Montag, 29. Mai 2017

Review: Chronik - Der letzte Abschied (CD, Wolfmond Production - 2017)

Nach fast genau vier Jahren folgt mit "Der letzte Abschied" nun der Nachfolger des Debüt-Albums "Gewalten" der Band CHRONIK, die sich im Jahr 2012 formierte und vornehmlich aus Mitgliedern von MACHT besteht, die aber auch nur auf zwei bisherige Demo-Veröffentlichung zurückblicken können. Eine ältere Rezension zu "Gewalten" lässt sich >>hier<< nachlesen. Was euch nun auf dem aktuellen Werk der Band erwartet, lest ihr im folgenden...





Auf "Der letzte Abschied" meldet man sich also nach guten vier Jahren der Abstinenz in Form von acht Liedern zurück aus der Versenkung. Gleich zu Beginn des Titel-gebenden Stückes (Prolog) lässt sich erkennen, wohin die Reise geht: Chor-Samples, Keyboard-lastige Klangteppiche... was hier zelebriert wird, ist symphonisch angehauchter Melodic Black Metal par excellence. Damit wird der Stil des Erstlings konsequent fortgeführt. Allerdings haben CHRONIK inzwischen so einiges dazu gelernt und legen wesentlich mehr Eigenständigkeit an den Tag, als es noch auf "Gewalten" der Fall war. Natürlich wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber davon rede ich auch gar nicht. Wirkliche Eigenständigkeit ist heutzutage ja ohnehin sehr schwierig, weil es das meiste einfach irgendwann schon einmal gab, doch besitzen CHRONIK einen gewissen Wiedererkennungswert. Der Stil von ihnen ist dabei einerseits als schlicht und monoton zu bezeichnen, trumpft auf der anderen Seite aber mit einem gewissen Bombast und einer gehörigen Portion Spielfreude auf. So wird das Geschehen immer wieder durch gezielt platzierte Breaks oder plötzliche Tempowechsel aufgewertet. Die Atmosphären sind meist episch und hymnenhaft gehalten, mit einer leichten Melancholie, die in jedem Song präsent ist. Hervorzuheben ist hier insbesondere auch "Stumme Zeugen", da das Stück durch seine eher gemächliche Gangart eine Ausnahme-Position einnimmt und einen fast schon depressiven Grundton besitzt. Das darauf folgende "Erkenntnis" gleicht einem vertonten Märchen, Poesie, in der man sich verlieren mag. Auch macht das Album den Eindruck, ein Konzept zu verfolgen, worauf sich dieses jedoch bezieht oder wovon es genau handelt, vermag ich nicht zu sagen, da mir hierzu leider keine weiteren Informationen vorliegen.

Fazit:
Um ehrlich zu sein, ist CHRONIK eine Band, mit der ich anno 2017 nicht mehr gerechnet habe. Doch wenn ich mir "Der letzte Abschied" nun anhöre, bin ich wirklich froh, dass diesem Projekt nicht das gleiche Schicksal ereilt ist, wie so vielen anderen, die sich als bloße Eintagsfliegen entpuppten. Wer sich für melodischen / symphonischen Black Metal begeistern kann, der wird an diesem Album definitiv nicht vorbei kommen, sondern ganz im Gegenteil, seine helle Freude daran haben. Bestellungen erfolgen am besten gleich über die Band oder gehen direkt an das Label Wolfmond Production.

Melodic Black Metal, wie er besser kaum sein könnte. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Der letzte Abschied (Prolog)
02. Es beginnt
03. Erstes Opfer
04. Stumme Zeugen
05. Erkenntnis
06. Die Jagd
07. Ende eines Schicksals
08. Der letzte Abschied (Epilog)

Laufzeit: ca. 55 Minuten




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen