Freitag, 17. November 2017

Review: Dirty Grave - Evil Desire (GrimmDistribution / Todestrieb Records - 2017)

Traditionellen Heavy Doom zelebrieren die beiden Mannen von DIRTY GRAVE aus Brasilien. Deren erstes Album, welches auf den Namen "Evil Desire" getauft und ursprünglich bereits in digitaler Form Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, ist im letzten Monat durch den Underground-Vertrieb GrimmDistribution (Partner von Satanath Records) aus Belarus in Kooperation mit Todestrieb Records aus UK auf CD veröffentlicht worden. Am Schlagwerk nahm Arthur Assis Platz, scheint aber kein festes Mitglied der Band zu sein - jedenfalls gibt es kein Promo-Foto mit ihm.




DIRTY GRAVE gründeten sich bereits im Jahr 2013, veröffentlichten zeitnah eine erste selbst-betitelte EP, die es bisher jedoch nur in einer digitalen Version gibt. Im nächsten Jahr brachte man dann die Single "Vol. II" heraus. Nun folgt mit "Evil Desire" der erste Langspieler. Das Album präsentiert sich dabei von Anfang an ohne große Schnörkel, sondern kommt direkt zur Sache. Traditioneller, von dichten Rauchschwaden durchzogener, von paranoiden Träumen und drogengeschwängertem Rausch heimgesuchter Heavy / Doom Metal, der seine Einflüsse eindeutig in der Musik von Bands wie SAINT VITUS, den älteren ELECTRIC WIZARD oder BLACK SABBATH hat. Langsam und schleppend, mal etwas wilder, düster und mystisch, manches Mal sehr okkult und auch satanisch. Aber auch persönlich ("Remorse"). Vereinzelt tauchen auch ein paar chorale Gesänge auf, wie bei "Evil Desire" oder auch ein leichter Hauch düsterer Ambient ("Beyond the Door"), genauso wie eingestreute Solo-Passagen, die das allgemeine Geschehen etwas auflockern und auch interessant halten. Der Gesang ist ebenfalls sehr traditionell gehalten und gibt in Passagen gar verschiedene Facetten wider. Eins der Highlights des Albums ist dabei auf jeden Fall das Cover der Blues-Legende WILLIE DIXON, der zu Lebzeiten viele bedeutende Lieder des Genres verfasste und auch selbst mit diversen Künstlern interpretierte. DIRTY GRAVE haben aus dem Song eine einzige Hommage gemacht, denn auch wenn hier deutlich der Doom Rock dominiert, lässt man doch die Wurzeln des Blues erkennen.

Fazit:
Ein Album, welches keiner langen Worte bedarf. "Evil Desire" ist authentischer Old School Heavy Doom Metal, den man entweder mag oder es bleiben lässt. Die puristische Produktion tut ihr übriges dazu, dass das Werk für Genre-Einsteiger auch nicht gerade leicht zu verdauen sein wird, Anhänger der bereits oben genannten Bands werden sich hier aber auf Anhieb heimisch fühlen. Ein Werk zwischen schleppender Melancholie und düsterem Satanskult, welches sich ganz dem alten Weg verschrieben hat und sich auch gezielt an dessen Anhängerschaft richtet. Interessenten aus Deutschland wird hier wohl nicht viel mehr bleiben, als sich direkt an GrimmDistribution oder an Todestrieb Records zu wenden, welche die CD auch gerade im Angebot haben. Das Album selbst kommt im Jewelcase und ist auf 500 Exemplare limitiert. Indes ist mir bisher kein heimischer Mailorder aufgefallen, der die CD führt. Wer exotische Editionen in seiner Sammlung schätzt, kann jedoch auch sein Glück versuchen, um an eine Auflage aus dem Hause Doom Stew Records zu kommen, welche das Album als limitierte CD im Digipak und als Kassette für den amerikanischen Raum veröffentlichten.

Traditonal and Devil Worshipping Heavy Doom Metal. Richtet sich klar an die Puristen und Anhänger des alten Kultes!


Darbietungen:
01. Satan's Wings
02. Until The Day I Die
03. Evil Desire
04. Evil (Is Going On) (WILLIE DIXON Cover)
05. Beyond The Door
06. Remorse
07. You Dead
08. The Black Cloud Comes

Laufzeit: ca. 41 Minuten



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