nach dem Selbstmord von Grim im Jahr 1999 löste sich die Band auf und machte ab 2001 unter dem Namen ARVAS weiter, unter welchem sie bis heute (mit einer längeren Auszeit) immer noch Musik machen. "Nocturno Inferno" war als Debüt-Album bereits im Jahr 1996 angedacht, doch führten unglückliche Umstände dazu, dass es für mehr als 20 Jahre unveröffentlicht blieb. Zumindest offiziell - denn die Band verteilte damals wohl ein paar wenige Exemplare an einen ausgewählten Personenkreis.



So viel nun zum geschichtlichen Hintergrund des hier vorliegenden Werkes. Allein schon die Beteiligung von Erik "Grim"  Brødreskift, den ich unzweifelhaft für eine Größe der Szene dieser Epoche halte, ließ mich aufhorchen. Das Album ist natürlich auch seiner Person gewidmet und bewahrt somit direkt sein Andenken. Sogar einen Song hat er zusammen mit Ares geschrieben, daher klingt "Path of Sorrow" vielleicht auch nicht ganz von ungefähr latent nach alten GORGOROTH. Schon das instrumentale Intro "HYmn des Mortes Part I" macht unmissverständlich deutlich, was die geneigte Hörerschaft in der nächsten guten 3/4 Stunde erwarten wird: norwegischer Black Metal der alten Schule. So wird der Hörer bereits mit "The Silence of the Guide" auf eine musikalische Zeitreise in die späten Anfänge der 90er entführt. Der Song hätte auch gut und gern 1993 entstanden sein können, zitiert sowohl frühe GORGOROTH als auch alte EMPEROR und alle, die die Werke genannter Horden dieser Epoche zu schätzen wissen, werden sich hier auf Anhieb heimisch fühlen. Genau in dem Stil geht es auch mit "A Sign in Time" weiter. Da kommen mir auch noch die Schweden von THORNIUM mit ihrem '95er Album "Dominions Of The Eclipse" in den Sinn (kleiner Geheimtipp, für alle, die es immer noch nicht kennen sollten). "Bonded" stellt dann einen leichten Wandel da. Die Instrumente sind langsamer vorgetragen, beinahe von träumerischer Schwebe. Der Gesang ist zumeist eher flüsternd und so erhält das Ganze eine leicht psychedelische Note meiner Meinung nach, was dann so etwas an OPHTHALAMIA aus Schweden (gibt es ja leider auch nicht mehr) erinnert. Ein höchst emotionaler Beitrag. "The Worshipper" geht dann wieder von Anfang an in die Vollen. Die B-Seite geht dann auch gleich weiter mit "Moonstorm"... und einem Sturm nächtlicher Wesen und Gestalten gleicht dieses Stück mit Sicherheit. Darauf folgt der zweite Teil der instrumentalen "Hymn des Mortes"-Reihe, was in dem bereits erwähnten "Path of Sorrow" endet. Die letzten beiden Lieder "Hymn des Mortes Part III" und "Den Gamle Manns Profetier" entstanden zu einem späteren Zeitpunkt 1996 mit Arctander am Schlagzeug (ich denke mal, dass es sich um den Trommler bzw. Sänger von KAMPFAR und HADES ALMIGHTY handelt).

Fazit:
Die Aufnahmen von ÖRTH's "Nocturno Inferno" sind wie schon erwähnt älteren Datums, und stammen aus einer Ära, in der Black Metal aus Norwegen noch etwas bedeutete und eine Art Qualitätsmerkmal darstellte. Als Schwarzmetall noch mehr ein Gefühl denn reines Musik-Buisness darstellte. Das hört man dem Werk auch deutlich an. Doch wird das Neulinge wohl kaum mehr vom Hocker reißen, die diese glorreiche Ära nicht selbst erlebt haben oder sie auch heute noch hochhalten. Denn rein musikalisch betrachtet bringen ÖRTH natürlich überhaupt nichts Neues, was man nicht schon einmal gehört hätte, daher hat dieses Kleinod wohl eher einen reinen Nostalgie-Wert, der aber nichtsdestotrotz enorm hoch ist. Die Kassette ist schwarz mit direktem Druck und Pro-Cover, limitiert ist auf 200 Exemplare. Der Preis beläuft sich auf 7,- Euronnen und kann direkt über A Fine Day To Die Records bestellt werden. Es erschien auch eine CD im Digipak über Satanic Art Media, diese ist auf 500 Exemplare limitiert.

True Norwegian Black Fuckin' Metal at its best! Uneingeschränkte Empfehlung!


Darbietungen:
A-01. Hymn des Mortes Part I
A-02. The Silence of the Guide
A-03. A Sign in Time
A-04. Bonded
A-05. The Worshipper
B-06. Moonstorm
B-07. Hymn des Mortes Part II
B-08. Path of Sorrow
B-09. Hymn des Mortes Part III
B-10. Den gamle manns profetier

Laufzeit: ca. 44 Minuten




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