Montag, 30. Januar 2017

Review: Defeat - The Winds Have Changed (CD, A Fine Day To Die Records - 2016)

Ursprünglich erschien das zweite Album von DEFEAT, einem Pagan Black/Viking Metal Projekt aus Amiland, bereits im Jahre 2014 auf Kassette durch das polnische Label Werewolf Promotion. Ende des letzten Jahres folgte dann auch eine Auflage auf CD durch die spanische Schmiede A Fine Day To Die, die noch dazu eine komplette remasterte Aufnahme zum Inhalt hat. Das erste Album erschien indes unter dem Banner des NSBM-Labels Hakenkreuz Productions, welches sich aber inzwischen wohl aufgelöst hat. Die Band selbst scheint zumindest von ihren Texten her unpolitisch zu sein...




Letztlich ist so etwas aber auch nur sekundär von Interesse - gibt es doch in der Historie so manch einer inzwischen kommerziell erfolgreichen Band so einige Schnitzer, die zumindest als politisch äußerst fragwürdig gelten dürften (MACABRE OMEN, DARKTHRONE oder DARK FORTRESS, um nur einige zu nennen). Und so lange die Werke nicht von politischer Propaganda durchzogen sind, was ich auch einfach persönlich nicht tolerieren kann (und dabei ist es mir egal, in welche Richtung tendiert wird), ist es doch relativ egal. Aber da bin ich wohl ziemlich abgeschweift... also erneuter Versuch.

"The Winds Have Changed" (ein Titel, den man wohl auch auf verschiedene Art und Weise interpretieren kann) stellt wie schon erwähnt das zweite Album des Solo-Projektes DEFEAT dar, hinter welchem sich der einsame Krieger Vidarr (u.a. noch LEGENDRY) verbirgt. Nicht nur diese Tatsache stellt unweigerlich Parallelen zu anderen Bands wie BATHORY oder etwa auch FALKENBACH her, auch musikalisch wird hier eine sehr schöne Mixtur aus rauem Black Metal mit reichlich Pagan-Einschlag und epischem Viking Metal geboten, was sich in etwa wie eine Kreuzung aus BATHORY's "Blood Fire Death" und "Hammerheart" (vor allem im Gitarrenspiel), FALKENBACH's Epos "...magni blandinn og megintiri..." (was die Epik angeht), den epischen Momenten von MORRIGAN ("Giants of Stone", "Teutates Warcult" etc) und GRAVELAND der "Thousand Swords"- und "Immortal Pride"-Ära (allgemeine Instrumentalisierung und vor allem der Gesang) anhört. Die Grundmelodie ist dabei in jedem Lied recht simpel gehalten, wird aber durch melodische Keyboard-Teppiche und erfrischend epischen und spielfreudigen Gitarren enorm aufgewertet. Im Gegensatz zur Tape-Version hält die CD in Form von "The Storm of War" auch einen weiteren Song bereit, ein gut 13 Minuten umfassendes Schlachtengemälde, welches schlicht und ergreifend als 'episch' zu bezeichnen ist und dabei komplett auf Gesang verzichtet.

Fazit:
Ich hatte vor dieser CD noch nie etwas von dem Projekt gehört und bin nun umso erfreuter darüber, dass ich auf DEFEAT aufmerksam geworden bin. Ein Album, an welchem sich mit Sicherheit all jene erfreuen dürften, die oben genannte Bands ebenfalls sehr schätzen. Für alle, die sich vor einem Kauf erst noch selbst überzeugen möchten, gibt das offizielle Bandcamp-Profil von AFDTD die Möglichkeit, in das Werk reinzuhören. Die CD kommt im Vinyl-Look (silberne Abspielseite) und im Jewelcase mit vier-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 500 handnummerierte Exemplare. Bestellungen gehen direkt an A Fine Day To Die Records.

Ob man es jetzt Heathen, Pagan Black oder Viking Metal nennt: "The Winds Have Changed" ist ein starkes, episches und kraftvolles Werk, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann!


Darbietungen:
01. A Journey From Far Away (Introduction)
02. We are the Guardians of Asgard
03. The Worlds Numbered Nine
04. The Darkness of Mimir's Well
05. Who Guards the Rainbow Bridge
06. What Man Could Not Attain
07. Ready for War
08. The Winds Have Changed
09. Heathen Battle Ode (Outroduction)
10. The Storm of War (Bonus Track 2016)

Laufzeit: ca. 77 Minuten

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