Freitag, 23. August 2013

Review: Empty - The House Of Funerary Hymns (LP, Ishtadeva Vinyl Productions)

Hinter diesem doch eher comichaften Horrorszenario des Covers verbirgt sich in der Tat eine Black Metal-Band mit Namen Empty. Diese spanische Horde war mir bisher völlig unbekannt, ein Blick in die Metal-Archive verrät jedoch, dass es sich bei "The House Of Funerary Hymns" um das bereits dritte Voll-Album der vier Mannen handelt. Ursprünglich 2009 auf CD veröffentlicht, erfuhr das Album wenig später unter dem Banner des spanischen Labels Ishtadeva eine Vinyl-Auswertung, die dieser Besprechung zugrunde liegt.



Zur Aufmachung gibt es soweit nicht viel zu sagen. Der Druck ist, wie von Ishtadeva gewohnt, sehr gut. Das Album kommt auf einer schwarzen Vinyl in schwarzem Schutzumschlag und einem 4-seitigen Beiheft in Din-A4 Format, welches neben allen Texten auch Infos zur Produktion sowie Fotos enthält. Die Musik an sich ist als bizarr zu bezeichnen. Jedenfalls, wenn man mich fragt. Gibt sich der erste Song "The sense of no being" (der im übrigen schon einmal als Vorab-Promo mit einem Rohmix des Albums (?) veröffentlicht wurde) noch als reinrassiger, schneller und fieser depressive / suicide Black Metal-Song, sieht das bei "How far I am from all" etwas anders aus. Auch hier dominiert ein schneller, treibender Rhythmus. Aber auch absolute Schwärze, Melancholie und Depression. Ein Mix aus krankhafter Leere und brachialer Gewalt. Das erinnert in seiner Art von Umsetzung an die Deutschen Kathaaria, die mit "The Complex Void of Negativity" vor knapp fünf Jahren ein großartiges Album ablieferten! "Regret from nothing in itself" tut sich da auch nicht viel. Hier geht es aber schon wieder vermehrt in Richtung schnellerem Midtempo mit etwas okkulter Atmosphäre und einigen Passagen, die keifenden Death Metal-Gesang bieten (Venenum-Style, sag' ich nur). Womit wir dann zur B-Seite kommen. Diese beinhaltet ebenfalls drei Songs, und auch gleich beim ersten, "The house of funerary hymns" wird mehr als deutlich, dass die Band ihr spielerisches Können noch nicht ausgeschöpft hat. Langsame Instrumente, Flüster-Stimmen und auf einmal ein plötzlicher Ausbruch, ein Schrei und über geht es in einen düsteren, eher depressiven Schwarzmetall, der sich zwischen Slow- und Midtempo bewegt. Das Schlagzeug hämmert aber dafür ganz ordentlich. Hier kommt dann zur Mitte hin sogar Klargesang zum Einsatz. "In the sombre solitude" dagegen ist wieder eine schnelle Nummer und metzelt einfach nur alles erbarmungslos nieder, bietet jedoch sehr viel Rhythmus. Hier zeigt sich auch einmal mehr, dass die Instrumente sehr gut abgemischt wurden. Besonders erwähnenswert sei hier auch noch das Gitarrensolo und der anschließende, an frühere Graveland erinnernde Schlagzeugpart. Was dann folgt lässt einen unweigerlich an die okkulten Atmosphären der immer noch aktuellen Hetroertzen-Platte "Exaltation of Wisdom" denken. Den Rausschmeißer stellt "The gates of eden are too narrow" dar, welcher gesanglich sowie instrumental wieder eher dem schnelleren Suizid Black Metal zuzuordnen ist und mit seinen knapp 12 Minuten Spielzeit auch noch einmal ein paar markante Stile dieses Albums in sich vereint. Sehr gelungener Abschluß.

Fazit:
Ein sehr gutes Album! Wer sich damit anfreunden kann, dass hier viele verschiedene Stile des Black Metal zusammengetragen werden, ist hier genau richtig. Ob man seine Musik jetzt eher depressiv, suizidal, tiefschwarz und okkult oder misanthrophisch mag - hier wird einem eine Menge geboten. Ich bin auch einmal mehr angenehm von der spanischen Black Metal-Szene überrascht, die ja eindeutig doch noch brauchbare Musikkapellen hervorzubringen scheint. Kaufempfehlung meinerseits - Daumen hoch!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. The Sense of No Being
A-02. How Far I Am from All
A-03. The House of Funerary Hymns
B-04. Regret, From Nothing in Its Self
B-05. In The Sombre Solitude
B-06. The Gates of Eden Are Too Narrow

Laufzeit: ca. 45 Minuten

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