Samstag, 17. Dezember 2016

Review: Waldseel - Cultus Falsitatis (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das Projekt WALDSEEL aus Niedersachsen meldet sich auch zurück. meldet sich nach der Split mit SHARDS OF A LOST WORLD auch mit einem neuen Album zurück. Inzwischen ist dieses das dritte an der Zahl, neben einer Reihe von Demos, EPs und Splits. Immer noch ist Waldseel alleiniger Streiter im Kampf gegen das Kreuz und die Dummheit der Masse 'Menschheit' im Allgemeinen und das Sprechrohr zwischen dieser und der jenseitigen Welt.






So ist "Cultus Falsitatis" in erster Linie als Kritik an dieser schnell-lebigen Zeit zu betrachten, in der niemand mehr wirklich Momente sucht, um zu sich selbst zu finden, der Natur und der Dinge zu lauschen, die jenseits des alltäglichen Fassungsvermögens lauern. Niemand, der sich wirklich einmal Zeit nimmt, um einfach inne zu halten und seine Aufmerksamkeit der Dunkelheit zu widmen. Das Gros lässt sich unterjochen vom Alltag, die scheinbaren Verpflichtungen des Lebens, welche aber im Grunde nichtig sind, ohne dabei jemals selbst zu denken, zu hinterfragen und sein Wesen zu erkunden. Gewiss, diese Tatsache wird auch das neue Werk von WALDSEEL nicht ändern, doch stellt es wie bereits erwähnt eine großartige Kritik an diese Missstände dar. Und nicht nur das: "Cultus Falsitatis" ist mit Abstand das wohl intensivste und eigenständigste Werk, was mir bisher bekannt ist. Die Aussage ist unmissverständlich, der Gedanke dahinter ehrenvoll und musikalisch wird es hier wie immer sehr atmosphärisch. Dabei wird dankenswerter Weise auf großartigen Ambient-Einsatz verzichtet, die erhabenen Sphären verdankt das Album größtenteils den gut arrangierten Instrumenten und dem Gesang, der sich in Teilen auch schon mal in Death-lastige Gefilde begibt ("Bröckelndes Mauerwerk"). Ein Highlight des Albums ist aber sicherlich die Hymne "LSABM", was für nichts anderes als "Lower Saxonian Atmospheric Black Metal" steht.

Fazit:
WALDSEEL legt mit "Cultus Falsitatis" sein bis dato überzeugendstes Werk vor. Sofern man sich auf dieses Album einlässt, darf man ein spannendes Hörerlebnis erwarten, dem man jedoch auch unbedingt eine Sache widmen sollte: Zeit! Und damit wären wir eigentlich auch schon wieder bei dem eigentlichen Thema des Albums angelangt.

Bestes Werk der Band bisher. Meine Hochachtung und Empfehlung!


Darbietungen:
01. Intro
02. Cultus Falsitatis
03. VIII
04. Im Rinnsaal grün zu grau
05. Wurzeln Nebel Schwere
06. LSABM
07. Bröckelndes Mauerwerk
08. Mystische Aura nächtlicher Gefilde
09. Ilfrenn
10. Ebenen
11. Outro

Laufzeit: ca. 34 Minuten

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