Freitag, 27. Oktober 2017

Review: White Oak - Verscholen visies (Digitales Album, Eigenproduktion - 2016)

Im letzten Jahr veröffentlichte die niederländische Horde WHITE OAK ihr Debüt-Album "Verscholen visies", welchem eine Demo-Präsentation aus dem 2012 vorausging. Im Juli diesen Jahres folgte dann noch eine digitale EP mit dem Titel "Gekruiste paden" ("Gekreuzte Pfade"), anschließend löste sich die Band auf.








Die Aufnahmen zum Album entstanden bereits in den Jahren 2012 - 2013, was auch erklärt, wieso noch weitere Mitglieder als die beiden Protagonisten Hæresiarch Sr. und W. Damiaen beteiligt waren, die zusammen dem Projekt bis zu letzt treu blieben. Beide sind auch bekannt durch andere, teilweise sehr namhafte Projekte wie LASTER, NEVEL und SEA OF TREES. Auf "Verscholen visies" erwartet den Hörer eine erhabene Form des atmosphärischen Black Metals. Bereits der Opener des Albums "Herinneringen in zuilen en graven van steen" macht dies mehr als deutlich. Ein Sample, aufgenommen an der Nordseeküste, gefolgt von einem hymnischen Midtempo-Black Metal, der seine Epik vor allem durch die sphärischen Gitarren und sein rhythmisches Schlagwerk erhält. Das erinnert in Zügen letztlich auch an ihre Landsleute ELFSGEDROCH. Mit "Grauw ijs" folgt der erste Teil der Trilogie "Omwenteling". Hier nimmt man ein wenig an Fahrt auf und zelebriert ein etwas höheres Tempo als noch beim Vorgänger, zeigt sich dabei aber nach wie vor anmutig und majestätisch. Der zweite Teil "Geest" ist ein instrumentales Zwischenspiel mit Akustikgitarre und Streichern. In "Wrekend vuur" entflammt schließlich das schwarze Feuer in den Herzen der Mannen, so scheint es. Erhabene Schwarzmetall-Tonkunst, die sich einem hier offenbart und mehr noch als alle bisherigen Darbietungen dieses Albums zeigt, dass die Mannen nicht nur ihre Instrumente beherrschen, sondern auch den Geist nächtlicher Kälte und Gedankenwelten verinnerlicht haben. Der letzte Song "Waar het merg schemere" setzt dann genau dort an, wo "Wrekend vuur" endete und bietet einen mehr als würdigen Abschluss.

Fazit:
Es gibt Bands und Alben, bei denen es einem im Nachhinein förmlich leid tut, dass sie es auf nur eine kurze Lebensdauer gebraucht haben und ihre Werke noch nicht einmal die Aufmerksamkeit erhielten, die sie eigentlich verdient hätten. Bei der heutigen Masse an Black Metal-Bands, die nahezu täglich mehr wird, aber auch nicht weiter verwunderlich. Trotzdem darf man wohl auch mal Fragen aufwerfen wie, warum solche hoch emotionalen Bands es nicht zu einem wirklichen Deal mit einem Label gebracht haben, wohingegen einige Bands, die immer nur die selbe belanglose Scheiße herunterleiern, von jedem abgefeiert werden. Das lässt einen doch ab und an schon einmal über das Niveau, auf welchem sich die heutige 'Szene' bewegt nachdenken. Die digitale Version des Albums ist weiterhin über die Bandcamp-Präsenz der Kombo erhältlich und schlägt mit 3,- Euronnen zu Buche. Die CD, welche im Digipak erschien und auf 100 Stück limitiert ist, scheint nicht mehr erhältlich zu sein.

Atmosphärischer Black Metal. Wild, frei und majestätisch!


Darbietungen:
01. Herinneringen in zilen en graven van steen
02. Omwenteling I: Grauw ijs
03. Omwenteling II: Geest
04. Omwenteling III: Wrekend vuur
05. Waar het merg schemere

Laufzeit: ca. 36 Minuten




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