Dienstag, 30. Mai 2017

Review: Asgard - War at Last (CD, Wolfmond Production - 2017)

Bei ASGARD handelt es sich um eine fünf-köpfige Horde aus der Schweiz. Zelebriert wird klassischer Black Metal, ohne viel Schnörkel und Tamtam. Die aktuelle EP erschien bereits im April, und ich muss gestehen: das Cover hielt mich erst einmal eine Weile davon ab, mich eingehender mit dem Material der Kapelle auseinander zu setzen - wirkt es doch eher wie BEHEMOTH-mäßiges Kasperle-Theater, denn wie ein seriöses Stück Schwarzmetall. Die Vorurteile über Bord geworfen, habe ich die CD dann am gestrigen Tag doch mal in meine Anlage geschmissen und seitdem rotiert sie nun das gefühlte 10. Mal...


Schuld an diesem Umstand dürfte wohl vor allem in der recht kurzen und knackigen Spielzeit begründet sein, insgesamt werden hier auch nur vier Lieder präsentiert. Ist ja schließlich auch nur eine EP. Bereits der recht militante Anfang von "Spell of Oppression" macht deutlich, dass es sich hier wohl eher nicht um den x-ten albernen Aufguss handelt. Natürlich wird auch hier im Grunde nichts Neues geboten, dafür klingen die schweizer Recken aber erfrischend spielfreudig und unverbraucht, lassen immer mal wieder eigene Ideen durchklingen (wie das sehr verstörend bis hypnotisch wirkende Break im erwähnten ersten Beitrag, nebst Gitarrensolo). Neben dem erhabenen Midtempo Black Metal, bietet das erste Stück viel vor allem Gitarren-betonte Melodie (ohne Keyboard). "Between Two Worlds" setzt den eingeschlagenen Pfad dann konsequent fort und legt, was die Geschwindigkeit angeht auch gerne noch eine Schippe drauf. Der Refrain-Part kommt hier richtig schön wuchtig und man merkt, dass die Band in ihrer Musik mit zwei Bässen aufwartet. "Wings of Asgard" stellt eine sturmgepeitschte Hymne dar, anders kann man es wohl kaum beschreiben - vom Grundtenor her wohl das flotteste und eingängigste Stück der Scheibe. Der Rausschmeißer "War at Last" beginnt dann traditionell mit Kriegs-Samples, gibt sich zunächst langsam und unscheinbar, auch hier finden wieder ausgiebig zelebrierte Akustik-Parts, wie schon beim ersten Song, ihren Einsatz, steigert sich im Verlauf aber als eine melancholisch angehauchte Hymne. Der Break ab der ca. vierten Minute kommt einem emotionalen Ausbruch gleich und wertet das Stück enorm auf.

Fazit:
Diese EP lässt hoffen... ich hatte von ASGARD vorher noch nie etwas gehört, doch nach diesem Werk dürfte der Horde eine Zukunft im Reigen der hörenswerten Bands heutzutage sicher sein. Ich bin gespannt, ob man von ASGARD in absehbarer Zeit wieder etwas zu hören bekommt und ob dann auch mal ein Voll-Album folgen wird. Der Band wäre es jedenfalls zu wünschen, zumal ja auch nicht gerade vieles wirklich Erwähnenswertes aus der Schweiz kommt. Die CD kommt als Silberling (!) im Jewelcase und ist auf 500 Exemplare limitiert. Bestellungen gehen an die Wolfmond Production-Adresse.

Erhabene Black Metal-Hymnen - großartige EP. Mehr als empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Spell of Oppression
02. Between Two Worlds
03. Wings of Asgard
04. War at Last

Laufzeit: ca. 28 Minuten




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