Samstag, 31. Dezember 2016

Review: Stygian Temple - In The Sign Of The Five Angles (MC, Penetration Hammer - 2016)

STYGIAN TEMPLE heißt eine Horde aus Deutschland, die sich Ende vergangenen Jahres noch einmal zu Wort meldete und in meinen Augen dann auch mal eben das beste nationale Debüt-Album seit Jahren hinlegte. Viel ist über die Band nicht bekannt, wer sich das Logo aber genau anschaut, könnte einen Bezug zu einer anderen, inzwischen aufgelösten Horde herstellen. Mit der Musik jener Gruppe hat "In The Sign Of The Five Angles" aber auch nur noch sehr bedingt etwas zu tun... ungleich düsterer, ursprünglicher und okkulter wirkt hier alles...






So passt das Cover-Artwork mit Kerzenlicht, Knochen und Schädel auch perfekt zur Atmosphäre der Musik. Wer bei der Aufmachung also direkt auf Vergleiche wie ACHERONTAS geschlossen hat, liegt gar nicht einmal so verkehrt. Es ist orthodoxer, mystischer Black Metal, der hier zelebriert wird. Das Album stellt eine einzige vertonte Huldigung an den Tod, das Chaos und den Gehörnten dar. Ja, STYGIAN TEMPLE scheinen es wahrhaftig zu vermögen, in ihrer Musik alle Negativität zu bündeln und in einem Anfall des Wahnsinns auszuspeien. Dabei legt man weniger Experimentierfreude an den Tag, sondern orientiert sich am kernigen Ursprung. Ergo gibt es nicht so viel symphonisch anmutenden Tamtam Marke MEPHORASH, nicht so viel bombastische Dramatik wie bei HETROERTZEN und eher weniger orientalische Einflüsse wie sie ACHERONTAS in ihren neuren Werke gerne verwenden. Die tiefgründigen Atmosphären und gleichzeitigen Stärken des Albums werden allein durch die düstere, stilistisch eher trist und auf den ersten Blick/Hörgang einfach gehalten, aber in Wirklichkeit bis ins kleinste Detail hervorragend arrangiert wirkende Instrumentalisierung geschaffen. Langeweile kommt hier eigentlich nicht auf, und so kann man sich das Album ohne Probleme in einem Rutsch durchhören, ohne sich seiner Lebenszeit beraubt zu fühlen. Und das stellt für mich schon eine ganz eigene Art von bombastischer Dramatik dar. Ein Album, was es wert ist, dass man seine Wirkung an sich selber erfährt. Je weniger Details man im Vorfeld weiß, desto besser. Eine echte Überraschung!

Fazit:
Es bedarf eigentlich keiner weiteren Worte. STYGIAN TEMPLE haben kurz vor dem Jahreswechsel ohne große vorherige Ankündigung mal eben eines der intensivsten Alben des Jahres 2016 veröffentlicht. Ein Werk wie eine schwarze Messe, ein durchgehendes Ritual, welches auch bevorzugt in einem Zug (bewusst) gehört werden sollte, weshalb ich hier auch keinen einzelnen Song hervorheben möchte. Weit entfernt von einem Dasein im Schatten des Durchschnitts. Das Album erschien als Pro-Tape (das doppelseitige Cover enthält alle Texte) bei Penetration Hammer in einer Auflage von 200 Exemplaren und sollte auch am besten gleich über das Label geordert werden (der Preis beträgt 5,- Euronnen, exklusive P&V). Eine CD über Sol Records in einer Limitierung von 500 Stück ist ebenfalls bereits für die ersten Monate des Jahres 2017 angekündigt. Ebenso soll eine Auswertung auf Vinyl zum ausgehenden Jahr 2017 erfolgen (ich tippe mal auf die bewährte Kooperation Sol Records/Eternity Records in einer Auflage von 133 - 300 Stück - weitere Infos erfolgen, sobald genaueres bekannt wird).

Edit: Die auf 500 Exemplare limitierte CD mit alternativem und erweitertem Artwork sowie einem umfangreichen Beiheft mit allen Texten ist inzwischen über Sol Records erschienen und kann dort für 10,- Euronnen exkl. P&V geordert werden.

Ein wahrer Hammer zum Jahresende 2016. Nicht nur empfehlenswert, sondern Pflichtprogramm!


Darbietungen:
01. Intro
02. Soli Deo Gloria
03. Cathartic Nimbus
04. The Great Cosmic Void
05. Verbum Dei
06. In The Sign Of The Five Angles
07. Dominion Of The Trident

Laufzeit: ca. 41 Minuten

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