Sonntag, 25. Februar 2018

Review: Orek - Garten der Lüste (MC, SodoGommorah Records - 2018)

OREK, jenes Ein-Mann-Projekt, welches bereits letztes Jahr mit seinem selbst-betitelten Demo auf sich aufmerksam machte (die Besprechung lässt sich >>hier<< finden), meldet sich nun erneut zurück. Die zweite Demo-Kassette aus der Feder von Orek V. Vogelsang hört auf den illustren Namen "Garten der Lüste" und beinhaltet einmal mehr sechs Lieder voll blasphemischen Treibens, Hass erfüllten Gedankenguts und menschlicher Agonie.







Musikalisch gesehen hat sich hier nicht allzu viel verändert, wenn man das erste Demo aus dem letzten Jahr als Vergleich heranzieht. Wobei es ja wohl nicht das erste Werk des Herrn unter dem Namen OREK war, da verschiedene Recherchen ergaben, dass es wohl noch mindestens ein weiteres Werk aus dem Jahr 2012 gegeben haben muss, mit welchem man aber wohl im Nachhinein selbst nicht so ganz zufrieden war - zumindest lässt sich dieses, ebenfalls selbst-betitelte, Werk nicht auf der offiziellen Bandcamp-Seite finden. Wie dem auch sei, soll hier nun ja auch nicht Thema sein. "Garten der Lüste" hält wie bereits erwähnt sechs Lieder bereit, wovon das erste allerdings als Intro hinhalten muss. Schön sphärische Klänge, die einen beinahe schon in einen Trance-ähnlichen Zustand versetzen. Mit verzerrten Gitarren wird dann ein Übergang zum ersten regulären Song "Wollust" geschaffen, der einen dann auch aus dieser fast meditativen Stimmung reißt. "Wollust" entpuppt sich als schneller und kompromissloser Schwarzmetall, der keine Gefangenen macht. Trotzdem gibt es hier durchaus ein paar sehr tolle Details zu entdecken, vor allem im Spiel der Gitarren. "Trypticon, das dreiteilige Bild der Menschheit" zeigt sich von ähnlich simpel gestrickter Struktur. Letztlich ist das Klangbild hier etwas dumpfer gehalten und bietet vielleicht auch deshalb einen brachialeren Sound, verfehlt seine Wirkung aber auch wie der Vorgänger nicht. Zum Ende geht es nahtlos über in "Der vogelköpfige Höllenfürst" - der bestimmt räudigste Beitrag der Kassette. Und hier muss ich wie auch schon beim Erstling auf die Musik von GODLESS CRUELTY verweisen, die so einen ganz ähnlichen Klang aufwiesen. Die beiden letzten Beiträge "Naturgewalt" und vor allem der Rausschmeißer "Gewitter" zeigen dann noch einmal die Stärken des Werkes auf: pfeilschnelle, eiskalte Riffs und Melodien, spielerische Details, die das allgemein etwas hypnotisch-monoton gehaltene Treiben etwas auflockern und interessant halten und ein grimmiger Gesang. Passt!

Fazit:
Dass es sich auch beim zweiten Werk von OREK nicht um den ganz großen Wurf oder gar um ein neues Black Metal-Meisterwerk handelt, dürfte wohl schon im Vorfeld klar gewesen sein. Aber das ist wohl auch nicht die Intention hinter "Garten der Lüste" gewesen. Orek V. Vogelsang wird hier wohl vielmehr die Idee gehabt haben, seine Interpretation des Black Metal zu verwirklichen. Und die erweist sich nun einmal als brachial, zeitweise monoton und relativ simpel gestrickt. Dass das aber nicht unbedingt immer schlecht sein muss, zeigen ja auch Kapellen wie beispielsweise RUNENWACHT, die mit ihrem letzten Album vollauf überzeugen konnten. Von dieser Qualität ist OREK allerdings noch etwas entfernt, denn nicht alle Lieder auf "Garten der Lüste" sind so überzeugend wie etwa "Gewitter" oder "Wollust". So zeigt auch das zweite Demo des Einzelkämpfers noch deutliche Schwächen auf, stellt sich im Endeffekt aber als ein sehr sympathischer Beitrag aus dem deutschen Underground heraus. Die Kassette ist in zwei Ausführungen erhältlich: einmal mit einem schwarzen Wachs-Siegel (limitiert auf 20 Exemplare) und einmal mit einem roten (derer es 30 Stück gibt). Die Hüllen werden dabei von einer Kordel umschlossen, die in Form eines umgedrehten Kreuzes gewickelt wurde. Die Kassette selbst kommt in transparentem Rot mit Logo-Label. Darüber hinaus enthalten beide Versionen ein Mini-Poster mit der Limitierungsnummer, sowie Sticker. Beide Ausführungen sollten noch über die offizielle OREK Bandcamp-Präsenz zu beziehen sein und schlagen mit jeweils 6,- Euronnen zu Buche.

Räudiger deutscher Black Metal aus dem Untergrund. Nicht mehr, nicht weniger!


Darbietungen:
01. Intro
02. Wollust
03. Trypticon, das dreiteilige Bild der Menschheit
04. Der vogelköpfige Höllenfürst
05. Naturgewalt
06. Gewitter

Laufzeit: ca. 25 Minuten




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