Freitag, 9. Juni 2017

Review: Panphage - Storm (CD, Nordvis Produktion - 2017)

Neues gibt es auch dem Hause Nordvis zu vermelden. Das schwedische Label veröffentlichte im letzten Monat das ursprünglich 2015 auf Kassette erschienene Debüt-Album "Storm" des Ein-Mann-Kommandos PANPHAGE, welches sich ja mittlerweile einen ziemlich guten Namen erspielt hat, zu den bekanntesten Werken dürften aber die beiden bisherigen Alben (das aktuelle "Drengskapr" wurde ebenfalls vor einer Weile von mir besprochen, >>hier<< nachzulesen) und die Kompilation "Genom konst & krig".





Zunächst einmal sticht die Aufmachung ins Auge: schickes, stabiles Digipak, mehrfach ausklappbar, mit zwei Texten, kurzen Liner-notes, einem Foto und dem Original-Cover-Artwork im Innenteil. Musikalisch hält "Storm" einmal mehr druckvollen und kämpferischen Black Metal bereit, der auch einige Pagan- und Dark Ambient-Einflüsse, aber auch klassischen Rock aufweist. Beim ersten hören von "Lugnet" wähnte ich mich zunächst bei THE DOORS, erinnert der einleitende Teil doch stark an ihr geniales Epos "The End". Der Titel "Frusna varsel" hingegen orientiert sich eher am norwegischen Stil und lässt etwas an die Atmosphären älterer BURZUM denken. Dazwischen gibt es dann diesen für PANPHAGE typischen Stil aus räudigem Underground, vermengt mit jeder Menge Pathos, Krieg und heroischer Majestätik. Dabei kommt der so klassische schwedische Stil der Mitt-90er genauso zum tragen, wie auch der der Neuzeit, ich nenne da nur einmal Bands wie GRAV oder SVARTRIT als vergleichbare musikalische Projekte. Interessant ist aber, dass hier auch traditionelle Instrumente zum Einsatz kommen und das Geschehen noch eine Spur individueller klingen lassen.

Fazit:
Altes Album im neuen Gewandt. "Storm" steht dem aktuellen Werk "Drengskapr" in nichts, aber auch gar nichts nach. Finster, mit einer erhabenen und majestätischen Atmosphäre voller Dunkelheit und Heldenmut. PANPHAGE zuzuhören erweist sich immer wieder als spannend und ereignisreich, das zeigt sich schon am Debüt. "Storm" stellt ein ziemlich eigenständiges Werk dar, welches keine wirkliche Langeweile aufkommen lässt, lediglich den instrumentalen Ausklang hätte man meiner Meinung nach etwas abkürzen können, dafür den einen oder anderen Song ruhig ein paar Minuten mehr geben können. In Deutschland ist die CD beispielsweise über das Angebot von Sol Records oder Deviant Records erhältlich. Das Werk wird wohl auch wieder den Weg in die Regale der Doof-Märkte geschafft haben, jedoch macht es keinen Sinn, dort eine CD zum überteuerten Preis zu kaufen - unterstützt lieber aktiv die Untergrund-Versände!

Weiteres Meisterwerk aus Schweden, welches nun endlich einer breiteren Masse zugänglich gemacht wurde. Uneingeschränkte Empfehlung!


Darbietungen:
01. Lugnet
02. Storm
03. Vid Kusten
04. Sävgetens Folk
05. Frusna Varsel
06. Hemmavid
07. Förfäder
08. Fenomen

Laufzeit: ca. 37 Minuten




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