Mittwoch, 10. Mai 2017

Review: Thromos - Vergessene Tiefen (CD, Necro Genocide Records - 2017)

Mal abgesehen von zwei kurzen Auszeiten 2011 und 2013 veröffentlichte das Duo THROMOS aus Roßlau nunmehr seit 2008 jedes Jahr einen neuen Tonträger. Nach einer Reihe von Demos, einem Video und einer EP entstand nämlich in diesem Jahr das Debüt-Album "Verfault & vergessen" - seitdem hat sich einiges getan und man präsentiert mit "Vergessene Tiefen" das inzwischen achte Voll-Album, einmal mehr veröffentlicht durch die Thüringer Schmiede Necro Genocide, bei denen sich die Band ja ziemlich heimisch zu fühlen scheint, ist es doch bereits das zweite Werk nach "Besessen" unter diesem Banner.



Die Aufmachung ist einmal mehr schlicht und einfach gehalten, dafür aber auf den Punkt gebracht und unmissverständlich. Der Minimalismus verfehlt auch hier seine Wirkung in keinster Weise. Allein das Cover mit dem dezent gesetzten Logo und dem recht kleinen, beinahe schon unscheinbaren Titel in der unteren rechten Ecke. Vordergründig ein Mitglied mit Kerzenlicht und einer beschwörenden Geste, sowie einem dritten Auge. Mystisch, okkult und satanisch. Es könnte nicht passender gemacht sein, denn es spiegelt genau die Atmosphäre der Musik wider und lässt die Klänge in Bildern entstehen. So ist THROMOS mit "Vergessene Tiefen" wieder einmal ein pures Underground Black Metal Album gelungen, welches gerade durch seinen kernigen Minimalismus lebt. Den einen wird es vielleicht zu schlicht ausgefallen sein, doch jene haben die Essenz dessen, was Schwarzmetall eigentlich ausmachen sollte, und welche THROMOS in ihrer Musik wunderbar einzufangen wissen, wohl eher nicht begriffen. Dabei ist den beiden Mannen Mortifer Daemon und Nissen das kleine Kunststück geglückt, sich innerhalb ihrer eng gesteckten Grenzen voll zu entfalten: die Atmosphäre des neuen Albums lebt zwar in erster Linie durch räudige Wildheit, die die absolut kalt-desolaten und primitiven Stücke erzeugen, doch wird das Geschehen immer wieder von sehr okkulten und rhythmischen Passagen aufgelockert und aufgewertet. Auch instumentale Solo-Parts ("Durch das Auge des Teufels") und gezielte Tempowechsel lassen sich ausmachen. Sogar akustische Passagen sind dem Black Metal beigefügt ("Vereint in Seiner Dunkelheit"). In kompositorischer Hinsicht ist "Vergessene Tiefen" also definitiv das ausgereifteste Werk der Band bisher - ein zu nennender Anspiel-Tipp wäre hier auf jeden Fall "Monotonie des kosmischen Zerfalls".

Fazit:
Die beiden Recken aus Sachsen-Anhalt haben wieder zugeschlagen... und ihr neues Album "Vergessene Tiefen" ist das wohl mit Abstand beste, was sie bisher veröffentlicht haben. Es ist in seiner Ganzheit vielleicht nicht ganz so böse wie "Hexenkult" oder "Alte okkulte Macht", bietet dafür aber umso mehr Mystik und ausgefeiltere Atmosphären. Interessant ist hier natürlich auch, wenn man sich den Vorgänger betrachtet, dass sich die Band bereits dort über den Namen des Nachfolgers einig gewesen sein muss, wird er doch in der letzten Zeile von "Besessen" erwähnt... die CD kommt im Jewelcase und hat eine mir unbekannte Auflage (ich denke mal, mehr als 500 werden es wohl nicht sein). Sichern könnt ihr euch euer Exemplar direkt über Necro Genocide Records oder auch über Wolfmond Production, welche das Album beide für jeweils 10,- Euronnen anbieten.

True Occult German Underground Black Metal - nothin' more to say!


Darbietungen:
01. Fremde Stimmen aus zeitlosen Welten
02. Im Zentrum des Nichts
03. Baphomet
04. Kalte verlorene Dimensionen
05. Durch das Auge des Teufels
06. Monotonie des kosmischen Zerfalls
07. Vereint in Seiner Dunkelheit
08. Unmenschliche Präsenz
09. Vergessene Tiefen
10. Unbetitelt

Laufzeit: ca. 64 Minuten




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