Sonntag, 18. März 2018

Review: Nebelwind - Verborgen in Nacht und Nebel (CD, Wolfmond Production - 2018)

Aus Dresden stammt das Projekt NEBELWIND, welches bereits seit 2013 als Ein-Mann-Band existiert, aber erst in diesem Jahr das erste Lebenszeichen von sich offenbarte. Das mag nun daran liegen, dass der bisherige Einzelkämpfer Ködarnek es nicht fertig brachte, alleine ein musikalisches Werk auf die Beine zu stellen, was man ja auch mehr als verstehen könnte. Das erste Erzeugnis jedenfalls fand in Zusammenarbeit mit Apocaleon von ASKVALD statt, der hier nicht nur als Gitarrist agiert, sondern auch für die Aufnahmen, das Mastering, sowie als Produzent verantwortlich zeichnet. Ködarnek hingegen übernahm die Verantwortung für das ganze Musikalische (Texte, Gesang, Tasten, Songwriting...).


So weit also zu den Eckdaten. Doch was hält die erste EP mit dem nicht ganz unprovokanten Titel in musikalischer Hinsicht bereit? In erster Linie wird dem Hörer hier ein ziemlich grimmiges, aber auch sehr erhabenes Werk deutschen Untergrund Schwarzmetalls geboten, was allein der Titel gebende erste Beitrag der CD bereits deutlich macht. Dank einiger guter Tempo- und Stimmungswechsel wird hier eine bedrohliche wie auch majestätische Atmosphäre erschaffen, die sich gleich dichter Nebelfelder in tiefen dunklen Wäldern um die Seele des geneigten Hörers bilden, sie umhüllen und letztendlich sprichwörtlich gefangen nehmen. "Als ich des Winters Reinheit erblickte" kann da leider nicht zur Gänze mithalten, wofür "Im Schein des Mondes" aber wieder vollends entschädigt. Hier ist vor allem das hervorstechende Spiel der Gitarren erwähnenswert. Das letzte Lied "Wiedergeburt" beginnt schwermütig, steigert sich im Verlauf jedoch zu einer kleinen misanthropischen Hymne.

Fazit:
NEBELWIND präsentieren mit ihrem Erstling "Verborgen in Nacht und Nebel" nun kein absolutes Meisterwerk... aber im Ernst: das hat wohl auch keiner erwartet. Allerdings entpuppt sich das Werk bei eingehender Beschäftigung als facettenreicher, als es zunächst den Anschein hat. Natürlich komme ich hier auch nicht gänzlich von weg, einen Vergleich mit ASKVALD zu ziehen, da doch Apocaleon beteiligt ist - wenn sich die Musik beider Projekte auch kaum mit einander vergleichen lässt. Die Abwechslung und Genre-übergreifenden Einflüsse von ASKVALD sucht man hier vergebens, was wohl in der Intention von Ködarnek begründet ist, ursprünglichen Black Metal zu zelebrieren (was ja auch durchaus legitim ist). Großartige Innovation wird hier ergo eher weniger geboten, dafür aber ein Gros an düsteren und authentischen Atmosphären, die jedoch nicht durchgängig Zugang zu mir finden. Erschienen ist das gute Stück bei Wolfmond Production auf Pro-CDr im Digipak, samt umfangreichen Beiheft, welches alle Texte beinhaltet, in einer Auflage von gerade einmal 100 Exemplaren. Das nächste Werk, welches ebenfalls über Wolfmond veröffentlicht werden wird, ist bereits für Mai angekündigt.

Solides Debüt-Werk. Kein unbedingtes Must-Have, aber durchaus eine Anschaffung wert!


Darbietungen:
01. Verborgen in Nacht und Nebel
02. Als ich des Winters Reinheit erblickte
03. Im Schein des Mondes
04. Wiedergeburt

Laufzeit: ca. 25 Minuten




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