Sonntag, 26. Februar 2017

Review: Hellewijt - Dodenwichelaereij (CD, Eigenproduktion - 2017)

Aus den Niederlanden stammt dieses Duo, welches uns mit "Dodenwichelaereij" (was alt-niederländisch ist und so viel wie "Totenbeschwörung" bedeutet) oder auch "Swartekönst", wie der Rücken der Hülle den Titel angibt, ihr erstes Demo präsentiert. In digitaler Form bereits im letzten Jahr erschienen, folgte noch im Dezember letzten Jahres eine CD im Digipak. Das stellt sich auf den ersten Blick als ziemlich professionell heraus: einfaches Digipak mit einem schicken Silberling. Die Arbeiten so manch einer Underground-Schmiede sehen schlampiger aus.






Musikalisch betrachtet wird dann auch schnell deutlich, dass die beiden schwarzen Seelen Diedschader (verantwortlich für die Gitarren und die Komposition) und Terger (Bass, Schlagwerk und Gesang) sich ebenfalls nicht haben lumpen lassen und auch keine Kompromisse eingehen. Die immer noch rohe Produktion wirkt für eine Eigen-Veröffentlichung aus dem Underground schon recht perfekt, lässt aber wie schon erwähnt auch nichts von ihrer dunklen Räudigkeit vermissen und ist daher alles andere als sauber oder über-produziert. Ein wenig erinnert mich das ganze auch an das Debüt-Album "From the Black Ashes" der Italiener NEBRUS - wobei die italienischen Einflüsse hier natürlich nicht vorhanden sind. Doch Titel wie "Bloedwaan" zeigen doch ein paar Parallelen zu dem Duo, da hier ein ähnlicher okkulter Stil zum tragen kommt, der gar ein wenig Doom-Atmosphäre aufkommen lässt. "Duvelsklökske" hat dann aber wieder diesen unbändigen Schwarzmetall inne und bestätigt mir einmal mehr, dass der Underground in den Niederlanden momentan aktiv, vital und stark wie nie zu sein scheint. Der Song selbst präsentiert sich im schnelleren Midtempo und legt auch gerne hier und da noch einen Zahn zu, artet aber nicht in schierer Raserei aus. "Swartekönst" legt da sogar noch einen oben drauf und hier sticht vor allem die hervorragende Arbeit am Schlagzeug heraus, die meist einem Sturm gleichkommt. Das erinnert dann in der Tat schon wieder etwas an schwedische Kapellen Marke SVARTRIT oder KAOS SACRAMENTUM.

Fazit:
Alter Schwede... oder besser gesagt Niederländer: für eine erste Demo-Präsentation legt das Duo HELLEWIJT hier ein mehr als beeindruckendes Werk ab, was sich nicht nur hören lassen kann, sondern auch sehr viel Charme besitzt. Okkulter Black Metal der alten Schule, der allerdings nicht angestaubt wirkt und mit sehr viel Herzblut und Liebe zum Detail zelebriert wird. Atmosphärische Einspieler und rituelle Elemente werten das Ganze zusätzlich noch ein wenig auf und runden ein ohnehin schon starkes "Dodenwichelaereij" noch einmal ab. Gerüchte besagen, dass es wohl bald auch eine Fassung auf Kassette geben soll. Wann und unter welchem Label diese erscheinen wird, weiß ich allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen. Bis dahin kann die CD direkt über die Band bezogen werden: hellewijt@gmail.com, der Preis beläuft sich auf äußerst faire 5,- Euronnen + P&V.

Niederländischer Schwarzmetall aus dem Untergrund, wie er kaum besser und intensiver sein könnte. Sollte in keiner ernst zunehmenden Sammlung fehlen!


Darbietungen:
01. Wederkerende Vernietiging
02. Bloedwaan
03. Duvelsklökske
04. Swartekönst
05. Dodenwichelaereij

Laufzeit: ca. 29 Minuten

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