Montag, 13. Februar 2017

Review: Czarnobog & Gorthaur - Summoning the Hessian Darkness (CD, Wolfmond Production - 2016)

Als zweiter Teil meiner Rezensions-Reihe zu den Werken der deutschen Underground-Horde CZARNOBOG habe ich mir die Split-CD mit dem ebenfalls hessischen Schwarzmetall-Krieger GORTHAUR heraus gesucht, die letztes Jahr unter dem Banner von Wolfmond erschienen ist.









Den Anfang macht auch gleich Mûrazôr, der mit seinem Projekt die ersten drei Lieder zelebriert. "Ancient Scrolls of Stardust" geht gleich düster und mystisch zu Werke, zumeist im Midtempo angesiedelt, scheut man sich auch nicht davor, das Tempo zugunsten einer drückenden und doch hymnisch wirkenden Atmosphäre etwas zu drosseln. "Temple of dead Sun" beginnt auch dann beinahe schon so, wie der Vorgänger endete: gedrosseltes Tempo, fast schon ein wenig melancholisch und depressiv. Dies hat allerdings zu keinem Zeitpunkt etwas mit DSBM zu tun, sondern ist mystischer Schwarzmetall durch und durch. Vergleiche zu DYING FULLMOON oder MOONBLOOD sind nicht von der Hand zu weisen und wohl auch voll und ganz so gewollt. Noch eine eher unbekanntere deutsche Underground-Horde kommt mir hier in den Sinn: EWIGES FRISTEN, die leider keine lange Lebensdauer hatten (seit 2014 aber angeblich wieder aktiv sind). "I Summon the Ravens of Lunar Shadows" stellt dann noch einmal einen krönenden Abschluss dieser erhabenen Darbietung dar.

Es folgt die "Introduction" von GORTHAUR, danach geht es dann gleich in die Vollen mit "The Dark Lords Tower", welcher schon einmal vielversprechend beginnt und sich dann schnell in einen hymnischen Black Metal-Song der alten nordischen Schule entwickelt, der noch ein wenig symphonischen Einflüsse wie Chor-Samples bietet, zudem zeigt man sich äußerst melodiebetont und spielfreudig an der Gitarre, was dem Ganzen einen sehr rockigen Anstrich verleiht. Auch wurden beinahe schon unauffällig mehrere an BURZUM erinnernde Riffs in das aber ansonsten recht selbständig klingende Werk eingebaut. Mit "Die Stimmen des einsamen Berges" präsentiert man dem geneigten Hörer ein instrumentales Monument aus Dark Ambient, epischen Sphären und dezentem Black Metal, angereichert mit allerlei Samples. "Nameless City" ist dann auch schon der letzte wirkliche Beitrag und der bietet nach einem kurzen Sample dann noch einmal ein ordentliches Schwarzmetall-Geknüppel, welches sich atmosphärisch irgendwo zwischen finsterem Okkultismus und naturverbundener Epik bewegt. Im letzten Viertel spannt den Spannungsbogen sogar noch einmal etwas an, was die Sache äußerst interessant hält. Es folgt eine kurze "Outroduction", fertig.

Fazit:
Eine durchweg lohnenswerte Split-CD, für alle, die sich für traditionellen, unverfälschten deutschen Schwarzmetall begeistern können und jene, die diese Musik nicht nur konsumieren, sondern sie verinnerlichen, sie spüren und erleben - ihr Herz an ihr verloren und ihre Seele an sie verkauft haben. Kaum zu glauben, dass diese Split aus dem Jahr 2016 stammt, sie könnte gut und gerne aus den Jahren 1994/1995 stammen. Pro-CDr im Jewelcase und limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare, welche ihr weiterhin im Online-Shop von Wolfmond Production zu einem absolut fairen Kurs von 5,- Euronnen käuflich erwerben könnt.

Traditioneller Schwarzmetall lautet die Devise. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
Czarnobog
01. Ancient Scrolls of Stardust
02. Temple of the dead Sun
03. I summon the Ravens of Lunar Shadows
Gorthaur
04. Introduction
05. The Dark Lords Tower
06. Die Stimmen des einsamen Berges (Instrumental)
07. Nameless City
08. Outroduction

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen