Mittwoch, 30. August 2017

(Nostalgie-)Review: Nebulah - Dark Deister Demos 1992-1993 (Astral Nightmare Productions - 2016)

Bei dieser CD, die mir vor gut einem Monat in die Hände fiel, handelt es sich um eine Zusammenstellung zweier alter Demos der heute nur noch sehr Wenigen bekannten Ein-Mann-Horde NEBULAH aus Deutschland. Das Projekt von Macabros (u.a. auch bei der ehemaligen BM-Schunkel-Kapelle PRIESTERMORD tätig gewesen; hier übernahm er unter dem Namen Morbid den Gesang) existierte von 1992 bis mindestens 1999, als das erste Album und gleichzeitig letzte Werk der Band veröffentlicht wurde.




Astral Nightmare hat nun die beiden ersten Demos des Projekts auf eine CD gepresst. Die Aufnahmen sind in ihrer ursprünglichen Fassung enthalten und glücklicher Weise nicht digital nachbearbeitet oder dergleichen. Die ersten sechs Lieder umfassen dabei die Debüt-Demo "Pure Dark Evil" aus dem Jahr 1992. Misanthropischer und eiskalter Schwarzmetall, der hier zelebriert wird. Gesang und Qualität der Aufnahme erinnern stark an gute Beiträge von MOONBLOOD. "Black Hand Lie in Wait" wird noch mit einem recht stimmungsvollen und gemächlichen Instrumental-Part eingeleitet, wandelt sich dann aber schnell in den weiter oben beschriebenen Stil, der so typisch für die damalige deutsche Untergrund-Szene klingt, aber in keinster Weise irgendwie abgelutscht klingt. Auf Grund der Erscheinungsdaten darf sich NEBULAH ja schließlich auch noch zu den ersten Generationen der deutschen Black Metal-Bands zählen, zu jenen, die noch wirklich etwas bedeuteten (womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass es heutzutage nicht auch wieder immer mehr ernst zunehmende BM-Kombos gibt!). Dass das Projekt auch gnadenlos unterschätzt und zu unrecht derlei unbekannt war/ist, zeigt sich auch in folgenden Beiträgen wie "Cold Time of the Black Winds", der sich schon beinahe melodisch zeigt oder in "Dance of the Diabolical Shadows", der gar Referenzen an die meiner Meinung nach genialen Schweden OPHTHALAMIA, die ihrer Zeit weit voraus waren (und vielleicht auch gerade deswegen so unbeliebt waren zur damaligen Zeit... schließlich fanden ihre alten Werke erst in jüngster Vergangenheit ein 'Revival'). Die letzten sechs Lieder stellen dann das zweite Demo "Sceptre of Violence" aus dem Jahr 1993 dar. Insgesamt ist die Aufnahme hier eine Spur lauter. Musikalisch betrachtet geht es hier aber ebenso misanthropisch und hasserfüllt zu, wie auf dem Vorgänger. Schwarzmetall in seiner reinsten Form. Böse, kalt und besessen. Auch hier sind Vergleiche mit gleichartigen Bands wie THA-NORR nicht von der Hand zu weisen und auch die alten Werke von MAYHEM dürften hier als Inspiration gedient haben (ich sag' mal nur "Creeping Fog").

Fazit:
Was man auf dieser CD-Zusammenstellung geboten bekommt, ist nicht mehr und nicht weniger als ursprünglicher und hasserfüllter deutscher Black Metal. Daher kommt wohl auch kein Purist an dieser Veröffentlichung vorbei, denn meiner Meinung nach gehört dieser Tonträger in jede ernst zunehmende Sammlung! Die CD erschien im Jewelcase, beinhaltet ein 2-seitiges Cover und ist auf gerade einmal 222 Exemplare limitiert und von Hand durchnummeriert. Eure Bestellungen könnt ihr direkt an Astral Nightmare Productions entrichten, jedoch haben auch noch weitere kleinere Labels wie Sol Records die CD im Distro-Angebot.

Good Olde True German Black Metal. Nothin' more, nothin' less. Buy ör Die!


Darbietungen:
Pure Dark Evil Demo '92
01. Black Hand Lies in Wait
02. Cold Time of the Black Winds
03. Journey to Damnation
04. Dance of the Diabolical Shadows
05. Cold Light of the Wintermoon
06. Howl of the Black Wolves
Sceptre of Violence Demo '93
07. Cry of the Winterdemons
08. I am the Dark Lord
09. Creeping Fog
10. Day of Darkness
11. Pagan Burial
12. The Cold Path of Sorrow

Laufzeit: ca. 58 Minuten




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