Mittwoch, 17. Mai 2017

Review: Steingrab - Mystik (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Das Projekt von Mahr (ex-NARGIS) aus Hessen kann inzwischen auch auf eine gut bestückte Diskographie zurückblicken. Neben dem Debüt-Demo "Reise ins Ungewisse", welches im Jahr 2009 auf Kassette erschien, weist STEINGRAB noch ein Album namens "Äon" auf, sowie ein Live-Tape mit dem Titel "Live in Nürnberg", das Aufnahmen enthält, die im Zuge des "Momente des Nichts" Konzertes im Jahr 2015 entstanden (Review ist >>hier<< nachzulesen). Nun folgt mit "Mystik" also ein komplettes neues Album. Manche Lieder waren bereits schon auf den Live-Aufnahmen enthalten und konnten damit schon einmal einen ersten Einblick in dieses Werk verschaffen...


Das Album ist bisher lediglich von der Band selbst in digitaler Form veröffentlicht worden - was dem Ganzen aber in keinster Weise gerecht wird. Die Musik von STEINGRAB hat es verdient auf physischem Tonträger eine Veröffentlichung zu erfahren. Auch auf "Mystik" hat sich an dem recht eigenwilligen Stil nichts verändert. Einerseits gibt es hier sehr viel Tradition und 90er-Flair zu schnuppern, doch verlässt man sich nicht nur allein darauf, und möchte auch nicht so klingen, wie der x-te BURZUM-Verschnitt, sondern lässt immer wieder sehr viele eigene Nuancen mit einfließen. So einen Moment bildet da beispielsweise das sehr schwermütige Klavierspiel in "Der Spiegel", oder der modern angehauchte Post Black Metal-Break in "Styx", ein Stück welches nicht nur durch diesen Umstand an die Gangart des letzten DEATHGATE ARKANUM Albums "Stillhallen" ("Seelen" zähle ich als Mini-Album) erinnert, sondern auch im Gesang. Hinzukommt hier ein gewisser Space Ambient-Einfluss, was aber auch nicht unnötig ausartet (um die Gemüter gleich einmal zu beruhigen). Auch findet ein gewisser Anteil an Folklore in der Musik von STEINGRAB seinen Platz und sorgt für die nötigen Rückzugs- und Ruhepole in "Mystik". Während "Zeugen der Macht" eindeutig den rasantesten Song des Albums darstellt, ist der folgende "Scheintot" mit Abstand der gemächlichste. Vorgetragen mit sehr viel Schwermut und melancholischer Nostalgie - genau mein Ding! Getoppt wird dieser Beitrag dann nur noch vom titel-gebenden Lied "Mystik", welches zum Inhalt passend, eine einzige Hymne darstellt, inklusive sturmgepeitschter Drums, melodischen Gitarren und reichlich Keyboard-Einsatz. "Der letzte Schein des Mondes" ist dann noch ein klassischer Rausschmeißer, der viel Gefühl und noch einmal viel Melancholie bietet: "Zu meiner Erlösung führt nur ein schmaler Grat"...

Fazit:
Die Musik von STEINGRAB weiß mich doch immer wieder zu begeistern. Eine solche Gratwanderung zwischen traditionellen Schwarzmetall-Klängen und modernen Einflüssen bekommt beileibe nicht jede Horde hin - oftmals scheitern sie gar kläglich. Doch STEINGRAB faszinieren mich seit der ersten Demo-Kassette, das Debüt-Album brachte dann die erhoffte Atmosphäre in voller Länge und das Live-Album war solide und trumpfte darüber hinaus noch mit ein paar neuen Stücken auf. "Mystik" ist wie schon das erste Album pure Magie, auch wenn es in vielerlei Hinsicht anders ist. Die Musik in Verbindung mit den sehr durchdachten und emotionalen Texten sind wahre Poesie und Geschichten, die es wert sind, Gehör zu finden. Das Album könnt ihr euch über die offizielle Bandcamp-Seite von STEINGRAB gegen eine kleine Spende von 5,- Euronnen herunterladen (inklusive Front- und Back-Cover), alternativ könnt ihr aber auch eine Email an Mahr schreiben, wenn ihr kein Geld für eine digitale Version ausgeben wollt. Ob und wann es das Album auf einem physischen Tonträger zu erwerben geben wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen - ich bleibe aber auf jeden Fall dran, und werde es vermerken, sollte ich in der Richtung etwas mitbekommen.


Intensiver deutscher Black Metal mit viel Gefühl und voller Poesie. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Licht
02. Der Spiegel
03. Styx
04. Zeugen der Macht
05. Scheintot
06. Mystik
07. Der letzte Schein des Mondes

Laufzeit: ca. 42 Minuten




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