Freitag, 8. November 2013

Review: Inquisition - Obscure Verses for the Multiverse (LP-Boxset, Season of Mist)

Nun bin ich auch endlich im Besitz des neuen Albums der Band, die ihre Karriere in Chile begann, sich quasi auflöste und vom Gründer, der nach zurück nach Nordamerika ging, als Duo neu begründet wurde. Der Stil wandelte sich von Thrash in Black Metal. Minimalistische Mittel, maximale Leistung. So besteht Inquisition bis heute nur aus Dagon (Gesang, Gitarre) und Incubus (Schlagwerk). Auch auf der Bühne präsentiert man sich nur zu zweit. Mit "Obscure Verses for the Multiverse" veröffentlichte man nun das mittlerweile sechste Studio-Album.


...und, um es gleich zu sagen: dieses Album stellt bis auf eine Ausnahme alles bisherige in den Schatten, was die Band bisher zelebriert hat. Nicht nur die Tatsache, dass Inquisition es wohl endlich geschafft haben, bekannter zu werden - so veröffentlicht man neuerdings bei Season of Mist aus Frankreich und hat auch nicht mehr ein eher rein undergroundiges Label wie No Colours im Hintergrund, was der Band wohl nicht mehr viel mehr als das bisher erreichte bieten konnte. In wie weit da die doch relativ offene Haltung zum Thema Politik beim Label da eine Rolle gespielt hat, kann auch nur gemutmaßt werden und wäre reine Spekulation, also lassen wir das. Musikalisch hat sich jedoch glücklicher Weise gar nichts geändert. Der Stil ist bekannt: druckvoller Black Metal. Satanisch, düster, okkult, antikosmisch, erhaben. Eine derart fette Produktion wie auf dem neuen Album habe ich bei der Band auch noch nicht vernommen. "Obscure Verses..." ist zeitgleich die konsequente Fortführung des musikalischen und konzeptionellen Stils des letzten Langspielers "Omnious Doctrines of the Perpetual Mystical Macrocosm" und eine Hommage an die eigentlichen Wurzeln von Inquisition. So bietet dieses Album stellenweise sehr geile Thrash-Einlagen, was insbesondere im Gitarrenspiel deutlich wird. Aber keine Sorge, arg thrashig geht es hier nicht zur Sache. Hier dominiert der hymnische, erhabene Black Metal, der stets den richtigen Rhythmus findet und vielerorts sehr feine Melodien bietet, die jedes schwarze Herz höher schlagen lassen dürften. Dagon experimentiert sogar hier und da auch mit seiner Stimme. Von seinem unvergleichlichen kehligen Black Metal Schreigesang (der ja allein für sich schon sehr fascettenreich ist), hin zu Death-Growls. Im letzten Lied wird es, ganz im Stile des neuen Acherontas-Albums, sogar etwas orientalisch. Das eigentliche Album beinhaltet neun Lieder, lediglich bei dem zweiten scheint die Band etwas rumgespielt zu haben, hört man doch eine Solo- und eine Rhythmus-Gitarre zugleich - aber scheiß was drauf. Die limitierten Ausgaben enthalten darüber hinaus noch ein zusätzliches Lied in Form einer Neuaufnahme von "Where Darkness is Lord and Death the Beginning". Ich will nicht unbedingt so weit gehen und sagen, dass diese Neueinspielung dem Song ganz neue Fascetten gibt, aber als Song ansich fügt sich das ganze grandios ins Klangbild der "neuen" Inquisition ein und rundet das Album noch einmal vollends ab.

Fazit:
Jeden einzelnen Song hier zu besprechen, habe ich mir bewusst ausgespart. Dieses Album sollte man als das sehen, was es ist: ein Gesamtkunstwerk - Punkt! Es ist schon lange her, dass ich diese Band derart spielfreudig erlebt habe. Das letzte Werk war schon eine Klasse für sich, reichte jedoch auch nicht wirklich an ältere Sachen wie "Magnificient Glorification of Lucifer" heran. Aber "Obscure Verses for the Multiverse" schafft es wirklich, mich vollends in seinen Bann zu ziehen. Es benötigt zwar ein paar Anläufe, bis man es in all seinen Fascetten erfassen und begreifen kann, aber wenn es erst zündet, dann richtig! Für mich ist dieses Machwerk der schwarzen Künste ohne Wenn und Aber DAS Black Metal-Album 2013! Und wer jetzt allen Ernstes noch daherkommt und dieser Band Verrat am Underground vorwirft und sie als Nestbeschmutzer bezeichnet, hat rein gar nichts verstanden! Für mich gehören Inquisition immer noch zu der kleinen Liga jener Bands, denen ich ihr Image als Satanisten wirklich abnehme. Authentisch durch und durch, ohne viel Tamtam, Deko-Nonsens und Übertriebenheit. Neben der normalen CD im Jewelcase gibt es noch eine limitierte Digi-CD-Box mit Aufnäher und Schlüsselanhänger aus Ziegenleder (Määäääh ist limitiert auf 4000 Stück weltweit). Darüber hinaus wurden drei Vinyl-Ausgaben gefertigt: einmal in schwarz (500 Exemplare), braun (300 Exemplare) und transparent (150 Exemplare). Zudem gab es das Album exklusiv im Season of Mist-Shop in zwei verschiedenen Box-Ausführungen: einmal als LP-Boxset in goldenem Vinyl, inklusive Aufnäher aus satanischem Ziegenleder, dem Schlüsselanhänger ebenfalls aus Ziege und der Digi-CD mit Bonuslied. Die Box selbst ist ebenfalls aus Mähmäh gefertigt (limitiert auf 200 Exemplare und handnummeriert), sowie als LP-Boxset in Pazuzu-grünem Vinyl, inklusive Aufnäher und normaler Jewelcase-CD. Die Box ist hier aus Rinderleder gemacht (Muuuuh). Limitiert ist diese Anlegenheit auf 300 handnummierte Exemplare. Alle Vinyl-Ausgaben der Erstauflage enthalten den zusätzlichen Song!

Ich hatte mir zwar vorgenommen, nie mehr 10 volle Punkte zu verteilen, da es Perfektion nicht wirklich geben kann, aber in diesem Falle sind sie voll gerechtfertigt! Ein Hammer von einem Album!

10 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Force of the Floating Tomb
A-02. Darkness Flows Towards Unseen Horizons
A-03. Obscure Verses for the Multiverse
B-04. Spiritual Plasma Evocation
B-05. Master of the Cosmological Black Cauldron
B-06. Joined by Dark Matter, Repelled by Dark Energy
C-07. Arrival of Eons After
C-08. Inversion of Ethereal White Stars
D-09. Infinite Interstellar Genocide
D-10. Where Darkness Is Lord and Death the Beginning (Bonus Track)

Laufzeit: ca. 52 Minuten

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