Dienstag, 8. August 2017

Review: Swine Soul & Ruins of Unlight - Two Tyrants of Terror Split (MC, Narbentage Produktionen - 2017)

Im Juni diesen Jahres veröffentlichten die deutschen Untergrund-Schergen RUINS OF UNLIGHT zusammen mit der amerikanischen Ein-Mann-Horde SWINE SOUL die Split "Two Tyrants of Terror". Veröffentlicht wurde das ganze bisher auf Kassette unter dem Banner der deutschen Schmiede Narbentage Produktionen. Nun, da ich von SWINE SOUL zwar namentlich schon einmal gehört, sie mir aber noch nie musikalisch zu Gemüte geführt habe, stellt diese aktuelle Split meinen ersten Kontakt mit dem Projekt dar, während RUINS OF UNLIGHT zumindest mich mit ihrer Demo bereits überzeugen konnten.



Den Anfang macht Akhyls mit seinem Projekt SWINE SOUL. Von ihm stammen die ersten fünf Lieder. "Bats Crawl from the Lady's Maw" stellt ein ambientes Intro dar, welches zwar recht atmosphärisch ist, mir persönlich aber mit knappen vier Minuten etwas zu lang gezogen ist für eine Introduktion. Das darauf folgende "Animalistic Deathcry of Despair" beginnt dann auch recht abrupt und präsentiert sich mit ordentlich Noise. Was ich von solcher Art gearteter Musik halte, sollte jedem Leser dieser Seiten hinlänglich bekannt sein und so möchte ich auch nicht viel mehr zu dem Geschehen sagen, als dass es sich hier um recht chaotisch, irgendwie unzusammenhängend wirkende Kakophonie handelt. "Dying Disharmonies of a Soul's Light" bietet in meinen Augen etwas mehr an kompositorischer Finesse, wenn sich diese aber auch hier in überschaubarem Rahmen hält. Der Gesang gefällt mir darüber hinaus aber auch hier nicht, da er mir den Fokus einfach zu sehr auf den Noise anstatt auf reinen Black Metal legt. Was hier jedoch aufhorchen lässt ist der End-Part, der etwas sehr Morbides inne hat und auch am ehesten an reinen Schwarzmetall denken lässt. "Dead Blossom" stellt eine Mischung aus Dark Ambient mit Sample-Einspielungen und räudigem Black Metal dar, der etwas hintergründig produziert wurde. Das klingt gar nicht einmal verkehrt und vielleicht liegt es am weitestgehend fehlendem Gesang, dass der Song hier heraussticht. Auch finden hier weitere Details wie einige Tempo- und Stimmungswechsel ihren Einsatz, was das Geschehen etwas abwechslungsreicher gestaltet. "Dog Meat" stellt dagegen einen ziemlich banalen Beitrag des Dark Ambient mit Sample-Kollagen dar, ganz im Stile von MELEK-THA, ohne jedoch die Klasse eines Werkes wie "De Magia Naturali Daemoniaca" zu erreichen. Einzig die letzten paar Sekunden der knapp 11 Minuten Spielzeit bringen hier okkulte Abwechslung.

Es folgt mit dem Titel gebenden Song ein kooperativer Beitrag beider Bands. Da hier auch zweistimmiger Gesang genutzt wird, kann sich das hier ganz klar von den bisherigen Liedern abheben, auch der ambiente Einspieler zur Mitte hin sorgt für eine nötige Aufwertung.

Mit "Bastion of Chaos" eröffnen dann RUINS OF UNLIGHT ihren Teil der Split. Im schnelleren Midtempo geht es räudig nach vorne. Die Aufnahme ist hier auch weniger klar ausgefallen, wie noch auf der Demo-Präsentation. Gegen Ende zaubert man dann noch einmal einen ordentlich erhabenen und atmosphärischen Teil mit Keyboard-Einsatz. "Krampus" beginnt recht chaotisch und gleicht auch im weiteren Verlauf einer wilden Jagd durch nächtliche Wälder. Definitiv mein bisheriger Favorit dieser Kassette! "Ophiuchus" erklingt zunächst auf Grund seines eigenwilligen Drummings sehr ähnlich, jedoch geht man hier wesentlich gediegener zu Werke. Es folgt mit "Ea, Lord of the Depths" eine Nachspielversion eines Klassikers von BURZUM. Eine der stärksten Kompositionen von Count Grishnakh - wenn auch nicht die intensivste (die bleibt für mich immer noch unumstritten "A Lost Forgotten Sad Spirit"). Das Cover präsentiert sich recht solide und hält sich auch nah am Original. Der Mehrwert ist hier natürlich wie bei 99 % aller Coversongs zumindest fraglich. Mit "Driven Shivering Chant" verabschiedet man sich in Form eines fünf einhalb-minütigen Outros mit Dark Ambient und Samples.

Fazit:
Der Ami von SWINE SOUL präsentiert seinen Black Metal mit ordentlich Noise, Dark Ambient und Industrial Sample-Collagen versetzt. Meinen Geschmack trifft das eher weniger. Der Stil wird aber trotzdem seine Anhängerschaft finden. RUINS OF UNLIGHT zelebrieren auf dieser Split eine weitaus räudigere Gangart des Black Metal als noch auf ihrer Demo und präsentieren dem geneigten Hörer damit eine, wenn auch nicht gänzlich, andere Seite von sich. Nichtsdestotrotz lässt man hier neben dem Chaos nicht die Atmosphäre außer Acht, so dass man auch auf "Two Tyrants of Terror" überzeugen kann. Die Frage, ob es sich hier nun um eine wirklich lohnenswerte Split handelt, muss daher jeder für sich selbst beantworten - in meinen Augen sind aber allein die Beiträge der Deutschen einen Kauf wert. Die Kassette ist über Narbetage Produktionen erhältlich und kostet dort 4,- Euronnen, die digitale Version ist über die Bandcamp-Seite von RUINS OF UNLIGHT für 3,- Euronnen zu beziehen.

Eine zwiespältige Angelegenheit. SWINE SOUL überzeugen mich im Ganzen betrachtet nicht wirklich, während RUINS OF UNLIGHT ihre Sache solide zelebrieren. Definitiv ein Werk, auf das man sich einlassen muss. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das allein einen Kauf des Tapes rechtfertigt.


Darbietungen:
Swine Soul:
01. Bats Crawl from the Lady's Maw (Intro)
02. Animalistic Deathcry of Despair
03. Dying Disharmonies of a Soul's Light
04. Dead Blossom
05. Dog Meat
Swine Soul & Ruins of Unlight:
06. Two Tyrants of Terror
Ruins of Unlight:
07. Bastion of Chaos
08. Krampus
09. Ophiuchus
10. Ea, Lord of the Depths (BURZUM Cover)
11. Driven Shivering Chant (Outro)

Laufzeit: ca. 64 Minuten




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