Mittwoch, 1. Februar 2017

Review: Hag - Mysterium Aurorae (CD, Infernal War Records / Day Of Darkness Records / DFL Productions / Ventos Da Morte Records / Vlad Tepes Records - 2016)

Nachdem ich am gestrigen Tag erst mit OLD THRONE etwas aus dem brasilianischen Underground besprochen habe, folgt nun in Form des letztjährigen Debüt-Werkes der Ein-Mann-Horde HAG aus São Paulo, an dessen Veröffentlichung wohl die halbe Riege des lokalen Undergrounds beteiligt war...









Scherz beiseite. Ist schließlich eine seriöse Rezensions-Seite hier. Nachdem Earl Heronifer bereits 2015 eine Demo mit gleichem Titel veröffentlicht, komponierte er dann schnell noch einmal drei weitere Lieder, um die Demo zu einem Voll-Album aufzuwerten, und fertig war das hier nun vorliegende Werk. Die Aufmachung ist auch gar nicht einmal so unprofessionell. Bei der CD handelt es sich um einen Silberling und auch bei den Covern scheint es sich um Presswerk-Arbeit zu handeln. Immerhin. Was die Musik, und damit den ausschlaggebenden und primären Punkt dieser Besprechung betrifft, so verhält es sich hier eigentlich auch so, dass soweit alles im soliden Bereich liegt. Atmosphärischer Black Metal mit einigem Keyboard-Einsatz, dazu ein paar symphonische Elemente, die das ansonsten eher räudige Geschehen ein wenig auflockern und abwechslungsreicher gestalten. Auch fängt man hier durch verschiedene Spielarten und Tempos auch mehr als eine Stimmungslade ein, was das Ganze noch ein wenig interessanter macht und sowohl für Puristen und Anhänger alter BURZUM, für überzeugte Jünger der Mitt-90er und für depressiver gestimmte Gemüter ala NYKTALGIA und STERBEND etwas bietet. Bleibt zu erwähnen, dass die drei wirklich neuen Lieder nicht nach mal eben so dahin gerotzt klingen, sondern sich teilweise als besser erweisen, als es die regulären Lieder sind.

Fazit:
Für ein wirkliches Highlight ist "Mysterium Aurorae" dann wohl doch eine Spur zu gewöhnlich, was aber nicht heißen soll, dass es sich hier um ein minderwertiges Album handelt. Im Gegenteil besitzt das Werk viele Stärken und bietet Momente wie etwa bei "Urano Sangras (Sob o Signo da Decadência)", die so viele Horden nicht nur aus Süd-Amerika vermissen lassen. Die CD kommt im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und ist auf 1000 Stück limitiert (nicht durchnummeriert). Bestellen könnt ihr das Teil direkt bei Infernal War Records in Brasilien, was aber sicherlich einige Zeit dauert und auch einiges kosten wird. Interessenten aus Deutschland oder generell der EU empfehle ich daher eine Bestellung bei den Spaniern von A Fine Day To Die Records, die die CD ebenfalls im Shop führen.

Atmosphärischer Ein-Mann-Black Metal aus Brasilien, wie er sein sollte. Kann man sich anschaffen, ist aber in meinen Augen auch kein absolutes Muss.


Darbietungen:
01. Tactum Mortis (A Condição de Existir)
02. Lorde do Antigo Castelo (Príncipe da Escuridão)
03. A Noite Mais Longa e Fria (A Vinda da Escuridão)
04. Viagem Cósmica no Antro Escuro da Existência (Instrumental)
05. Gerado Nas Sombras (A Criação)
06. Urano Sangras (Sob o Signo da Decadência)
07. Pestis (As Raízes da Eternidade)
08. Nostalgia (Outros Tempos)
09. Findar (O Último Pôr do Sol)

Laufzeit: ca. 47 Minuten

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