Donnerstag, 21. März 2019

Review: Thy Kingdom Ablaze - Waiting for Blackness (CD, Subterranean Aftersounds - 2018)

Just am heutigen Tag erreichte mich Post aus Russland. Die relativ junge Tonschmiede Subterranean Aftersounds ließ mir ihr letztes Release in Form der CD Waiting for Blackness zukommen. Jene stammt von der Horde THY KINGDOM ABLAZE, einem Duo, welches ebenfalls in Russland beheimatet ist und mir bisher absolut noch nichts sagte, obwohl die zwei Herren auch schon etwas länger ihr Unwesen im Untergrund treiben.






Bei der CD handelt es sich nun nicht um neues Material oder gar ein komplettes Album, sondern um eine Zusammenstellung aus den Liedern der ersten Demo Demo 1 aus dem Jahr 2007, ausgesuchten Titeln der zweiten Demo Pure Cold Venom (2008), sowie zwei exklusiven Stücken, die im Jahr 2013 für ein (bisher) unveröffentlichtes Voll-Album mit dem Titel Eerie Subterranean Call aufgenommen wurden. Einige der Stücke enthalten zudem noch Beiträge von Gastmusikern: so spielte Sculpto (wohl am ehesten durch sein Solo-Projekt SCULPTOR bekannt) auf den letzten beiden Titeln das Schlagwerk ein, IX von BLACK GOAT zeichnet für das Remastering der beiden Songs der ersten Demo, sowie das Mastering der letzten beiden Stücke verantwortlich, während Sadist das Mastering der Lieder der zweiten Demo übernahm, die darüber hinaus extra für diese Veröffentlichung noch einmal komplett neu eingespielt wurden.

So beginnt dieses Werk mit 'My Satanism (Song Of The Possessed One)', einem kraftvollen Stück, welches gleich einmal klar macht, um was es THY KINGDOM ABLAZE geht... die Zelebrierung reinrassigen Schwarzmetalls, antichristlich und ohne irgendwelche Kompromisse. Dementsprechend gibt man sich hier auch äußerst geradlinig in der instrumentalen Darbietung, zeigt jedoch auch sehr erhabene und beinahe melancholische Züge, die zusammengenommen all' das widerspiegeln, was Black Metal ausmachen sollte. Ein großartiges Stück!
Als nicht minder effektiv erweist sich ''Bring Them Death'. Hier gehen misanthropische Raserei, ungebändigte Räudigkeit, ergreifende Atmosphären und von Eiseskälte durchzogene Leere tiefster Schwärze eine perfekte Symbiose ein. Der Horde kommt es nicht darauf an, Schönheit oder gar Hoffnung zu vermitteln. Sie will zerstören. 'Bring Them Death' ist zugleich eine Kriegserklärung an den falschen Glauben, als auch an die Menschheit im Allgemeinen.

"My only wish - bringing them death"

'The Flame Of My Evil' enthält gar einige Passagen, die als Hommage an den kanadischen Black Metal, vor allem den der Szene aus Quebec (allen voran MONARQUE oder FORTERESSE) gedeutet werden könnte, wobei bereits im vorangegangenen Lied bereits der Anfang oder auch das Ende mit den Streichern etwas darauf schließen ließen. Die Instrumente gehen hier jedenfalls um einiges erhabener zu Werke, wenn auch der Text und der Gesang ungleich direkter und hasserfüllter sind.

"Let the spark of life be pyre of death
This is my gospel, my belief

No quest for knowledge - KILL
No search of truth - DESPISE
Cold hunger of never resting spirit
I will await you in the night"

'He Who Have Thousand Names' ist ein ergreifender Instrumental-Song, der sich stilistisch an nordische Vertreter orientiert, wie etwa den älteren Werken von BURZUM oder auch MAYHEM, mit dem kränklichen Spiel der Violine am Ende aber noch eine ganz eigene Atmosphäre erhält. So stellte ich mir in etwa schon immer die Musik des Erich Zann vor...

Die beiden letzten Lieder 'Ghosts Of Desolated Night Forests' und 'Stones (Forbidden Past)' stellen dann jene Aufnahmen für das bisher unveröffentlichte Album der Horde dar. Im Wesentlichen unterscheiden sie sich nicht sehr von den übrigen Beiträgen auf dieser CD, wirken jedoch instrumental etwas ausgereifter und offenbaren bei näherer Betrachtung auch einige mehr Details, wie etwa die dezent eingesetzten, majestätischen und doch unheilvoll klingenden Synths, die der Musik eine noch mystischere Atmosphäre verleihen - jene sind im erstgenannten Lied zu hören, während das letzte Stück mit einem stimmungsvollen Ausklang endet.

"Deathminded journey towards infinity
In misanthropic disgust with merciless hunger
Alone I walk through solemn shades
Surrounded by phantoms of nightmares
Ghosts of desolated nightforests
//...//
Their dreadfull call lead my ghastly spirit
Soon I'll be one of them...
Ghosts of deslated nightforests"

Fazit:
Ein machtvolles Werk ganz in der Tradition des Schwarzmetalls frühen bis Mitt-90er Jahre, welches die beiden Russen hier gezaubert haben. THY KINGDOM ABLAZE beweisen mit ihrem Waiting in Blackness auch, dass sich True Old School Black Metal nicht unbedingt immer gleich abgenudelt und verbraucht anhören muss, sondern auch durchaus noch ein paar eigene Akzente zu setzen vermag, obgleich natürlich auch einige Passagen altbekannt und wie schon x-mal gehört wirken. Aber das stört hier eigentlich auch nicht sonderlich, denn der Musik wohnt einfach dieses Besondere inne, dieser alte Geist, der die Feuer im Herzen zu entfachen vermag.
Die CD erschien im Jewelcase, mit 4-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 300 Exemplare, die von Hand durchnummiert wurden. Für eine Bestellung dieses Werkes sollte sich ein jeder Interessent vertrauensvoll direkt an Subterranean Aftersounds wenden - entweder per Fratzenbuch oder aber auch gleich per Email-Kontakt.

True Black Metal from Russia, the way it is meant to be!


Darbietungen:
01. My Satanism (Song Of The Possessed One)
02. Bring Them Death
03. The Flame Of My Evil
04. He Who Have Thousand Names
05. Ghosts Of Desolated Night Forests
06. Stones (Forbidden Past)

Laufzeit: ca. 39 Minuten