Montag, 8. Oktober 2018

Review: Ashtavakra & Orek - Split (MC, SodoGommorrah Records - 2018)

Dafür, dass ich am Anfang des Tages noch verkündete, dass ich von Split-Veröffentlichungen im Allgemeinen nicht mehr sonderlich viel halte, kamen jetzt doch so einige Gemeinschafts-Tonträger zusammen an diesem Tag. Den Abschluss der soeben von mir bekannten "Split-Review-Trilogie" endet heute mit einer Kassette, die mich neulich aus dem tiefsten deutschen Untergrund erreichte. Die Rede ist von der unbetitelten Zusammenkunft der Horden ASHTAVAKRA und OREK... beides für Underground-Maniacs nicht mehr so unbekannte Kapellen...




ASHTAVAKRA sagen mir allerdings nur namentlich etwas und Daniel von Wolfmond hat mir die Musik dieses Ein-Mann-Projekts zwar immer schon einmal empfohlen, jedoch habe ich mich in musikalischer Hinsicht noch nie so wirklich mit ASHTAVAKRA auseinandergesetzt. Ins Leben gerufen wurde dieses Ein-Mann-Kommando um das Jahr 2012. Seitdem wurden drei Demos und zwei Rehearsals veröffentlicht, die ihrerseits auch eine erneute Veröffentlichung über Wolfmond Production auf drei CDrs erfuhren (mit Ausnahme von Sick of Your Shit! aus dem Jahr 2016.

OREK aus Stuttgart dürfte dem einen oder anderen Leser dieses Blogs eventuell sogar bereits etwas sagen, denn sowohl die erste selbst-betitelte Kassette aus dem letzten Jahr, als auch die zweite Demo Garten der Lüste aus dem Frühjahr 2018 haben Erwähnung auf diesen Seiten gefunden (nachzulesen gibt es sie >>hier<< und >>hier<<). Gegründet wurde das Ein-Mann-Projekt von Orek im Jahr 2011, aus dem darauffolgenden entstammte wohl bereits eine frühe Veröffentlichung, die allerdings bei 'Szene' und Kritik nicht sonderlich gut anzukommen schien, weshalb man sie verbannt und erst einmal ein wenig an seinem Stil arbeitete. Bis zum Jahr 2017 sollte es dann schließlich dauern, bis man wieder von sich hören machte. Dieses Erzeugnis gilt daher auch als offiziell erstes Werk der Ein-Mann-Horde.

Wie steht es nun um die Qualität dieser vorliegenden Kassette? Zunächst einmal sei erwähnt, dass es sich bei SodoGommorrah Records um das eigene Label von OREK handelt, über welches auch die bisherigen Kassetten veröffentlicht wurden. Der Einleger bietet vier Seiten und ist beidseitig bedruckt, zeigt auf der Front-Seite ein durchgehendes Artwork und im Innenteil die Titel samt Logos beider Bands, sowie die nötigsten Informationen zur Aufnahme und Kontakt-Adressen (Verweise zu den jeweiligen Bandcamp-Profilen). Die MC selbst ist in schwarz und mit zugeschnittenen Labels versehen, die einmal die Bandlogos und die jeweilige Seite angeben.

Da es sich bei ASHTAVAKRA um die A-Seite handelt, möchte ich auch mit dieser Band beginnen. 'Shell Splitters', so der Titel stellt einen lupenreinen Black Metal Song dar, dessen Klangbild tief im Underground verwurzelt ist, aber dennoch einen recht modernen, spielfreudigen und melodischen Sound bietet. Sehr geile Riffs an der Gitarre, ein authentischer Schwarzmetall-Gesang, der klingt, als wären die 90er noch längst nicht in den Analen der Geschichte verschollen, und authentische Stimmungen, die so manch eine angesagte Band vor Neid erblassen lassen dürfte. Die Produktion ist alles andere perfekt, geht aber absolut in Ordnung - aber wer erwartet von solch' einem Release auch ernsthaft mehr?! (Und wer es macht, der hat wohl eher etwas grundsätzlich nicht verstanden!). Der Mann hinter ASHTAVAKRA versteht definitiv etwas von seinem Handwerk und so kommt innerhalb der knapp 14 Minuten auch nicht einmal im Ansatz so etwas wie Langeweile auf. Sehr guter Einstand!

Seite umgedreht, und es erklingen die ersten meditativen Klänge von OREK's Part 'Kingdom of Mighty Swabian Mountains', wobei dieser in drei Akte gegliedert ist. Das instrumental gehaltene 'Intro' sorgt dabei für den meditativen Einstieg und erinnert in Zügen an spätere Werke von BURZUM seit der Filosofem. Darauf folgt nun der erste von zwei Teilen des Titel gebenden Liedes. OREK zelebriert hier wieder seine ureigene Form des Black Metal und die zeigt sich einmal räudig, wild und kernig ursprünglich. Jedoch kommt es mir so vor, als habe OREK seine instrumentale Darbietung nochmals verfeinert, denn die Musik wartet mit ein paar sehr netten spielerischen Details auf. Man merkt, dass hier jemand zugange ist, der diese Musik lebt und auch wirklich hinter dem steht, was er tut. Der zweite Teil bietet dann noch einmal ein paar weitere eingearbeitete Nuancen in dem sehr BURZUMesken Stil. Das Riffing zeigt sich hier etwas traditioneller und nordischer, während es beim vorangegangen Lied eher etwas deutsch geprägt war. Die insgesamt 15 Minuten vergehen aber auch hier ohne dass irgendwelche Langeweile aufzukommen droht.

Im Anhang findet ihr die komplette Split-MC als offizielles Video von OREK.

Fazit:
Eine Split aus dem Untergrund, gemacht für den Untergrund. Vieler weiterer Worte bedarf es hier eigentlich auch gar nicht mehr. Beide Bands machen ihre Sache mehr als nur solide und unter'm Strich bekommt der geneigte Hörer summa summarum 30 Minuten eindringliche und authentische Black Metal-Musik mit Charakter geboten, ohne sich auch nur eine Minute seiner Lebenszeit betrogen zu fühlen. Die Kassette ist auf lediglich 30 Exemplare limitiert, von Hand nummiert und über die Bandcamp-Profile von OREK oder ASHTAVAKRA für jeweils 5,- Euronnen zu ergattern. Man sollte jedoch schnell sein, da beide Bands zusammen nur noch 10 Exemplare (Stand 08.10.18) anbieten können.

Ursprüngliche Black Metal-Musik mit Herz und Seele. Solange es solche Bands wie ASHTAVAKRA und OREK gibt, wird der wirkliche Underground weiter leben!


Darbietungen:
Ashtavakra
A-01. Shell Splitters
Orek
B-01. Intro
B-02. Kingdom of Mighty Swabian Mountains I
B-03. Kingdom of Mighty Swabian Mountains II

Laufzeit: ca. 29 Minuten




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