Donnerstag, 3. August 2017

Review: Ohtar - Euthanasia of Existence (CD, Deathrune Records - 2016)

OHTAR, wer kennt diesen Namen nicht? Zugegebener Maßen ein Name, der viele Kontroversen ausgelöst hat und auch immer noch für Diskussionen sorgt. Gegründet im Jahr 1996 war OHTAR schon in früher Phase eine der wichtigsten Bands im polnischen NSBM-Underground. Es folgten einige Demos und Splits, die von der politischen Motivation der Horde zeugten, bis im Jahr 2003 das erste Voll-Album "When I Cut the Throat" veröffentlicht wurde. Neben Demos, Splits und EPs brachte man dann vor diesem aktuellen Werk noch zwei weitere Alben hervor, bis sich OHTAR dann vorerst im Jahr 2012 auflösten...




"Euthanasia of Existence" stellt nun das erste Album der beiden Mannen nach der Wiedervereinigung der Horde dar. Die beiden Individuen hinter dem Projekt Slawomir am Schlagzeug, sowie Necro (u.a. HATEFUL, zu deren aktuellem Werk sich >>hier<< eine Rezension finden lässt) am Gesang sowie an den Saiten. Der Titel spricht mal wieder für sich und bedarf, wenn man um die Einstellung der Band weiß, keiner weiteren Interpretationen. Ich persönlich habe ich mich bisher noch nie so wirklich mit der Musik von OHTAR auseinandergesetzt, weswegen ich jetzt auch keine großartigen Vergleiche ihrer früheren Werke anstellen möchte, was die Qualität anbelangt. Was ich jedoch sagen kann, dass das mir hier vorliegende Werk sehr kraftvoll produziert wurde und die nötige Portion Druck hinter den Aufnahmen steht. Dabei bieten die zwei Protagonisten in musikalischer Hinsicht alles andere als Standard-Kost, vor allem wenn man so bedenkt, was sich sonst so alles NSBM schimpft. Die Lieder sind einerseits voll von Stolz und Erhabenheit, gleichzeitig zeugen sie aber auch von tiefer Verzweiflung, Tristesse und Todessehnsucht. Die einzelnen Songs sind dabei kompositorisch ausgefeilt und bieten jede Menge Details, die für die notwendige Abwechslung sorgen und das Werk weit über Durchschnitt heben.

Fazit:
Gut, man mag jetzt von NSBM halten, was man möchte und auch ich kann mit Bands, die extreme politische Inhalte vertreten, nicht sonderlich viel anfangen - einfach auf Grund dessen, dass mir Politik zuwider ist. Ich glaube allerdings auch an die Meinungs- und Kunstfreiheit, und die möchte ich keinem absprechen. Zudem haben OHTAR in all der Zeit ihres Bestehens wohl ihren ganz eigenen Stil gefunden zu haben, was sie deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Die spanische Tonschmiede Deathrune Records brachte das Werk sowohl als CD wie auch als LP heraus. Die LP kommt wahlweise in schwarz, weiß oder rot (wobei weiß wohl schon vergriffen zu sein scheint) und die CD erhaltet ihr wahlweise im Bündel mit einem Shirt. Preislich gesehen liegt die CD bei 8,- Euronnen, während ihr die LP ab 16,- Euronnen erhaltet. Bestellungen sind am besten direkt an Deathrune Records zu entrichten.

Elitist Polish Black Metal. Militant, misanthropisch, voll Verachtung und Agonie!


Darbietungen:
01. Cyanosis of Senility
02. Euthanasia of Existence
03. Portrayal of Damage
04. The End is not Coming
05. The Soul in a Cage of Thorns
06. Weary Thoughts

Laufzeit: ca. 43 Minuten




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