Montag, 13. Juni 2022

Review: Noctis Aeternae - Noctis Aeternae (CD, Sol Records - 2022)

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Mit dem ersten Lebenszeichen in Form der selbst-betitelten EP von NOCTIS AETERNAE erreichen mich seit längerer Zeit auch mal wieder Klänge aus den erwürdigen Hallen der Kult-Schmiede Sol Records.
Viel ist über diese Horde aus Deutschland nicht bekannt, ein Blick ins Beiheft der CD gewährt jedoch eine ungefähre Ahnung, wer so alles beteiligt sein könnte... zumindest bei dem Sänger scheint es sich wieder um Maldoror (ex-EWIGES REICH) zu handeln, der ja bereits an dem Debüt I am the Serpent von NIGRUM TENEBRIS auf dieser Position agierte, und welches ebenfalls über Sol Records 2021 veröffentlicht wurde (ich stelle nebenbei gerade fest, dass ich zu meiner Schande gestehen muss, seiner Zeit keine Rezension zu dieser durchaus tollen Scheibe geschrieben zu haben).

Doch so wirklich vergleichbar sind die beiden Projekte nun nicht wirklich. Zwar umgibt beide Horden ein gewisser Hauch von Okkultimus, doch ist dieser auf dem Erstwerk von NOCTIS AETERNAE wesentlich besser in Szene gesetzt. Auch die Produktion an sich ist um einiges düsterer ausgefallen, während sie bei NIGRUM TENEBRIS doch eine Nuance archaischer und brachialer ist.
Die Musik hier bietet deutlich mehr dunkle Atmosphären, rituelle Spielweisen und beinahe heroische Tastenklänge, die jedoch alles andere, als positive Harmonien transportieren, sondern sich viel mehr an die erhabenen Stimmungen satanischer Horden der Mitt-90er Jahre orientieren.

So ganz komme ich auch nicht umhin, dieses Projekt gerade in der Gitarrenarbeit im ersten Lied "The Legacy of the Untold" etwas mit SHROUD OF SATAN zu vergleichen, da hier doch auch ein leichter finnischer Flair mit anklingt. Irgendwie hört man dann halt doch heraus, aus wessen Dunstkreis NOCTIS AETERNAE stammen.
Man muss jedoch auch zugestehen, dass es die beteiligten Mannen schaffen, mit ihrer Mix aus schnellem Black Metal und beinahe schon andächtigen Momenten, die teils sogar leichte Doom-Züge annehmen, etwas gänzlich eigenes Schaffen, was sich nur schlecht direkt mit der Musik vergleichbarer Horden vergleichen ließe.
Und die Anleihen an den griechischen Black Metal bestätigen sich dann auch noch einmal in dem letzten der drei Stücke "Sleeping Under Tartarus". Hierbei handelt es sich nämlich um eine Nachspielversion eines alten ZEMIAL-Klassikers.

Tja... und so benötigt es manchmal auch gar nicht vieler Worte, um ein Werk treffend zu umschreiben: Noctis Aeternae ist ursprüngliches schwarzes Stahl allererster Güte und hat jedweden Respekt redlich verdient! Das Beiheft der CD im Jewelcase enthält auf vier Seiten auch die beiden Texte der Eigenkompositionen.

Mystischer Black Metal aus dem Umfeld von Sol und Deviant Records... braucht es noch mehr Worte?! Ich denke nicht.

 

Darbietungen:
01. The Legacy of the Untold
02. Nocturnal View Over Frozen Landscapes
03. Sleeping Under Tartarus (ZEMIAL Cover)

Laufzeit: ca. 21 Minuten