Dienstag, 19. Dezember 2017

Review: Asenheim - Wenn die Nacht... (CD, Wolfmond Production - 2017)

Mit etwas Verspätung folgt hier nun die Rezension zu dem aktuellen Werk aus der Feder des deutschen Ein-Mann-Projekts ASENHEIM, stammend aus Baden-Württemberg. "Wenn die Nacht..." wurde als mittlerweile zweites Voll-Album auf CD veröffentlicht, unter dem Banner von Wolfmond Production. Auch wenn das Projekt, welches sich 2006 gründete, bereits auf eine Vielzahl von Demos, EPs, eine Split sowie eine Kompilation und ein weiteres Album zurückblicken können, habe ich mich mit der Musik bislang nur sehr bedingt beschäftigt.



Natürlich lassen es bereits Name, Titel und Cover vermuten: hier wird heidnischer Black Metal zelebriert. ASENHEIM bestand zeitweise immer mal wieder aus mehr Leuten, seit einiger Zeit ist Tiwaz aber einziger Streiter bei der Kapelle. Auf "Nur die Nacht..." wird er nun aber auch durch Valfor (TOTENWACHE) am Schlagwerk unterstützt. Nach dem recht atmosphärischen und stimmigen Intro geht es auch gleich los mit "Totenlied", welches bereits schon viele typische Momente des Werkes inne hat. So etwa die schnellen Rhythmen und Melodien, nicht gerade wenig eingesetzte Keyboards und Samples, die jedoch nicht stören, sondern sich im Einklang zum sonstigen instrumentalen Geschehen präsentieren, stimmungsvolle Tempowechsel, mehrere Facetten im Gesang. Und das in einem räudigen Untergrund-Stil, der eine gewisse punkige 'Fuck You'-Attitüde nicht verbergen kann. Das Titel gebende Stück "Wenn die Nacht den Tag verhüllt" geht da ähnlich zu Werke, besticht jedoch durch seine sehr getragene und epische Atmosphäre, die jedoch nicht wirklich als 'schön' zu bezeichnen ist. Jede einzelne Note atmet hier hörbar eine innere Dunkelheit, die authentisch nach außen getragen wird. "Gungnir, ich sehe dich" entpuppt sich als kleinen instrumentalen Übergang zu "Gungnir, bring mich heim". Gungnir ist der Name des Speeres von Allvater Odin, welches der Mythen- und Sagenwelt der Nordgermanen nie sein Ziel verfehlte. Dies wird auch in groben Zügen im Text behandelt, wenngleich er auch eine etwas autobiographische Note zu haben scheint. Aber auch in musikalischer Hinsicht ein klares Highlight des Albums. "Kingdom of Sadness" erinnert dann in vielerlei Hinsicht an die nord-deutsche Horde ASKUROR. Die Art des Gesangs, die schnellen Instrumente, die erhabene Stimmung. Zugegeben ist der Klargesang, der hier im Endpart Verwendung findet, wie schon bei "Gungnir..." gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht jedem zusagen, ich finde ihn persönlich gar etwas 'kitschig' - aber ist nicht genau das auch der Sinn bei solch' einem Werk? Ein weiterer Höhepunkt findet sich dann in dem Lied "Heimatlos", welches sich als etwas schwermütiger präsentiert durch den akustischen Anfang, der dann in einen in großen Teilen aggressiven, jedoch getragenen Black Metal mit melancholischen Einschüben übergeht. Der Rausschmeißer "Valhalla" geht dann noch einmal ordentlich zur Sache und bietet so einen furiosen Abschluss für einen durchaus interessanten Beitrag aus dem heimischen Heathen Black Metal Underground.

Fazit:
Gut, wenn man das hier jetzt im direkten Vergleich mit der Demo "Ahnenpfade" aus dem Jahr 2007 (das einzige Material der Horde, welches mir musikalisch gesehen noch bekannt ist) nimmt, ist "Wenn die Nacht..." eine ganz klare Steigerung. Die Produktion ist besser, der Gesang facettenreicher und ausgefallener, die Instrumente sind ausgefeilter. Natürlich erinnert man hier und da an andere deutsche Horden mit ähnlichem Klang, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Musik aus dem Untergrund für den Untergrund, gefühlvoll und authentisch dargebracht, auf Normen und Political Correctness einen großen Haufen setzend. Der Musik von ASENHEIM wohnt definitiv etwas inne, was anderen Kombos leider völlig abgeht. Wolfmond Production veröffentlichte die Scheibe vor einer Weile als Pro-CDr im Digipak mit einem 8-seitigen Beiheft, welches wohl alle Texte enthalten dürfte (lag mir zum Zeitpunkt der Rezension nicht vor), ist auf 100 Exemplare limitiert und kann für 10,- Euronnen im Shop von Wolfmond bestellt werden.

True Heathen Black Metal - jenseits von sinnfreien Saufliedern und belanglosem Geplänkel. Empfehlenswert für all' jene, die mit räudigen Underground-Klängen etwas anzufangen wissen!


Darbietungen:
01. Intro - Der Weg zum Turm
02. Totenlied
03. Wenn die Nacht den Tag verhüllt
04. Gungnir, ich sehe dich
05. Gungnir, bring mich heim
06. Kingdom of Sadness
07. Alphawolf wütet
08. Europa Invictus
09. Firehorse
10. Heimatlos
11. Valhalla

Laufzeit: ca. 48 Minuten




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