Montag, 29. August 2016

Review: ShadowWolf - ShadowWolf (CD, Wolfmond Production - 2016)

Dass Kanada nicht nur in sprachlicher und ideeller Hinsicht geteilt ist, wird einmal mehr im Falle der hier vorliegenden CD deutlich. Während die Musik der Horden aus Québec vornehmlich auf das hymnische Midtempo der Mitt-90er-Norweger-Bands als Grundgerüst aufbaut und daraus inzwischen ihren ganz eigenen Stil kreiert haben, sieht es im englisch-sprachigen Teil des Landes ganz anders aus. Dort herrschen vor allem Einflüsse aus dem USBM, aber auch europäische, vornehmlich Deutsche, wie mir immer wieder scheint.



SHADOWWOLF stellt ein im Jahr 2014 gegründetes (vorher war man von 2007-2010 unter dem Namen NIHILISM aktiv) Solo-Projekt aus Toronto dar. Protagonist Knjaz Vlad zeichnet dabei für sämtliche Instrumente sowie für den Gesang verantwortlich. Der Grundton der insgesamt 13 Lieder auf der CD ist sehr räudig und kompromisslos. Hier waren es wohl Demo-Werke bekannter deutscher Horde, die als Inspirationsquelle gedient haben dürften. Ich denke da vornehmlich an eine Band aus Gera, die mit "Peststurm" für Aufsehen sorgte, aber auch das Debüt-Werk der Deutschen lässt sich ohne Weiteres mit dem Klangbild von SHADOWWOLF vergleichen. Was der Kanadier den Deutschen aber voraus hat: der Ossi-Akzent, der gerade auf den älteren Veröffentlichungen immer mal wieder durchkam, fehlt vollständig. Man darf hier ergo nicht allzu hohe Erwartungen haben, wenn man dann ohne eine große Erwartungshaltung an die Sache herangeht, wird man positiv überrascht sein, dass sich hinter dem primitiv wirkenden Gesamtbild ein recht solider Underground-Flick verbirgt, der zwar rotzig und schrammelig präsentiert wird, aber trotzdem auf seine Art und Weise faszinierend anmutet. Ein paar Ambient-Passagen (wie in "Lunar Spell of Myesyats") runden das Gesamtbild dann noch ein wenig ab.

Fazit:
Kein Highlight, wer aber wieder einmal Bock auf ordentlich gemachtes Underground-Black Metal-Geschrammel hat, wird mit der Scheibe gut bedient. Auch Anhänger der ersten Sachen von TOTENBURG sollten mal ein oder zwei Ohren riskieren - natürlich wurde hier der ideologische Part nicht berücksichtigt. Das Debüt-Album des Herren kommt als Pro-CDr im Jewelcase und ist limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Interessenten suchen wie immer die Seite von Wolfmond Production auf, wo die CD für äußerst faire 5,- Euronnen zu ergattern ist.

Raw Underground Black Metal. Nicht schön - will er aber auch gar nicht sein!


Darbietungen:
01. Into the Wolf's Forest (Intro)
02. Call of the Night
03. Lycanthropy
04. Temple of Eternal Night
05. The Awakening of Chernobog
06. Witchcraft (of the Old Vedmak)
07. Zmey Gorynych's Flight in the Nightsky
08. Lunar Spell of Myesyats
09. Shining Northern Moon
10. Gates to the Stars
11. Winter's Fury
12. Syberian Blizzard
13. Outro

Laufzeit: 43 Minuten

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