Sonntag, 18. September 2016

Vorab-Review: Odal - Geistes Unruh (LP, Eisenwald - 2016)

Mit "Geistes Unruh" melden sich nun bald auch die Schergen von ODAL lautstark zurück. Etwa acht Jahre sind seit dem letzten Voll-Album "Zornes Heimat" vergangen, zwischendurch kamen noch ein Box-Set, eine Split mit den überragenden Sõjaruun aus Estland, eine Compilation und die jüngst veröffentlichte EP "Der Dunkelheit Reiter" heraus (als LP unter dem Banner von Taaken's Schmiede Black Devastation und als CD unter dem NSBM-Label Christhunt Productions). Das aktuelle Werk wird nun erstmals über die deutsche Eisenwald Tonschmiede präsentiert...




und allen, die mit dem Label-Wechsel schon befürchtet hatten, dass sich die Band irgendwie etwas zahmer gibt, den kann ich getrost beruhigen. "Geistes Unruh" setzt stilistisch genau dort an, wo 2008 "Zornes Heimat" endete. Dieses erschien damals noch unter Christhunt - für einige wird es also auch durchaus positiv aufgenommen werden, dass sich die Horde von dieser Schmiede ein Stück weit entfernt hat - allerdings wird eine CD-Auflage des Albums wohl nicht über Eisenwald kommen, ob und wo diese erscheinen wird, bleibt also erst einmal offen. Aber ich bin jetzt auch niemand, der mit der Politik-Keule schwingt, in erster Linie kommt es mir auch mehr auf den Inhalt an - Fakt ist, dass die Musik von ODAL niemals etwas mit Politik, egal welcher Ausrichtung, zu tun hatte.

Genug davon. Widme ich mich wieder dem Kern dieser Rezension: der aktuelle Auswurf der thüringischen Horde um Taaken (Erhabenheit, Wolfsschrei und u.a. die inzwischen leider aufgelösten Projekte/Bands Seelengreif, Wald Geist Winter und Salvation 666) macht auch auf dieser Veröffentlichung deutlich, dass sie eindeutig zu den machtvollsten Underground-Horden aus Deutschland gehören. Ursprünglicher Schwarzmetall, der einem epischen Sturm gleicht und dabei noch ein paar leichte Anleihen an den Pagan Metal und Folklore ("Pfad der Zeit") zulässt. Neu hinzu gekommen ist hier der gekonnte Einsatz von erhabenen Keyboards ("Erblicke das Chaos"), die dominanter als auf älteren Veröffentlichungen auftreten, wenn es denn mal welche zu hören gab. Ansonsten wird hier eigentlich alles aufgefahren, was man von einem neuen ODAL Album erwarten darf. Mächtiges Riffing, eine über jeden Zweifel erhabene Produktion, geile Melodien und ein absolut kalter Gesang tragen dieses Machwerk und lassen es zu einem der in meinen Augen interessantesten deutschen Beiträge in diesem Jahr werden.

Fazit:
ODAL's "Geistes Unruh" steht einmal mehr für Kälte und misanthropische Gedankenwelten. Die Musik bewegt sich auf gewohnt hohem Niveau und macht einmal mehr deutlich, dass ODAL nicht nur im nationalen Underground sondern auch im internationalen Vergleich eine Macht sind, mit der man rechnen muss. Das nunmehr vierte Voll-Album des Trios aus Thüringen wird am 30. September als 12'' LP erscheinen (hier geht es zum Shop von Eisenwald, welcher allerdings aktuell immer noch offline ist), sowie als Digitales Album im Eisenwald-Bandcamp zur Verfügung stehen. Eine CD-Auflage steht noch aus, wird aber mit Sicherheit kommen - ob über Eisenwald oder doch ein anderes Label, wird sich zeigen.

Definitiv ein Highlight der diesjährigen Schwarzmetall-Alben aus Deutschland. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
A-01. Geistes Unruh
A-02. ...flammender Geist
A-03. Erblicke das Chaos
B-04. ...in steter Wiederkehr
B-05. Nie erreicht
B-06. Pfad der Zeit

Laufzeit: ca. 45 Minuten

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