Samstag, 17. Dezember 2016

Review: Caverne - Sentiers d'avant (CD, Résilience - 2016)

Das letzte Album des Franzmannes von CAVERNE ist noch nicht einmal gänzlich aus meinen Hirnwindung nebelgleich entschwunden, da klopft schon die nächste Veröffentlichung des Herren an die Tür. "Sentiers d'avant" ist jedoch mitnichten ein neues Werk, sondern lediglich eine Zusammenstellung der beiden ersten Demos. Da mir diese jedoch unbekannt sind, habe ich hier trotzdem beherzt zugegriffen.







Und wurde einmal mehr nicht enttäuscht. Die Demos sind ungleich rauer aufgenommen als das Album, das wird einem schnell klar werden. Aber dass Herr Amertume ein Händchen für ergreifende, spannende und hmynenhafte Arrangements besitzt, wird bereits hier mehr als deutlich. Auch sind hier die akustischen Momente und Einspieler dominanter vertreten und erinnern zumindest mich teilweise an das Werk "Ritus Kannibale" der mysteriösen deutschen Kapelle NACHZEHRER, welche auf diesem auf akustische Art und Weise Stücke von ABSURD interpretierten. Abpropos ABSURD: eine ähnliche politische Gesinnung scheint auch beim Herrn von CAVERNE vorzuherrschen, dazu reicht ein Blick auf das Logo und so manche Titel, aber auch wenn man sich eingehender mit dem Projekt beschäftigt, kann man auf Interviews einschlägiger Magazine mit einschlägigen Inhalten stoßen. Vereinbaren muss es letztlich jeder für sich allein, ob er die Band mit einem Kauf unterstützen möchte. Wobei ein Verzicht hier wirklich mehr als schade ist, da CAVERNE musikalisch das beste und intensivste darstellt, was ich seit Jahren aus Frankreich vernommen habe.

Fazit:
Eine großartige Ein-Mann-Kapelle, ungeachtet der Hintergründe lässt sich in CAVERNE eines der bei weitem interessantesten, eingängigsten und besten Projekte finden, die Frankreich seit Jahren zu bieten hat. Wer also kein Problem damit hat, eine Band, die sich mindestens in einer Grauzone bewegt, zu supporten, wende sich vertrauensvoll an Résilience. In Deutschland gibt es die CD z.B. bei Amor Fati Productions.

Politisch vielleicht zweifelhaft, musikalisch gesehen aber über jeden Zweifel erhaben!


Darbietungen:
01. Sermeot ar Huelgoat / Des Tréfonds du Haut Bois
02. Caverne
03. Songe d'une Lune Morbide
04. Nuit et Brauillard
05. Clarté Lunaire / Terre Souillée

06. Ma Race
07. Ni le Lieu, Ni l'Heure / Procession
08. Le Glaive (Demo 2015)

Laufzeit: ca. 78 Minuten

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