Montag, 30. Januar 2017

Review: Liturgia Maleficarum - Totus Tuus (CD, A Fine Day To Die Records - 2016)

Aus Italien stammt die mysteriöse Kombo LITURGIA MALEFICARUM (und nicht aus UK wie verschiedene Quellen angeben; von sich selbst sagt sie "we don't come from the UK, we come from there below..."). Zelebriert wird ein Mix aus ranzigem Underground Black Metal mit Dark Ambient und Funeral Doom-Einschlag. Musik, die also definitiv nicht für jeden gemacht ist, um es gleich einmal vorweg zu sagen. Darüber hinaus ist "Totus Tuus" auch kein vollkommen neues Werk, sondern eine Zusammenstellung aus den Beiträgen der Split "Once Upon A Timeless Void" mit FUNGI FROM YUGGOTH und dem älteren "Ecclesia Incuborum" aus dem Jahr 2014.


Gut, im Grunde genommen sagten mir bis dato beide Werke nichts - von daher konnte ich mit dieser Band auch vorher absolut nichts anfangen, da sie mir rein gar nichts sagten. Eine Recherche im Internet bringt dann auch nur mehr als dürftige Ergebnisse. Es gibt lediglich ein Profil auf Bandcamp, sowie auf Visagenbuch und einen Eintrag in Discogs. Es handelt sich laut dem Beiheft wohl um ein Duo, welches seine Musik wie folgt beschreibt: "Liturgia Maleficarum is the soundtrack of the most hideous nightmares of your subconscious". Lassen wir mal so stehen. Fakt ist, dass die Musik wirklich sehr obskur anmutet und man stets das Gefühl hat, hier dem Erguss zweier paranoider und durch und durch kranken Seelen zu lauschen. Sehr ambient-lastiger Black Metal, der in seinen besten Momenten wie eine auf Droge wirkende Version der Schweden von BEKËTH NEXËHMÜ anmutet oder auch gerade wegen des teils sehr gutturalen Gesangs an die okkulten Zwischenspiele von HETROERTZEN erinnert, trifft hier auf düsteren Funeral Doom, von der Art wie ihn die Amis WRAITH OF THE ROPES zelebrierten. Allerdings nicht so Horror-Soundtrack-mäßig. Dennoch beherbergt auch die Musik der zwei angeblichen Briten atmosphärische Synth-Klänge, die ein wenig an 70er und 80er Jahre Horror-Soundtracks erinnern, vor allem an die schmantiger Italiener oder auch etwas an alte Roger Corman-Produktionen. Hinzu kommt rituell anmutender Industrial, der gerne mit ganzen Sample-Collagen arbeitet, was verstärkt an MELEK-THA aus Frankreich erinnert. Musik, die durchaus hypnotische, beängstigende und unheimliche Atmosphären erschaffen kann und wirklich nichts für Zartbesaitete darstellt.

Fazit:
Ich muss wirklich gestehen, dass ich anfangs nicht so recht wusste, was ich von dieser CD halten soll, und dass ich mit der Musik im ersten Moment überhaupt nichts anfangen konnte. Auf den ersten Blick, bzw. im ersten Hördurchlauf vermag sie auch eher abzuschrecken und einfach nicht zu gefallen, gar abstoßend zu wirken. Doch beschäftigt man sich intensiver mit "Totus Tuus" wird man schnell gewahr werden, dass hinter dieser abstoßenden Düsternis ein Plan und größerer Zusammenhang steckt und sich das Werk als detailreicher und atmosphärischer erweist, als man zunächst annimmt. Allerdings muss man sich auch wirklich darauf einlassen können - und dazu wird nicht jeder bereit sein. Anhänger von obskurer Tonkunst Marke STALAGGH (Projekt Misanthropia), BEKËTH NEXËHMÜ, SUMMUM, WRAITH OF THE ROPES, YHDARL etc. können hier aber ruhig mal beide Ohren riskieren. Die CD im Vinyl-Look (silberne Abspielseite) kommt im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 666 durchnummerierte Exemplare. Bestellungen sind direkt an die Tonschmiede A Fine Day To Die aus Spanien zu entrichten. Für 10,- Euronnen ist man dabei.

Düsterer und paranoider Trip in eine Welt voller Schmerz und Pein. Muss man sich definitiv drauf einlassen. Das wohl obskurste und kränkste Werk, welches ich seit langem gehört habe! Dennoch kann ich es auch nur bedingt empfehlen, da sich "Totus Tuus" doch an ein sehr spezielles Publikum richtet. Für jene spreche ich aber eine klare Kaufempfehlung aus!


Darbietungen:
01. Ex Divina Luce Repulsus Sum
02. Humanae Vitae Taedemus
03. Mater Abominationum, Ante Te Genuflecto
04. In All His Fathomless Glory, He Appears
05. In Perpetua Obscuritas Iacebo
06. Demonem Invito
07. In Ignem Aeternum Infernorum Detrude Me
08. Adoratio Mortis - Violatio Sepulcrorum
09. Humiliter Majestati Gloriae Tuae Supplicamus
10. A Presence Wandering In The Dark Corridors Below
11. Non Clamabunt In Gutture Suo

Laufzeit: ca. 69 Minuten

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