Montag, 29. August 2016

Review: Painferno - The Seed of Life Becomes Death (CD, Eigenproduktion - 2015)

Gerade in den letzten zwei Jahren scheint mir der Underground wieder sehr vital zu sein und nicht nur Schweden bringt neue hörenswerte Bands hervor... auch aus Deutschland melden sich in letzter Zeit immer vereinzelte brauchbare junge Bands zu Wort, was immer wieder auch frischen Wind ins Geschehen bringt, denn gerade in Deutschland scheint der Umstand, dass es hauptsächlich die etablierten und bekannteren Underground-Bands gibt und der Rest daneben irgendwie unterzugehen scheint. Trotzdem gibt es dann immer mal wieder Horden, die sich hervortun können - ich berichtete ja erst kürzlich über BURKHARTSVINTER...




PAINFERNO aus Essen legen mit ihrem Werk "The Seed of Life Becomes Death" die erste Demo vor. Die Band agierte hier noch als Quartett, inzwischen ist Plaguewielder ausgestiegen. Übrig sind noch Snuff Goat am Schlagwerk, welchen der ein oder andere vielleicht noch durch seine Arbeit bei ZUUL kennt, deren erste Demo ich ja auch vor ein paar Jahren mal besprochen hatte - zu lesen hier), sowie Nemesis am Gesang und Gautatýr an den Gitarren, die beide bereits durch die Band DRONE ÖR DIE aufgefallen sind. Zelebriert wird hier natürlich räudiger Schwarzmetall aus dem Untergrund, der aber hörbar mit viel Herzblut präsentiert wird und alles andere als nichtssagend daherkommt. Der Sound ist zwar alles andere als perfekt, und aus jedem einzelnen Ton dieser Kakophonie hört man wahrlich das Blut, den Schweiß und vor allem den Alkohol heraus - aber bei Luzifer: genau das sollte eine Scheibe aus dem lokalen Underground doch ausmachen, oder nicht?! Was das ganze auch irgendwie abhebt von ähnlich gelagerten Veröffentlichungen, ist der Gesang, der zugleich extrem krank und hysterisch, dann aber auch sehr düster und teilweise auch äußerst okkult zum besten gegeben wird. Die instrumentale Begleitung gibt sich wie bereits erwähnt sehr räudig und alles andere als professionell, man hat hier den Eindruck, einer Probe oder einem Konzert beizuwohnen, was atmosphärisch eigentlich gar nicht einmal so verkehrt ist und bodenständig und sympathisch rüber kommt - vor allem aber sehr authentisch!

Fazit:
Klar, dass man hier absolut nichts Neues bietet. Dafür aber Altgewohntes auf gekonnte Weise neu interpretiert. PAINFERNO ist endlich mal wieder eine Black Metal-Band, die es mit kleinen Mitteln schafft, sehr authentisch den Geist vergangener Tage zum Leben zu erwecken und dabei nicht klingen, als würden sie sich verstellen müssen. Allerdings benötigt es auch seine Zeit, um die Songs gänzlich zu erfassen, erst dann erschließen sich einem so manche Details, die die Demo zu einem hörenswerten Werk machen. Hinzu kommen Titel wie "Astraal Koiitus", "Cosmic Inferno" oder "Luciferian Rehabilitation", die einen wunderbar traditionellen Old School-Charakter besitzen. Eingehämmert und gemischt wurde das Werk übrigens Ende 2014 mit Hilfe von Panzerdaemön von PARIA. Die Demo kommt als Pro-CDr im DVD-Case und ist limitiert auf 99 hand-nummerierte Exemplare. Ob es noch welche gibt, erfragt ihr am besten direkt bei der Horde unter der Adresse demonic.r@gmx.de.

Ein sehr feines Stück deutscher Old School Black Metal. No Trends, No Keyboards, No Pussies! Kaufen, Kasten Bier und Regler bis zum Anschlag nach rechts gedreht - reicht. Mehr als Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Astraal Koiitus
02. The Seed of Life Was Born in Death
03. In Vama Marga
04. Cosmic Inferno
05. Luciferian Rehabilitation

Laufzeit: ca. 27 Minuten

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