Sonntag, 12. Februar 2017

Review: Blood Tyrant & Warden - Duvonde Skerfe (MC, The Shadow Kingdom - 2017)

Aus den Untiefen des Schattenreiches des niederländischen Undergrounds erhebt sich erneut ein neues Release aus dem Hause The Shadow Kingdom. Es handelt sich dieses Mal um eine Split der beiden Horden BLOOD TYRANT, die ja erst Ende letzten Jahres mit ihrem Debüt-Album für Furore sorgten (eine Besprechung zu dem Werk lässt sich >>hier<< finden), und dem Dark Ambient / Dungeon Synth-Projekt WARDEN, welches bereits für die musikalische Untermalung des Kurzfilmes "Visions of the Shadow Kingdom" verantwortlich zeichnete.






Den Anfang der Kassette machen BLOOD TYRANT, die hier in gewohnt räudiger Manier zu Werke gehen, und sich sogar noch eine Spur schrammeliger präsentieren. Die vier zelebrierten Lieder, die allesamt ohne Titel daherkommen, scheinen direkt in den dunklen Katakomben der Proberaum-Hölle eingespielt worden zu sein und auch nicht noch einmal nachbearbeitet worden zu sein in ihrem Sound-Gewand. Authentisch, ehrlich, düster und, verdammt noch eins, sehr true (auch wenn ich diesen Begriff äußerst ungern verwende, da er mir doch einfach zu Klischee beladen anmutet). Für manche wird das hier wohl nur substanzloser Krach sein, aber denen sei versichert: ihr habt von der wahren Essenz des Schwarzmetall absolut keinen Schimmer. Black Metal muss nicht melodiebetont und erst recht nicht perfekt produziert sein manchmal muss die Musik einfach bluten - und verdammt, dass tut sie bei dieser Horde! Wer sich die Mühe macht, und der Band genau zuhört, wird erkennen, dass es sich hier mitnichten um billige Imitationen eines längst toten Kultes handelt, sondern um zwei Individuen, die von dem, was sie machen überzeugt sind.
WARDEN, ein Projekt aus dem direkten Umfeld des Labels und von BLOOD TYRANT, ob die gleichen Leute auch involviert sind, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Zelebriert wird hier ein langer, knapp 14-minütiger Beitrag mystischen Dungeon Synth. Durch und durch düster, wie erwartet bringt er auch nicht sonderlich viel Abwechslung mit sich, und doch nervt das Stück keineswegs, sondern, ganz im Gegenteil, funktioniert prächtig. Nicht ganz so episch wie alte MORTIIS-Sachen, nicht so mittelalterlich wie PAZUZU, eher finster und voller Dunkelheit.

Fazit:
Eine lohnenswerte Split, die sich allerdings auch nicht an jeden wenden dürfte, sondern lediglich eher an eine kleine Schar. Die ziemlich begrenzt erhältliche Kassette ist bei The Shadow Kingdom mittlerweile restlos vergriffen, eine Neuauflage wurde aber bereits angekündigt, da man selbst nicht mit einem solchen Andrang gerechnet habe. Ich empfehle hier einen regelmäßigen Blick auf das Visagenbuch-Profil der Tonschmiede. Den Kurzfilm kann man sich übrigens auf dem offiziellen Youtube-Kanal von TSK anschauen... >>hier<< der direkte Verweis.

Räudiger und ursprünglicher Black Metal trifft hier auf Dungeon Synth der alten Schule. Geheimtipp für alle, die diese Musikformen nicht nur schätzen, sondern auch noch fühlen! Total Support!


Darbietungen:
Blood Tyrant
A-01. Untitled
A-02. Untitled
A-03. Untitled
A-04. Untitled
Warden
B-05. Untitled

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