Samstag, 7. Januar 2017

Preview/Review: Mosaic - Old Man's Wyntar (CD, Eisenwald - 2017)

Die deutsche Horde MOSAIC meldet sich im neuen Jahr auch wieder zu Wort. Nicht in Form eines komplett neuen Werkes zwar, aber in gewisser Weise lässt sich hier doch schon davon reden. "Old Man's Wyntar" fand anno 2014 das erste Mal eine Veröffentlichung als EP unter dem Banner von Amor Fati, welche das Werk im letzten Jahr erstmalig auf Vinyl auswerteten, und die ursprünglichen sechs Lieder zum Inhalt hatte. Nun folgt bald eine Art 'extended edition', welche komplett neu gemastert wurde und zudem drei zusätzliche Lieder enthält, welche das Werk zu einem vollwertigen Album werden lassen.



Somit stellt dieses Machwerk nicht nur die erste selbständige EP der Band, sondern gleichzeitig auch das erste Voll-Album dar. Die ersten sechs Lieder sind dabei die bereits bekannten von der bereits veröffentlichten "Old Man's Wyntar" EP, welche mit ihren stattlichen 44 Minuten Spielzeit ja eigentlich auch schon gar keine wirkliche EP mehr ist. Zelebriert wird hier eine wilde Mixtur aus Gedichte-Rezitation, atmosphärischem Dark Ambient, schamanistischen Klängen, die sich ohne weiteres mit der Klasse ala ACHERONTAS messen lassen, etwas Neo-Folk und natürlich Schwarzmetall, der dabei sehr ritueller Natur ist. Die drei zusätzlichen Lieder sind dabei auch nicht bloße Lückenfüller, sondern fügen sich nahtlos an die letzte Klänge von "Black Glimmer" an, "Silent World, Holy Awe" stellt dabei den ersten neuen Beitrag dar: ein sehr hymnisches Stück, was gemächlich beginnt, sich aber mit der Zeit immer weiter steigert und ein wahrer Hinhörer ist... da ist es beinahe schade, dass nach vier Minuten auch schon Schluss ist. "Vom ersten Schnee" beginnt wieder sehr lyrisch und poetisch, begleitet von dezenten Gitarren und leisen Glockenspielen bzw. Schellen. Das lyrische Konzept zieht sich durch das gesamte weitere Geschehen, Sprechgesang mischt sich allmählich mit einem poetischen Monolog, der an ein Sample aus irgendeinem alten Film oder einem alten Hörspiel erinnert und schließt das Lied letztlich ab. Der letzte Song stellt "Silver Nights" dar und erinnert am Anfang etwas an DEATHGATE ARKANUM, macht aber ein weiteres Mal sehr schnell deutlich, dass sich die Musik von MOSAIC nicht einfach mit der von anderen Bands vergleichen lässt. Insgesamt entwickelt sich der letzte Beitrag zu einem der traditionellsten Schwarzmetall-Beiträge auf "Old Man's Wyntar" was noch einmal einen mehr als krönenden Abschluss für dieses Debüt-Album darstellt. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Projekt in den letzten drei Liedern von namhaften Gastmusikern Unterstützung fand, u.a. durch NACHTREICH, Scorpios Androctonus (die Deutschen CRIMSON MOON), sowie von Musikern von u.a. GRIFT und WOLFHETAN.

Fazit:
MOSAIC präsentieren hier ein überragendes erstes Album. Die Songs sind jeder für sich einfach wunderbar, stilvoll und bis ins kleinste Detail mit Liebe und Hingabe vorgetragen. Eine Huldigung an den natürlichen Kreislauf, das Leben, den Tod und den Winter. Die CD erscheint am 20. Januar in einem edlen A5-Digibuch, mit einem umfangreichen Beiheft samt allen Texten (inkl. deren englischen Übersetzungen!). Ein Werk, das sich sicherlich nicht an jeden wendet und auch nicht jeden erreichen will, sondern sich an jene Schar richtet, die bereit sind der Finsternis zu lauschen und ihr ihre Köpfe und Herzen zu öffnen. Ein Werk, welches den kalten Hauch der Dunkelheit atmet und den Geist des schwarzen Stahls nicht nur nach außen trägt, sondern spürbar verinnerlicht hat. Ganz groß! Vorbestellt werden kann das ganze unter der offiziellen Bandcamp-Seite von MOSAIC.

Kleines Meisterwerk aus Deutschen Landen. Total Support!


Darbietungen:
Chapter I: Erweckunge & Winteren
01. Incipit: Geherre
02. Onset of Wyntar
03. Im Winter
Chapter II: Zoubar & Tunkalheyt
04. Snowscape
05. White Gloom
06. Black Glimmer
Chapter III: Vröudenhüge & Rouchnaht
07. Silent World, Holy Awe
08. Vom ersten Schnee
09. Silver Nights

Laufzeit: ca. 76 Minuten

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