Donnerstag, 30. Mai 2013

Review: Orchid - The Mouths of Madness (LP, Nuclear Blast)

Auch bereits ein paar Wochen / Monate draußen ist das neue Album der US-Doom Metaller/Okkult-Rocker Orchid. "The Mouths Of Madness" ist nicht nur der Titel des Albums, sondern auch der Titel eines meiner Lieblingsfilme (naja, zumindest lautet der Originaltitel "In The Mouth Of Madness" verdammt ähnlich). Bezüge zu dem Carpenter-Filmchen mit Sam Neill in der Hauptrolle gibt es aber weniger - obwohl, die Musik könnte durchaus aus in dem Streifen vorkommen.




Orchid zelebrieren auf ihrem zweiten Langspieler dann auch genau das, was man von ihnen erwartet. Okkult angehauchten Doom Rock mit einer gewissen Stoner Note im Stil der 70er - 80er. Auch sind durchaus Hard Rock-Elemente sowie einige Metal-Einflüsse spürbar. Immerhin wird die Band vom Label ja liebendgerne mit den guten alten Black Sabbath verglichen. Etwas zu sehr für meinen Geschmack. Mit ihrem neuen Album, und auch schon mit vergangenen Veröffentlichungen, machen Orchid deutlich, dass sie doch mehr sind, als ein billiger Abklatsch eines sich mittlerweile selbst überlebten Kultes. Klar, die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen - und es ist wohl jedem Hörer von Anfang an klar, wer die größte Inspirationsquelle der Band ist/war. Doch wie schon erwähnt, bringen Orchid auch genug eigene Ideen, bzw. andere Einflüsse mit ein, um als eigenständig gelten zu dürfen. Wie das Solo im letzten Viertel von "Marching Dogs of War", welches etwas an Rock'a'Billy oder Country Rock denken lässt. Oder der Song "Nomad", der sehr stark die Luft wilder Metal-Kombos der 80er atmet - ich denke da bespielsweise an Iron Maiden zu "Number Of The Beast"-Zeiten. "Mountains of Steel" dagegen ist sehr doomig ausgefallen und bietet zum Schluss sogar noch klassische Unterstützung vom Keyboard. "Leaving it All Behind" bietet da eher eine psychedelische Atmosphäre, und man erhält ein Gefühl des Schwebens im leeren Raum. Diese tragenden Melodien gefallen mir besonders. Besinnlich düster wird es dann mit "Loving Hand of God", das beschwörend doomig anfängt, sich zur Mitte hin aber wandelt und in einen Stoner/Hard Rock Mix übergeht, reichlich Gitarrensoli inklusive. Zum Ende wird's dann wieder ruhiger. Geiler Song, und in meinen Augen eines der Highlights des Albums. Wenn das Label schon gerne den Vergleich mit Black Sabbath aufführt, so kann ich zum folgenden "Wizard of War", zu welchem auch ein offizielles Video gedreht wurde, nur sagen, dass dieser Song zukünftig mit Sicherheit so etwas wie Black Sabbath's "Paranoid" werden dürfte. Der Song hat Kult-Potential! Eingängige Melodie, nicht zu lang, kraftvoll, kerniger und flotter Gesang. In meinen Augen hat sich die Band da eine Hymne geschaffen. Ich bin gespannt, ob das in Zukunft auch andere Leute so sehen werden. "See You on the Other Side" stellt den Rausschmeißer Song und gleichzeitig auch den längsten dar. Ebenfalls, wie schon bei "Nomad", ist das Spiel der Instrumente eher am Stil der 80er NWOBHM-Bewegung orientiert, eine große Nummer mit guten Übergängen von Rock zu Akustik und wieder zurück und wohl platzierten Gitarrensoli.

Fazit:
Bisher bin ich von Orchid absolut überzeugt. Nach dem großartigen ersten Album "Capricorn" und mehreren EP-Veröffentlichungen folgt nun das neue Voll-Album. Einerseits muss ich der Band anrechnen, dass sie versucht, den Stil weiterzuentwickeln - wobei das bei DEN Vorbildern natürlich schwierig ist - andererseits habe ich bei "The Mouths of Madness" nicht mehr das gleiche Gefühl, wie noch bei "Capricorn" oder "Heretic". Das Album ist Meilen davon entfernt schlecht zu sein, aber irgendetwas fehlt mir hier doch. Aber immerhin sind hier durchaus sehr gute Lieder zu finden, und mit "Wizard of War" hat man meiner Meinung nach seine eigene Band-Hymne geschaffen - wie ich ja auch schon erwähnte. Keine Ahnung, ob andere Fans oder die Band selber das auch so sehen. Kommen wir zu den Veröffentlichungsformen: neben einer normalen stinknormalen CD-Ausgabe, gibt es auch eine limitierte Digi-CD in Vinyl-Optik, mit Poster und Aufnäher. Natürlich gibt es das ganze auch noch auf Vinyl und zwar in schwarz und clear (Nuclear Blast) und exklusiv im Shop der Össis von Napalm Records auch in pink und in purple vinyl (bereits ausverkauft). Limitierungen sind jeweils mit 100 angegeben - aber man kennt das ja bei solchen großen Shops - ist eine Auflage vergriffen, kommt gleich die nächste und ohne Durchnummerierung ist das eh alles für die Tonne.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Mouths of Madness
A-02. Marching Dogs of War
A-03. Silent One
B-04. Nomad
B-05. Mountains of Steel
B-06. Leaving It All Behind
C-07. The Loving Hand of God
C-08. Wizard of War
C-09. See You on the Other Side

Laufzeit: ca. 56 Minuten

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