Montag, 5. Juni 2017

Review: Nightbringer - Terra Damnata (CD, Season of Mist Underground Activists - 2017)

Ihr bereits fünftes Album präsentierten uns dieses Jahr die Amis von NIGHTBRINGER. "Terra Damnata" ist der Nachfolger des 2014er Albums "Ego Dominus Tuus" (ist das tatsächlich schon so lange her?) und wurde einmal mehr unter dem Season of Mist Ableger Underground Activists veröffentlicht. Was man von dem Werk erwarten darf, lest ihr im folgenden...







Und schon bei den ersten Klängen wird deutlich, dass NIGHTBRINGER ihrer Linie treu geblieben sind und sich kein Stück haben verbiegen lassen. Immerhin ein kleines Kunststück mit einem derart großen und bekannten Label im Background. Wahrscheinlich dafür auch der 'Underground Activists'-Zusatz. Die Band führt den eingeschlagenen Weg von "Ego Dominus Tuus" gnadenlos fort und fügt diesem sogar noch ein paar Facetten hinzu. So klingt gleich der Opener "Wolves Amongst Ruins" um ein Vielfaches chaotischer, vor allem das Gitarrenspiel wirkt technisch ausgefeilt und disharmonisch bis chaotisch. Ein Merkmal, welches aber durchaus gewollt ist und konsequent einem roten Faden zu folgen scheint. Auch das sehr düstere Spiel an den Orgeln zum Ende hin erzeugt direkt ein beängstigendes Gefühl beim Hörer und passt daher sehr gut zur Gesamtheit des Songs. Mit "Misrule" geht es dann auch gleich weiter. Chaotisch wirkendes Gemetzel wäre hier noch untertrieben. Die Gitarren schweben in Sphären jenseits der uns fassbaren Welt und das Schlagzeug gleicht einem MG, welches einfach alles niedermäht. Hinzu gesellen sich hier düstere Chöre und Samples, die den ohnehin schon paranoiden Eindruck noch verstärken. Zur Mitte hin wird dann auch der letzte gesunde Geist, der seinen Verstand bis dahin noch nicht verloren hat, dem Wahnsinn anheim fallen, denn das okkulte Midtempo-Geplänkel, welches dann zur Mitte hin einsetzt, wird auch gestandenen Seelen den Rest geben. Wer dann noch kann, der bekommt mit "Midnight's Crown" einen sehr erhabenen und fast schon 'episch' wirkenden Song zu hören. Danach wird die Paranoia der ersten zwei Lieder zwar nicht mehr erreicht, der gelungene Mix aus absolutem Chaos, Finsternis und hymnischen Momenten bleibt aber bis zum Schluss bestehen.

Fazit:
Was NIGHTBRINGER hier geschaffen haben, ist wirklich faszinierend. "Terra Damnata" erweist sich alles andere als zugänglich, ganz im Gegenteil tut dieses Werk alles dafür, um unaufmerksame Hörer abzuschrecken. Wer jedoch gewillt ist, sich eingehender mit der Materie dieser Band auseinanderzusetzen, dem wird sich das Album früher oder später erschließen. Das vornehmlich herrschende esoterische Chaos verfolgt einen Plan und ein genaues Konzept. was "Terra Damnata" zu alles anderem, als ein 'Album für zwischendurch' macht. Sowohl die CD im Digipak als auch die luxuriöse DLP erschienen bei Season of Mist Underground Activists - wer nicht bei den Franzmännern bestellen möchte, der kann sich an diverse deutsche Mailorder wie Amor Fati Productions wenden, welche beide Format im Distro führen.

Chaotic Esoteric Black Metal Art - ungewöhnlich und nicht leicht zugänglich. Wer sich aber drauf einlassen kann, den erwartet ein geniales Machwerk!


Darbietungen:
01. Wolves Amongst Ruins
02. Misrule
03. Midnight's Crown
04. Of the Key and Crossed Bones
05. Let Silence be His Sacred Name
06. Inheritor of a Dying World
07. The Lamb of Inverse Light
08. Serpent Sun

Laufzeit: ca. 52 Minuten




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