Dienstag, 9. Oktober 2018

Review: Witchmoon - Vampyric Curse / Spectral Shadows (CD, A Fine Day To Die Records - 2018)

Es ist recht selten, dass aus Amiland ernst zu nehmender, seriöser Black Metal kommt. Doch immer wieder tauchten sie auf: Bands wie JUDAS ISCARIOT, DEMONIC CHRIST, GRAND BELIAL'S KEY (und da mag man vom politischen Kontext zu der Band stehen, wie man möchte) oder WEAKLING. Aber auch gerade in letzter Zeit wird man immer mal wieder auf löbliche Ausnahmen aufmerksam wie etwa ELEGIAC. Nun veröffentlichten A Fine Day To Die aus Spanien eine Kompilation-CD der Band WITCHMOON, die sich anschickt, genau in diese Kategorie zu fallen. Ob es zutrifft, lest ihr nun...



Über das Projekt als solches nicht allerdings nicht allzu viel bekannt... so scheint es sich zumindest um eine Ein-Mann-Kapelle zu handeln, wann sie jedoch gegründet wurde und von wem, ist auch nach eingehenderer Recherche nicht herauszufinden. Fest steht, dass die erste Demo Vampyric Curse 2017 über das Kleinst-Label Lampshade Tapes auf Kassette veröffentlicht wurde. Genau wie auch die 2018 folgende Demo Spectral Shadows. In diesem Jahr erschien dann noch eine Split mit den Landsleuten von LAMPIR.

Nun also hat A Fine Day To Die beide Demos auf einer CD vereint. Wie bei dem Label üblich, kann sich die Aufmachung für ein Underground-Release sehen lassen. Die Cover sind Pro-Print, 4-seitiges Beiheft, das Album selbst kommt auf CD in Vinyl-Look mit Label und silberner Abspielseite. Die Zusammenstellung umfasst insgesamt alle acht Lieder der beiden Demo-Präsentationen.

Die Musik von WITCHMOON zu beschreiben fällt schwer. Es wird sich hier gar nicht erst mit langen Einleitungen oder Samples aufgehalten, sondern es geht direkt in die Vollen und das in einem sehr kratzigen, minimalistischen und ursprünglichen Black Metal-Stil, der so ein wenig an Demos von JUDAS ISCARIOT erinnert, gleichzeitig aber auch einen sehr europäischen Touch besitzt. So finden sich hier auch durchaus verträumte, mystische, nebelverhangene und rituelle Dark Ambient- / Synth-Passagen wieder, die auch einen gewissen Vergleich mit den Anfängen von BLACK FUNERAL oder den Franzosen MÜTIILATION zulassen (was ja auch durchaus von Konzept her passen würde). Die drei Lieder 'Funeral Trance', 'Cemetery Winds' und Black Vampyric Curse' der ersten Demo machen zudem den Eindruck einer zusammenhängend erzählten Geschichte.

Die restlichen fünf Stücke entstammen dem zweiten Werk der düsteren Kapelle. Hier geht es nicht weniger direkt zur Sache, insgesamt wird hier sogar etwas weniger mit den Anleihen an den Dark Ambient / Synth gespielt. Dafür kommt mir das Klangbild um einige feine Nuancen besser abgemischt vor. Atmosphärisch erweisen sich auch immer mal wieder eingestreute Samples, die meist als Ein- oder Ausklang dienen (wie bei 'Chamber Of Curses'). Auch lassen, zwar äußerst rar gesäte, Stimmungs- und Tempowechsel der Instrumente immer mal wieder ein kleines In-sich-kehren zu und sorgen dafür, dass es für den Hörer nicht zu monoton wird.

Im Anhang findet ihr ein offizielles Video für 'Black Vampyric Curse' vom Label.

Fazit:
Wenn man bedenkt, dass es sich hier lediglich um zwei Demo-Veröffentlichungen handelt, muss man schon sagen, dass sich das mehr als hören lassen kann. Allen, denen bereits oben genannte Bands auch nur im entferntesten zusagen, oder auch Anhänger von Horden wie MOONBLOOD oder DYING FULLMOON sollten hier definitiv einmal ein oder zwei Ohren riskieren. Die CD ist auf 500 Exemplare limitiert und von Hand nummeriert. Bestellungen können direkt über A Fine Day To Die Records getätigt werden, mit etwas Glück findet man sogar den einen oder anderen deutschen Distro, der die Veröffentlichungen des Labels im Angebot hat.

True Vampyric Black Metal Art. Cold, grim and hateful Madness. Only for the Ones with Black Hearts!


Darbietungen:
01. Funeral Trance
02. Cemetery Winds
03. Black Vampyric Curse
04. Black Ceremonial Knife (Spectral Vessel)
05. Chamber Of Curses
06. Spellbound In Vampyric Night
07. Channeling The Fourth Pentacle
08. Nightshade

Laufzeit: ca. 27 Minuten



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