Montag, 20. November 2017

Review: Satanic - Architecture of Chaos (CD, Brutal Records - 2017)

Das aus Québec nicht nur genialer Black Metal kommt, beweisen die Death/Thrash Metaller SATANIC mit ihrem Debüt-Werk eindrucksvoll. Dieses erschien ursprünglich bereits im letzten Jahr in kompletter Eigenregie auf CD im Digipak und als digitale Version. Nun hat sich das brasilianische Label Brutal Records einem Re-Release von "Architecture of Chaos" angenommen und brachte erneut eine sehr limitierte Auflage auf CD heraus.






Fuck... eine Band mit dem Namen SATANIC steht ja eigentlich schon in der Pflicht, mehr als 0815-Gekotze zu fabrizieren. Und bei Luzifer... das tun sie auch! Schon das Gitarrenbrett zu Beginn von "Mephistophelian" macht gleich deutlich, was der geneigten Hörerschaft hier in den nächsten 40 Minuten erwartet: ein brutaler und von Grund auf ehrlicher Mix aus gnadenlos gebolztem Death Metal und old schooligem Thrash Metal. Mit "World of Chaos" bietet man dann auch gleich danach einen kurzen, aber schnellen brutalen Death Metal Overkill - was hier in gut zweieinhalb Minuten geboten wird, ist schon als recht heftig zu bezeichnen, wenn man sich aber auch durchaus Melodie betont gibt, was so ein wenig an die Sachen von DEATH denken lässt. Mit "Processing The Undead" verstärkt sich dieser Eindruck noch einmal, denn gerade die ausführlich eingebauten Gitarrensoli lassen an Arbeiten von Chuck Schuldiner zu Zeiten von DEATH's "Spiritual Healing", "Human" oder "Symbolic" denken. Ein begnadeter Künstler, der mit 34 Jahren leider viel zu früh von uns gegangen ist (im Dezember jährt sich sein Todestag zum bereits 16. Mal, so nebenbei). Aber wieder zurück zu SATANIC. Auch das nächste Stück "Architecture of Apocalypse" steht dem spiel-technisch in nichts nach, beinhaltet sogar noch einige Referenzen an Kombos wie CANNIBAL CORPSE oder SPEARHEAD aus UK. "Armageddon" stellt dann in meinen Augen den Höhepunkt des Albums dar. Ein brachiales Chaos. Ein vertontes Gemälde aus Blut und Gedärmen, Tod, Vernichtung und Krieg. Der Soundtrack zum Untergang der Menschheit, und damit wurde der Nagel wohl voll und ganz im Fleisch versenkt, denn wenn die musikalische Darbietung eines Songs es so gekonnt versteht, den Titel umzusetzen, wurde alles richtig gemacht! Gleiches gilt im Übrigen auch für "Tchernobyl 86" - ein Tod bringendes Manifest des realen (von Menschen geschaffenen) Horrors.

Fazit:
Es ist wirklich selten geworden, dass ich mir reine Death Metal-Werke anhöre, da mir das meiste dann doch eher zu technisch versiert und spielerisch zu verfrickelt ist. Das hat nichts mit meiner Anspruchslosigkeit zu tun, sondern eher damit, weil diese Art Musik für mich keine Substanz hat. Spielerisch ist das dann vielleicht das Non-plus-ultra, aber es hat für mich einfach zu selten wirklich eine Seele. Anders verhält es sich bei SATANIC, die mit ihrer Musik ehrlich authentisch rüberkommen und eine deutliche "Fuck you all!"-Attitüde besitzen. Die Herren beherrschen darüber hinaus auch ihre Instrumente und lassen spielerisch kaum Wünsche offen, zitieren hier und da sogar die Größen der Szene, jedoch nicht im Sinne einer Kopie, sondern eher als Hommage. Death / Thrash Metal wie er sein sollte! Die CD ist auf 50 Stück limitiert und kann unter dem Email-Kontakt von Brutal Records geordert werden, ansonsten gibt es auch die Möglichkeit, das Album über die Bandcamp-Seite von SATANIC zu beziehen.

Authentischer Death Metal-Brecher. Destroy the World and Fuck Off Mankind!


Darbietungen:
01. Mephistophelian
02. World of Chaos
03. Processing The Undead
04. Architecture of Apocalypse
05. Armageddon
06. Systematic Fear
07. Biotech Warfare
08. Tchernobyl 86

Laufzeit: ca. 40 Minuten



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen