Samstag, 11. März 2017

Review: Hetroertzen - Uprising of the Fallen (CD, Listenable Records - 2017)

Die Wahl-Schweden HETROERTZEN melden sich nun auch endlich mit ihrem bereits länger angekündigtem neuen Opus zurück. Dieses Kleinod okkult-satanischer Künste hört schlicht und ergreifend auf den Namen "Uprising of the Fallen". Wie es sich mit dem neuen Werk der unheiligen Hohepriester um Deacon D aka Frater D aka Kæffel und Åskväder als einzig verbliebene Gründungsmitglieder verhält, lest ihr nun...







Zunächst eine interessante Tatsache: den Hauptgesang übernimmt hier nicht Deacon D, sondern Anubis aka Sevekh, der ansonsten rein als Mann an der zweiten Gitarre sowie als Hintergrund-Sänger in Erscheinung tritt. Hier tritt jedoch Deacon D in den Hintergrund und steuert mit seiner Stimmgewalt lediglich okkulte Zwischenparts sowie die unvergleichlichen Mark erschütternden Schreie (wie bei "Zealous Procreation"), was ein wenig Atmosphäre alter Tage zurückbringt und so an "The White Priestcraft" denken lässt. Jedoch muss man auch eingestehen, dass die stimmliche Qualität von Anubis nicht an die des eigentlichen Protagonisten heranreicht. Eine Spur zu blass erscheint mir hier alles. Auch hält man sich spielerisch eher im dezenten Hintergrund, wo "Ain Soph Aur" noch regelrechte Ausbrüche wie "Blood Royale", "Spirit Eater", "Tomb and Thirst" oder das eher Genre übergreifende "Piercing the Veil" bot. Musikalisch lässt man natürlich nichts auf sich kommen und so sind das spielerische Können sowie die Klang-Qualität über jeden Zweifel erhaben, doch zu extreme Experimente scheint man nicht mehr so recht eingehen zu wollen. Vieles klingt zu offensiv an "Ain Soph Aur" angelehnt, ohne jedoch das erhabene Flair des Vorgängers zu erreichen. Dieses gewisse Etwas fehlt einfach... ein Extrem, welches die beiden letzten Alben inne hatten und sie zu etwas Besonderem machten. Ob dies der Tatsache geschuldet ist, dass mit Listenable Records nun ein Major-Label im Hintergrund steht? Ich vermag dies nicht wirklich zu beurteilen.

Fazit:
"Uprising of the Fallen" ist zugleich ein Album, was nahtlos an den Vorgänger anknüpft, und doch enttäuscht es, wenn natürlich auch nicht auf ganzer Linie. Ich hatte mir vielleicht aber auch einfach nur wesentlich mehr erhofft von einem Nachfolger der letzten Werke. Das Album enthält nichts Neues und nichts, was man auf dem Vorgänger nicht schon besser gehört hätte. Dass die Band nun bei einem großen Label wie Listenable Records unter Vertrag steht, hinterlässt in der Hinsicht einen zusätzlichen bitteren Nachgeschmack - man muss da nur an INQUISITION denken, die mit ihrem letzten Album wohl eines der schwächsten ihres bisherigen Bestehens ablieferten. Wollen wir hoffen, dass diese Band nicht den gleichen Pfad beschreitet und zu Gunsten von kommerziellem Erfolg den Spirit auf der Strecke lässt... das Album erschien bei Listenable aus Frankreich in verschiedenen Variationen: einmal als stinknormale Jewelcase-CD, im Digipak, im Digipak samt Box mit Flagge, Kette und exklusiver Kassetten-Version, als Vinyl in schwarz, rot und gold mit schwarzem splatter (bereits ausverkauft) - wahlweise gibt es alles im Bundle mit einem T-Shirt. Bestellungen gehen direkt an Listenable Records. Wer keinen Bock hat, im Ausland zu bestellen, kann sich an den Händler seines Vertrauens wenden - dafür dann aber teilweise horrende Aufpreise in Kauf nehmen.

Okkulter Black Metal, der allerdings etwas an wirklicher Innovation vermissen lässt, wie es noch bei den letzten beiden Alben der Band der Fall war.


Darbietungen:
01. Uprising
02. Zealous Procreation
03. The Fallen Star
04. The Path Bearer
05. The Trial
06. Upon the Thresholds
07. Perception of the Unseen
08. Lost and Betrayed

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen