Dienstag, 8. August 2017

Review: Ruins of Unlight - Allegory of Death (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Bereits im letzten Jahr wurde die erste Demo-Präsentation dieses Projekts aus Deutschland und Österreich veröffentlicht, und zwar als auf 100 Stück limitiertes Tape durch die inzwischen aufgelöste Schmiede Schwarz Klang Produktionen. Wahrscheinlich entschied man sich auch deshalb zu einem erneuten Release in digitaler Form, dieses Mal in Eigenregie. RUINS OF UNLIGHT bestand zu diesem Zeitpunkt noch lediglich aus den beiden Mannen Infaustus (u.a. OBSCURYS, oder als Sadomator auch durch OLD SKULL bekannt) und Terror Tyrant (mir persönlich jetzt noch lediglich durch die grindige Death Metal-Kombo TORTURED WHORE bekannt).



Allein anhand der Namen der Beteiligten lässt sich bereits erahnen, auf was man sich hier einlässt. Nach dem kurzen Intro "Luciferi Excelsi" geht es dann auch gleich mit dem Titel gebenden Song in die Vollen und die Vorahnung wird bestätigt: hier regiert rotziger Untergrund Schwarzmetall mit einer gewissen Rock-Attitüd, was sich vor allem in den rhythmischen Gitarren und dem Schlagzeug widerspiegelt. Die dezent eingesetzten Keyboards verleihen dem ganzen darüber hinaus noch eine gewisse erhabene Atmosphäre, der Gesang verbreitet aber hauptsächlich Chaos, Pest, Hass und Tod. Der zweite Liedbeitrag "Summoning Anael" steht dem in nichts nach, zeigt sich sogar eine Spur räudiger und bestialischer in seiner Ausführung - RUINS OF UNLIGHT machen hier definitiv keine Gefangenen, sondern hinterlassen auf ihrem Weg nur Zerstörung und Leid. Im Mittelteil wird es gar etwas rituell angehaucht durch einen wohl platzierten Break. Den Totentanz thematisiert das nächste Lied "Tanz der Gerippe", welches auch in musikalischer Hinsicht die größte Eingängigkeit auf dem Demo bietet und sich daher auch perfekt für einen Probehörgang eignet. Mit seinem rhythmischen Midtempo-Stil erinnert gerade dieser Song schon mehr an andere deutsche Underground-Kombos wie PESTHEIM oder auch MORBID CONTEMPT. Auch "Gottesleugner" schlägt in die gleiche Kerbe, zeigt sich in instrumentaler Hinsicht ganz dem deutschen Underground Black Metal verschworen und erfüllt auch durch den recht plump gehaltenen Text so ziemlich jedes denkbare blasphemische Klischee. Es folgt ein kurzes Outro in Form von "Keuchhusten" mit Tonaufnahmen von eben... Husten. Das war's.

Fazit:
Gut, dass man hier kein Überwerk erwarten sollte, dürfte eigentlich schon von Anfang an klar sein. Habe ich aber auch gar nicht. RUINS OF UNLIGHT präsentieren mit ihrer Toten-Allegorie ein recht solides Debüt, welches sich gerade für Demo-Verhältnisse nicht zu verstecken braucht. Der Klang ist räudig und authentisch und für eine erste Demo auch an den richtigen Stellen mit dem nötigen Druck ausgestattet - eine Produktion, die für diese Umstände absolut in Ordnung geht. Musikalisch bietet man zwar absolut nichts Neues, kann sich aber auf Grund einiger spielerischer Details doch noch vom nichts-sagenden Einheitsbrei hervortun - was aber sicherlich nicht alle so sehen werden. Diese Art von Musik ist halt nicht für jedermann gemacht und möchte auch nicht unbedingt jedem gefallen. Ob die Version auf Pro-Tape noch zu beziehen ist, weiß ich aktuell nicht zu sagen, evtl. hilft da aber eine Kontakt-Aufnahme mit der Band weiter. Die digitale Version kann via der Bandcamp-Präsenz für 3,- Euronnen bezogen werden.

Für Underground-Maniacs sehr zu empfehlende Erst-Veröffentlichung! Black Metal ohne Schnörkel und großartigen Firlefanz.


Darbietungen:
01. Luciferi Excelsi (Intro)
02. Allegory of Death
03. Summoning Anael
04. Tanz der Gerippe
05. Gottesleugner
06. Keuchhusten (Outro)

Laufzeit: ca. 18 Minuten




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