Montag, 13. Februar 2017

Review: Suicide Forest & Nebeltod - To take one's Life (CD, Wolfmond Production - 2017)

Neues gibt es aus dem Hause Wolfmond Production zu vermelden. Das deutsche Label veröffentlichte unlängst diese Split zwischen den beiden DSBM-Projekten SUICIDE FOREST aus Japan und den Deutschen NEBELTOD. Denn ma' los...








Den Anfang macht das japanische Projekt SUICIDE FOREST, bei dem es sich wohl um eine Ein-Mann-Angelegenheit zu handeln scheint - zumindest spricht einiges dafür und alles hat einen digital überarbeiteten Klang (ist das ein richtiges Schlagzeug? Stellenweise nehme ich es sogar an, dass es live eingespielt ist...). Das klingt einerseits jetzt zwar äußerst negativ, stellt sich im Nachhinein aber lediglich als halb so schlimm dar.  Sprich: ich habe schon bedeutend schlechtere Sachen gehört. Der ziemlich chaotisch wirkende Suizid Black Metal präsentiert sich erfreulicher Weise nicht in einem slow-motion-Gewand, sondern bietet vielmehr Midtempo, vermengt mit Einflüssen aus dem Dark Ambient, dem Noise, Thrash und Punk. Ein wenig experimentell ist es also durchaus, und da muss man auch definitiv den Sinn für haben. Selten hat die Umschreibung "sick music for sick people" besser gepasst. Nach zwei Liedern ist dann aber auch schon Schluss.

NEBELTOD, bei denen es sich meiner Information nach um ein Solo-Projekt handelt, steuern die letzten drei Songs bei. "Falkenruf" beginnt ambient, mit Naturgeräuschen unterlegt und, natürlich, dem Ruf eines Falken, ein Sample, welches sich durch die gesamte Länge des Liedes zieht und immer mal wieder auftaucht. Musikalisch wird hier allerdings nicht so wirklich viel geboten. Das Schlagzeug klingt in weiten Teilen sehr abgehackt, die Gitarre beschränkt sich auf zwei Riffs und der Gesang ist mal wirklich sehr unverständlich, aber überraschend wohltuend weit entfernt vom DSBM-Einheitsbrei. Mit "Hasserfüllt" vermag man sich sogar noch etwas zu steigern, nicht nur was die Geschwindigkeit angeht. Instrumental gesehen passiert hier zwar auch nicht mehr viel mehr, aber die insgesamt etwas schnellere Gangart steht der Band allgemein besser zu Gesicht. Das letzte Lied ist ein reines Instrumental-Stück aus Dark Ambient- und Black Metal-Versatzstücken. Das ist gar nicht einmal schlecht, sogar wirklich solide zelebriert und hat einen leicht hymnischen Charakter. In dem Stil sollte man sich immer präsentieren, dann könnte da wirklich was bei rumkommen. Auch der fehlende Gesang ist hier doch eher als ein positiver Aspekt zu betrachten. Gelungen und passend finde ich auch das abschließende Sample aus dem Film "The Grey" mit Liam Neeson. Genialer Film, genialer Schauspieler.

Fazit:
Vielleicht liest sich die Rezension jetzt insgesamt schlechter, als das hier vorliegende Werk tatsächlich ist. Man sollte jedoch auch keine allzu große Erwartungen an diese Split haben. Der Japan macht seine Sache ganz ok, wenn es auch nicht so wirklich meinen Geschmack trifft. NEBELTOD dagegen hat mich in positiver Hinsicht überrascht - fährt man zwar einen ähnlichen Stil wie bspw. SYNDROM EINSAMKEIT auf, so klingt man doch nicht so jämmerlich besch...eiden wie eben jene Landsleute. Das macht die Angelegenheit zwar noch nicht zu einem wirklichen Überflieger, aber immerhin kann man sich das noch gut anhören. Der letzte Song ist darüber hinaus sogar noch einmal besonders hervorstechend. Die Split kommt als Pro-CDr im Jewelcase und ist limitiert 50 Stück.

Sick Musick for Sick People!


Darbietungen:
Suicide Forest
01. To Isegami
02. Possession
Nebeltod
03. Falkenruf
04. Hasserfüllt
05. Leb und stirb heute Nacht (Instrumental)

Laufzeit: ca. 31 Minuten

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