Sonntag, 5. März 2017

Review: White Death - White Death (CD, Werewolf Records / Hells Headbangers - 2017)

Die finnische Horde WHITE DEATH trat das erste Mal im Jahre 2014 auf den Plan, veröffentlichten damals eine rare Promo-CD für Labels und wenig später dann eine erste 7'' EP unter dem Banner von Darker Than Black. Im letzten Jahr folgte unter gleichem Label eine Split mit dem finnischen Projekt FORLOR. Nun nahm sich Werewolf Records, ebenfalls in Finnland beheimatet und inzwischen ja auch einschlägig bekannt, der Horde an und veröffentlichte das selbst-betitelte Debüt-Album.






Welche Musik hier zelebriert wird, wird einem wohl sehr schnell und spätestens nach einem Blick auf das Cover klar werden: schneller, majestätisch-grimmiger Black Metal der politisch 100%-ig inkorrekten Sorte. Man nehme dazu eine Prise Mitt-90er, mische diese mit ein wenig SATANIC WARMASTER (vor allem in den Synths herauszuhören, füge dem Ganzen zum Schluss dann noch die erhabenen und majestätischen Sphären GOATMOONs bei und fertig ist "White Death". Na gut, so plump ist es natürlich nicht, es ist sogar durchaus hörenswert, was hier dargeboten wird. Auch geht die Band mit einiger Inbrunst an die Sache heran, so dass sie in ihrem Schaffen sehr authentisch wirkt. Allerdings ist es aber auch alles andere als innovativ. Die kleine Szene in Finnland, die sich um die besagten Horden und das Label gegründet hat, zeigt sich zwar äußerst vital und aktiv, was Veröffentlichungen angeht, nur leider klingt da mittlerweile doch vieles einfach gleich. Eine Tatsache, die mich so ein wenig an die Hochzeiten von Nebelfee denken lässt, als so ziemliche jede zweite Band, die dort veröffentlichte, wahlweise nach neueren ABSURD oder neueren TOTENBURG klang. Nichtsdestotrotz hat man sich bei der Produktion des Werkes nicht lumpen lassen und der Schwarzmetall schallt in bombastischer Art und Weise aus den Boxen, dass man schon beinahe vergisst, dass es sich hier um eine nicht-konforme Underground-Horde handeln könnte. Räudigkeit und Brutalität wechseln sich auch in wohltuender Weise mit Majestätik ab - melodische Momente und Raserei gehen hier nahezu Hand in Hand und in einander über. Sei noch erwähnt, dass sich politische Extreme trotz des offenkundigen Cover-Artworks hier nicht finden lassen, und sich die Ideologie eher in zweideutigen Titeln wie "White Death's Power" (mit einem Gast-Auftritt von Stormheit) widerspiegeln und auch eher auf Konzerten der Band ausgelebt werden, wie mehrere Videos, die im Internet kursieren, belegen.

Fazit:
Eine typische Band aus dem Dunstkreis von Werewolf Records. Entweder man mag es, oder man lässt es halt. Ich halte die Musik zwar für weniger innovativ, muss der Horde jedoch einiges an Authentizität zugestehen. WHITE DEATH scheinen von ihrem Schaffen überzeugt, und das kann man einfach hören. Die CD erschien als Digipak. Wer kein Problem damit hat, die Horde zu unterstützen, schickt seine Bestellung am besten direkt an Werewolf Records.

Insgesamt betrachtet ein empfehlenswertes Album aus dem politisch nicht ganz korrekten Milieu.


Darbietungen:
01. Born From the Unholy Fire
02. Immortal Hunter of the Moon
03. Kaste
04. Goat Emperor
05. Warpath
06. Cunt
07. Commandant
08. White Death's Power

Laufzeit: ca. 35 Minuten

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