Freitag, 10. Februar 2017

Review: Astarium - Epoch of Tyrants (CD, More Hate Productions - 2016)

Das Solo-Projekt ASTARIUM aus Russland dürfte dem einen oder anderen auf Grund der umfangreichen Diskographie evtl. bereits etwas sagen. Ich selbst kenne die Band von SiN erst seit dem 2015er Werk "Necrocosmo: Nocturnal Kali Yuga". ASTARIUM zelebriert ziemlich symphonischen Black Metal, der zwar grundsätzlich als räudig zu bezeichnen ist, aber sehr viel verspielte Details an den Tag legt. Der Gesang ist mehrstimmig und so kann man schon sagen, dass hier digital schon sehr viel bearbeitet wurde und man die Grenzen eines Solo-Projekts schon auslotet...




Zugegeben: das hat nun nicht unbedingt mehr etwas mit ursprünglichem Black Metal zu tun, dem ich sonst so angetan bin, doch muss man ab und an ja auch einmal über seine eigenen Grenzen hinaus schauen. So sei den Kritikern symphonischer Gangarten auch gleich einmal gesagt, dass es hier weniger theatralisch und Gothic-lastig zur Sache geht, wie etwa bei den in Kreisen ziemlich unbeliebten CRADLE OF FILTH, sondern sich die Musik eher an DIMMU BORGIR's "Enthrone Darkness Triumphant" und "In Times Before the Light" von COVENANT orientiert. Der Gesang tendiert eher in Richtung LIMBONIC ART - durchaus nordisch angehaucht also. Doch klingt die Musik des Russen jetzt nicht bloß nach Klon, sondern kann auch mit einigen selbständigen Details aufwarten. So legt SiN wie bereits in der Einleitung erwähnt, eine große Spielfreude an den Tag, was sich vor allem in der Gitarrenarbeit zeigt, auch gibt es hier und da typisch russisch klingende Einflüsse wie ein Hauch von Folklore. Höhepunkt ist mit Sicherheit der letzte reguläre Song "Of Valour and Sword", der rein instrumentaler Natur ist und dabei eine epische Länge von knapp acht Minuten aufweist. Es folgen noch drei Bonus-Lieder, die verschiedenen vergangenen Werken entnommen wurden, und zumindest "Bloodshed Must Goes On!" vom zweiten Album wie auch "Heroic Saga" vom Demo "Winter Growths (Part II)" (welches laut der Beschreibung im Beiheft reinen Dark Ambient enthielt) wurden sound-technisch überarbeitet und fügen sich nahtlos ins restliche Geschehen ein.

Fazit:
Eines dürfte nach dieser Besprechung mehr als deutlich gemacht worden sein - ASTARIUM ist Musik, die nicht jeden ansprechen wird. Vor allem Puristen dürfte das hier wohl kaum hinter dem Ofen hervorlocken, da für diese in Sachen Symphonic Black Metal wohl bereits alles gesagt sein dürfte. Trotzdem sollte man ASTARIUM eine Chance einräumen, denn die Musik hat im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieses Genres eines mit Sicherheit zu bieten: Atmosphäre, die nicht unnötig theatralisch wirkt, sondern noch sehr viel von ihren schwarzmetallischen Wurzeln inne hat, und SiN beweist zumindest spielerisches Geschick und Können, was ja auch nicht immer selbstverständlich ist. Die CD bestellt könnt ihr euch gleich über den Kontakt von More Hate Productions sichern, oder auch direkt bei der Band nachfragen, die auch noch ein paar Exemplare haben dürften. Ein deutscher Distro, der "Epoch of Tyrants" führt ist mir indes leider nicht bekannt.

Symphonischer Black Metal mit fast schon poetischen Zügen. Recht interessant und kurzweilig in Szene gesetzt - muss man allerdings mögen.


Darbietungen:
01. Bloody Surf
02. SS (Satanic Squadron)
03. Passion of War
04. Bone Crushers
05. Of Valour and Sword
06. Bloodshed Must Goes On! (Bonus)
07. In Twilight of the Gods (Bonus)
08. Heroic Saga (Bonus)

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen