Dienstag, 5. September 2017

Vorab-Review: Schleiße Stankend Gliud - Die satanische Ferse & Hartnäckige Nebelfelder (CD, Wolfmond Production - 2017) Teil 1

Und nun zu etwas völlig anderem... den die berüchtigte Kombo SCHLEIßE STANKEND GLIUD aus Brandenburg veröffentlichen demnächst in Zusammenarbeit mit Wolfmond Production ihre ersten beiden Werke "Die satanische Ferse" und "Hartnäckige Nebelfelder" neu auf CD. Ein Grund für mich, mir die German Godfathers of Lech Metal mal genauer anzuschauen, zumal ich die Erstauflagen nicht kenne.







Die Band stammt aus dem brandenburger Untergrund und verbindet in ihrer Musik Elemente aus dem Black, dem Old School Death und dem Old School Thrash Metal. Wem das als Argument noch nicht genügt, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen. Wie im übrigen wohl auch den Mannen selbst. Der Legende nach ist der gleichsam etwas exotische und dennoch vertraute Bandname auf eine muntere Nacht mit reichlich Alkohol und Spaß zurückzuführen. Und weil das nicht reicht, benennt man seinen Stil selbst 'True Antichristian Lechmetal', was wohl auf eine Biermarke aus Polen zurück geht. Somit ist auch gleich einmal das gesamte Album als Hommage an Lech aus Polen tituliert. Na denn... PROST!

Man merkt es schon am Titel, und meinen einleitenden Worten: so (Bier-)ernst nehmen sich die Herren nicht. Wozu auch? Zu lachen hat man im Leben ohnehin viel zu wenig... ob das jetzt auf eine (halbwegs) seriöse Review-Seite passt, die sich "Dark & Occult" auf die Fahne geschrieben hat? Drauf geschissen. Beginnen wir beim "Intro (Der Felsen)", welches in rein instrumentaler Form direkt schon einmal in die Vollen geht und gleich klar macht, in was für eine Richtung sich die künftigen Beiträge bewegen werden. Es folgt mit "Prelude (Kübelkotz)" ein kurzes zweites und direktes Intro zu "Die satanische Ferse" und spätestens beim Erklingen der ersten Riffs in Verbindung mit dem Gesang und den Texten wird auch dem härtesten Verfechter des grimmigen Metals ein Schmunzeln ins Gesicht huschen. "Kleinchrist" ist dann klassischer 60er/70er Rock mit einem... - mir fällt kein passendes Wort dafür ein - Text. "Ich glaubte es wäre ne Sünde, wenn man Blutwurst isst als Christ/und weil ich gerne Blutwurst esse, wurde ich Satanist": solche Textzeilen sagen doch bereits alles, oder? Absolut bescheuert und sinnfrei, aber doch irgendwie geil. Weiter geht es mit "Unholy Lechmetal", ein 1:1 Cover von DARKTHRONE's Klassiker "Unholy Black Metal", nur mit deutschem Text, der aber auch nicht geändert wurde, sondern einfach nur übersetzt wurde. Ja, und schon erscheinen die Texte von Bands wie KIRCHENBRAND gar nicht mehr so plump und platt, wat? Mit bekannten Melodien wird hier ohnehin gerne gespielt, so beruht "Völlig glatt" auf der Musik von "Raining Blood" aus der Feder von SLAYER. "Totel Textless (aber Ekzem)" ist laut abgedrucktem Text eine Aneinanderreihung von bekannten und bedeutenden Bands des Black, Death und Thrash Metal, sowie des Punks. Ob Gref Grf dies allerdings wirklich singt, bezweifel ich mal ganz stark (würde dem Titel ja gerecht werden, hehe. "Totel Titelless (aber extrem Ekzem)" ist dann die konsequente Fortführung und kann durch seinen rockigen Black Metal mit eingestreuten Death-Growls überzeugen. Das Outro "Splür fo drib" ist eine abgedrehte, beinahe psychedelisch-spacige Ambient-Angelegenheit, wen wundert das hier aber noch wirklich?!

Fazit:
SCHLEIßE STANKEND GLIUD haben mit ihrem ersten Album aus dem Jahr 2003 einen Klassiker des Lechmetal abgeliefert, der nun endlich bald wieder erhältlich sein wird. Nonsens par execellence gemixt mit teils richtig fetter Mucke. Die erste Auflage war aber auch nur auf lediglich 99 Stück limitiert und dürfte wohl bereits vergriffen sein. Inzwischen hat sich die Band auch in Antimensch umbenannt. Die kommende Wiederveröffentlichung mit alternativem Artwork wird aber unter dem alten Namen erscheinen und 100 Stück umfassen, lange zögern sollte man also auch hier nicht. Am besten in nächster Zeit einfach mal öfters im Mailorder von Wolfmond Production reinschauen.

True Antichristian Beer Lechmetal! Kopf zu, Hirn aus - kühles Bier und Musik rein. Dabei aber nicht vergessen, den Regler gnadenlos nach rechts zu drehen... Ich vergebe 5 von 5 Bierkrügen. PROST!


Darbietungen:
01. Intro (Der Felsen)
02. Prelude: Kübelkotz
03. Die satanische Ferse
04. Kleinchrist
05. Unholy Lechmetal
06. Lechland Dreams
07. Wie Geil
08. Totel Textless (aber Ekzem)
09. Totel Titelless (aber extrem Ekzem)
10. Völlig glatt
11. Splür fo drib (Outro)

Laufzeit: ca. 35 Minuten




1 Kommentar:

  1. Übrigens gibt es den Text zu "Textless" auf unserem letzten Output mit dem angesprochenen Text zu hören!!!! Die Scheibe nennt sich "Definitiv Morsch" und gibt es als LP oder CD auf www.schleisse.de

    AntwortenLöschen