Sonntag, 26. Februar 2017

Review: Waldseel & Czarnobog & Fognight - Schattengeflecht (CD, Wolfmond Production - 2015)

Der nächste Teil meiner CZARNOBOG-Review-Reihe führt mich nun zu der "Schattengeflecht"-Split aus dem Jahr 2015. Der Hesse bekommt hier Gesellschaft von dem, dem einen oder anderen Leser dieser Seiten bereits bekannten Projekt WALDSEEL aus Niedersachsen und dem Duo FOGNIGHT aus Hamburg, welches mir bis jetzt absolut unbekannt war.








Mit "Ilfrenn" leitet WALDSEEL die Split ein. Unterstützung erhält er dabei von zwei Gastmusikern am Schlagzeug sowie für die Hintergrund-Klangkulisse. Für Zweit genannte zeichnet sich Anxietas von SHARDS OF A LOST WORLD verantwortlich (mit denen WALDSEEL ja später auch noch eine separate Split machen sollte...). Das Liedgut ist wie immer kalt, erzeugt einen wohligen Schauer auf dem Rücken und zeigt sich auch recht atmosphärisch. Ein desolates Gefühl von Einsamkeit und Leere hinterlassend. CZARNOBOG zelebriert mit "Durch schwarzes Hexenmoor" ein recht ungewöhnliches Stück für das Solo-Projekt. Eingeleitet durch sehr atmosphärische und düstere Synth-Klänge geht es über in einen recht hymnischen, aber melancholischen Black Metal, der an alte Tage von CARPATHIAN FOREST erinnert (ich sag' nur "Through chasm, caves and Titan woods"!) oder auch an andere längst verloschene deutsche Schwarzmetall-Projekte wie BELETH (das Solo-Projekt des Sängers von CERBERUS aus Solingen) denken lässt. Auf jeden Fall ungewöhnlich für die Band, die sonst einen eher raueren Stil zelebriert - nichtsdestotrotz aber ein sehr gutes und dichtes Stück, welches sich auch sehr passend zu seinem Titel zeigt. Weiter geht es mit "Vom uralten Hexenbann", welcher von WALDSEEL (Gitarre und Bass) und CZARNOBOG (Schlagwerk und Gesang) zusammen zelebriert wird. Er ist insgesamt etwas rauer und direkter als der letzte Beitrag, weist aber eine ähnliche Grundatmosphäre auf. Prägend ist hier wohl vor allem das Gitarrenspiel in Verbindung mit dem Schlagzeug. Simpel gehalten, aber doch effektiv, wie es nur wenige Kapellen schaffen. Den letzten Song hauen uns die beiden Hamburger von FOGNIGHT um die Ohren. "Erwachen" schimpft er sich und hält gut 14 Minuten andauernde obskure schwarze Tonkunst bereit. Ein 'fröhlicher' Mix aus Drone, Funeral Doom, Dark Ambient und Black Metal. Muss man mögen, ich für meinen Teil finde es ok, hätte aber auch gut drauf verzichten können.

Fazit:
Das wirklich Interessante an dieser Split sind eindeutig die Beiträge von WALDSEEL und CZARNOBOG. FOGNIGHT wirken mit ihrer Sick Art doch eine Spur zu uninspiriert und so dümpelt ihr depressives Allerlei die vollen 14 Minuten einfach so dahin, was eigentlich schade ist, denn daraus hätte man deutlich mehr machen können, wie ja auch schon so manche Kapelle gezeigt hat. Trotzdem stellt "Schattengeflecht" insgesamt betrachtet immer noch eine solide und anschaffenswerte Split dar. Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Kann gut sein, dass Wolfmond Production noch Exemplare auf Lager hat, also einfach einmal nachfragen.

Lohenswerte Split mit Schwächen. Für Anhänger der beiden ersten Gruppen aber allemal interessant!


Darbietungen:
Waldseel
01. Ilfrenn
Czarnobog
02. Durch schwarzes Hexenmoor
Waldseel / Czarnobog
03. Vom uralten Hexenbann
Fognight
04. Erwachen

Laufzeit: ca. 38 Minuten

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