Montag, 2. Oktober 2017

Vorab-Review: Schleiße Stankend Gliud - Die satanische Ferse & Hartnäckige Nebelfelder (CD, Wolfmond Production - 2017) Teil 2

Lange hat er auf sich warten lassen... Teil 2 meiner zweiteiligen SCHLEIßE STANKEND GLIUD Vorab-Rezension widmet sich dem baldigen Re-Release der zweiten Scheibe der Heren mit Namen "Hartnäckige Nebelfelder". Und wer nun denkt... 'ui, da hört sich ja verdammt nach einem geilen Black Metal-Titel an' der hat noch gar nicht einmal so Unrecht...








In der Tat lehnt sich die Horde hier nämlich stilistisch gesehen eher am Melodie betonten Mitt-90er Black Metal der nordischen Schule an. Das äußerst sich vor allem im ausgiebigen Einsatz von Synths und Keyboards. Auch gibt es lange und erhabene Klangteppiche in Form von Soli zu hören. Das kommt vor allem in Liedern wie "Satanic Witches" oder der Neuaufnahme "Kleinchrist Part II" (und ja, es ist eine Neuaufnahme und keine wirkliche Fortsetzung, wie der Titel vielleicht suggerieren könnte, hehe). Aber von Anfang an: mit dem Intro "InClou (Thema von Scott Joplin)" interpretiert man den vielleicht bekanntesten Piano Rag des Komponisten Scott Joplin - auf Akkordeon! Heiliger Klabautermann... nahtlos geht es über in "Satanic Witches", der dem Hörer gleich erstmal ein fettes Gitarrenbrett an den Kopf klatscht. Mit ordentlich Druck dahinter gibt's hier zunächst Death/Thrash Metal Riffing vom feinsten, bis sich ein erhabenes Keyboard hinzu gesellt, danach wird es nach dem kurzen Break auch Dank des Gesangs etwas typischer Black Metal - dieser bestimmt das Geschehen letztlich dann aber auch nicht gänzlich, denn hier nimmt auch immer wieder der Death seinen Einfluss und zu ist dieser Song wohl am ehesten mit Sachen wie DUNKELGRAFEN in ihren besten Minuten zu vergleichen, die einen ähnlich chaotischen, aber erhaben-melodischen Stil inne hatten. Hier natürlich nur in besser, versteht sich. "Abra Kadabra" zeigt sich dann aber wieder ganz im Death Metal-Gewand mit zweistimmigen Gesang - erinnert so ein wenig an die ebenfalls deutsche Formation BESESSEN, die sich nicht nur selber nicht ernst nahm, sondern auch von Kritiken und Hörer nicht sonderlich ernst genommen werden konnte, weshalb sie es auch auf lediglich ein Demo und ein Album brachten. "Lechland Dreams - Spezial Long Version" stellt die erste Neuaufnahme eines Liedes des Debüt-Albums dar, und erweitert dieses sogar noch etwas. Auch fällt hier im direkten Vergleich besonders die viel bessere, weil druckvollere Produktion auf. Ein Grund zum Jubilieren bekommt man dann mit "Habemus Papam" geboten - denn nicht nur der Papst wird diesen Mix aus Black/Death/Thrash lieben. Was man dann aus den Neuinterpretationen der Stücke "Kleinchrist (hier einfach nur "Part 2" betitelt) und "Die satanische Ferse" gemacht hat, ist einfach nur als genial zu bezeichnen. Bei "V.W." gehen schließlich 12 Points to SCHLEISSE STANKEND GLIUD und zeigen einmal mehr den Humor der Mannen auf. Einen Hauch von Grindcore erwartet den Hörer dann bei "Latsch, latsch die Heide brennt...", was in Zügen so ein wenig an die Klassiker der EXCREMENTORY GRINDFUCKERS erinnert (ich denke da vornehmlich an Titel wie "Picknick im Zenit metaphysischen Wiederscheins der astralen Kuhglocke"). Es folgt mit "Nachtschicht" der letzte Song vor dem etwas psychedelischen Outro.

Fazit:
Wie bereits das Debüt ist auch "Hartnäckige Nebelfelder" ein augenzwinkerndes Album, welches von den Texten nicht ganz ernst genommen werden möchte. Musikalisch ist die Band jedoch über jeden Zweifel erhaben und es zeigt sich hier auch, dass sie sowohl in instrumentaler wie auch in produktions-technischer Hinsicht dazu gelernt haben, denn das zweite Album ist nicht nur fetter und druckvoller produziert, sondern ist auch von spielerischer Seite her ausgewogener als das erste Werk. Ein deutlicher Schritt nach vorne also - was "Die satanische Ferse" nun aber im Nachhinein nicht zu einem schlechten Album verkommen lässt (dieses Werk sollte man weiter unter dem Aspekt eines nicht ganz perfekten, unbefangenen Erstlings betrachten). Da ich nun auch in den Besitz des letzten S.S.G.-Albums "Definitiv Morsch" gelangt bin, wird eine Besprechung dieses Machwerkes auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Inzwischen hat Wolfmond Production das Debüt veröffentlicht, dieses Re-Release wird somit auch bald erfolgen, ebenfalls limitiert auf 100 Exemplare.

Geiler Mix aus majestätischem Black, groovendem Death und ranzigem Thrash, mit augenzwinkerndem Humor. Scheiße stinkend glatt... this is the real Metal!


Darbietungen:
01. InClou
02. Satanic Witches
03. Abra Kadabra
04. Lechland Dreams - Special Long Version
05. Habemus Papam
06. Kleinchrist Part II
07. V.W.
08. Die satanische Ferse - Deep Version
09. Latsch, latsch die Heide brennt...
10. Nachtschicht
11. Outro mit Mund

Laufzeit: ca. 43 Minuten




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